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Bei einigen Bewohnern von St. Anselm ist der Erzdiakon unbeliegt und zwar nicht nur, weil er eine Schließung des Seminars befürwortet. So war Crampton mitverantwortlich dafür, dass Pater John, der seinen Lebensabend in St. Anselm verbringt, wegen sexuellen Missbrauch von Jungen hinter Gitter wandern musste. Der Erzdiakon hat viele Feinde. Doch einer scheint ihn besonders zu hassen, denn nach einer stürmischen Nacht wird er erschlagen in der Kirche aufgefunden, neben ihm zwei Altarkerzen.
Commander Adam Dalgliesh, der sich gerade an dem Wochenende auch in St. Anselm aufhält, sieht sich mit einem Mord konfrontiert. Eigentlich sollte Dalgliesh den Tod eines jungen Studenten untersuchen, dessen Leiche vor einigen Wochen am Strand gefunden wurde. Die örtliche Polizei hatte den Fall zwar schon abgeschlossen und ihn für einen Unfall erklärt, aber der Stiefvater des Toten, der einflussreiche Industrielle Sir Alred Treeves, zweifelt an der Version. Zudem starb einige Zeit später die alte Haushälterin des Priesterseminars unter mysteriösen Umständen. Stehen die Todesfälle etwa in einem Zusammenhang?
Die schaurig-schöne Kulisse von St. Anselm, die düsteren Geheimnisse seiner Bewohner und Besucher, die von Inzest bis zu wissenschaftlicher und beruflicher Gier reichen, der kluge Ermittler Dalgliesh - all das hat P. D. James einmal mehr zu einer profunden und spannenden Krimigeschichte zusammengeschnürt. In bester Tradition erzählt sie konventionell über Mord, Leidenschaft und Hass in einer geschlossenen und abgeschiedenen Gesellschaft.
Besonders reizvoll ist dabei die anglikanische Kirche, zerrissen im Streit zwischen Tradition und Modernität. Während der ermordete Erzdiakon Crampton ein Verfechter des Fortschritts ist, der die Kirche mit allen Mitteln ins 21. Jahrhundert peitschen möchte, sind die kirchlichen Mitglieder von St. Anselm der Tradition verpflichtet. Dabei macht P. D. James keinen Hehl daraus, mit wem sie sympathisiert. Wer's wissen möchte und wer klassische, englische Krimis liebt... Lesen!
Die Geschichte ist wieder schön verschachtelt und die typische Rätsel-Situation (ein begrenzter Ort, ein Mord, eine begrenzte Anzahl Verdächtiger, von denen es eigentlich keiner gewesen sein kann) ist hervorragend herausgearbeitet. Der Leser hat natürlich sofort einen Veracht, der sich -wie eigentlich immer- dann doch nicht bewahrheitet. Das Motiv des (Überraschungs-)Täters ist diesmal allerdings schwer nachzuvollziehen, besonders seine Inszenierung des Mordes, hinter der man eigentlich viel mehr vermutet, als dann dran ist.
Also, wieder einmal sehr gelungen und nur zu empfehlen !
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