| |||||||||||||||
Produktinformation
|
Und nun einige Hinweise für die Sammler von Stilblüten:
Zwar glänzte der Übersetzer Klaus Fröba schon in früheren Bänden durch manchen Ausrutscher, etwa wenn er beharrlich Pappeln zu "Baumwollbäumen" oder "Baumwollgehölz" degradiert, oder wenn er überall dort, wo Pinnwände hängen, "Nagelbretter" hängen lässt, usw. In "Tod am heiligen Berg" aber übertrifft er sich selbst; seine Übersetzung ist eine einzige Blumenwiese. Bemerkenswert sind seine wortschöpferischen Fähigkeiten, wenn er womöglich nicht weiß, was "Molybdän" bedeutet, und hinter dem englischen Äquivalent ein Adjektiv unbekannter Bedeutung vermutet. Es wimmelt also in diesem Buch von molybdänen Funden, Vorkommen und Schürfprojekten, doch geht Fröbas Kreativität in Sachen Wortschöpfung noch weiter - ein Eigenbrödler ist nicht etwa wunderlich oder sonderbar, sondern - "sonderlich". Beides liest man mehrmals; es handelt sich hier nicht um einmalige Ausrutscher. Ein interessanter Vorgang stellt in dieser Übersetzung sogar das Wählen einer Telefonnummer dar - eine Nummer wird nicht gewählt oder zur Not auch noch eingegeben, sondern "eingetastet" (einen Moment lang war ich schon besorgt, der gute alte Leaphorn wäre Knall auf Fall erblindet). Dass das englische "slow motion" mit "Zeitlupe" übersetzt wird, ist auch noch nicht bis zum Übersetzer durchgedrungen, und dass ein älterer Navajo ein runzliges, faltiges Gesicht als ein "Gesicht mit vielen Fältchen und Runen [!]" beschreibt, wundert einen da schon genauso wenig wie die Tatsache, dass der Ship Rock schnell mal auf die zehnfache Höhe gebracht und sich nicht 500 Meter über die Hochebene erhebt, sondern 5000...
Wahrlich, da wird einem sonderlich und molybdän ums Herz!
Wenn also jemand noch einen Beweis dafür braucht, wie wichtig sorgfältige Übersetzungen und gewissenhafte Lektoren sind, dann greife er zu diesem Buch.
Wieder einmal gelingt es Tony Hillerman, dem Leser das scheinbar ruhige Leben im Navajo-Reservat zu schildern. Ein Fall scheint kein Fall zu sein, bis ein überraschendes Ereignis den Leser genauso aufrüttelt, wie die Hauptfiguren. Und während man die Ermittlungsmethoden von Jim Chee und Joe Leaphorn verfolgt, lernt man nebenbei viel über eine uns fremde Kultur kennen. Tony Hillermans Romane sind immer ungewöhnlich und sie sind immer gut!
|
Das Forum zu diesem Produkt
Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
|
Ähnliche Foren
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|