Für mich mein erster Franz Roman mit dem Ermittler Brandt und ich gebe zu, ich habe ein bisschen Zeit gebraucht, um mich in der Welt von Brandt einzufühlen. So gänzlich anders als sein Gegenpart Julia Durant, ist Brandt ein liebender Vater zweier Töchter, die er alleine erzieht, seit seiner Scheidung. Er hat also fast wohl geordnete Verhältnisse, im Gegensatz zu Durant. Aber das nur am Rande.
Die Story fängt gut an, kommt schnell zum ersten Mord und erhöht den Spannungsfaktor sehr. Die Charaktere werden anfänglich sehr gut beschrieben und man bekommt ein recht gutes Gefühl für die beschriebenen Familien. Auch die ersten Ermittlungsarbeiten beginnen interessant.
Nach dem recht schnellen zweiten Mord allerdings war ich irritiert. Ohne große oder gar langwierige Nachforschungen, bekommt Brandt das Motiv frei Haus in den Schoß geliefert und via innerer Eingebung, wie es scheint, hat er auch schon seinen Täter. Hoppla. Geht fix in diesem Roman. Für mich war das eine Nummer zu flott, zu klar und für den gravierenden, schrecklichen Grund für die Morde auch zu oberflächlich abgehandelt. Hier wird ein grausames Thema angerissen, vom Grundgedanken sehr gut, aber nicht wirklich in der Tiefe ausgebaut behandelt. Es geht hier Schlag auf Schlag, Verhör, Verhaftung und Verhandlung. Schwupp. Weg.
Mir fehlte ein detailliertere Beschreibung des Mörders, den kompletten Hintergrund, wie kommt es zum Plan und zur Ausführung der Morde? Wie hat sich der Weg dort hin entwickelt? Es wird zwar geschrieben, warum, klar, aber eben in drei Sätzen und fertig. Das ist für ein solches Thema schlicht zu banal. Hier hätte mehr dazu gehört, um wirklich in den Gedanken der Leser nachzuhallen. Das ist schade, weil es Mut braucht, um am hiesigen Rechtssystem zu rütteln.
Die mit im Plot verwobene Liebesgeschichte von Brandt ist nett, auch hier geht alles fix und foxy, vom ersten Kuss bis zum fast-schon-einziehen gehts auch hier nur einige Seiten lang. So kann es gehen. Trotzdem sehr schön erzählt!