„Death of a Salesman" (englischer Originaltitel) von Arthur Miller ist eines der herausragendsten Dramen des 20. Jahrhunderts. Die Geschichte handelt von dem 63-jährigen Willy Loman, einem Handlungsreisenden, der durch private (Streit mit seinem erfolglosen Sohn Biff) und berufliche Misserfolge immer tiefer in sein Verderben schlittert. Willys Problem liegt darin, dass er die bittere Realität verdrängt und stattdessen seinen übertriebenen eigenen Projektionen glaubt. So hält er sich für einen erfolgreichen Unternehmer, obwohl er nur noch auf Provision arbeitet und Schulden hat. Willys Tagträume werden in dem Stück immer wieder in die reale Handlung eingeschoben, um für die Handlung relevante Ereignisse der Vergangenheit zu erzählen.
Das Ergebnis ist ein packendes und unverfälschtes Stück über die Gefahren eines hemmungslosen Kapitalismus und seiner mangelnden Menschlichkeit, der Menschen wie Willy letztlich zum Opfer fallen.
Die Geschichte wurde 1985 vom deutschen Erfolgsregisseur Volker Schlöndorff mit Dustin Hoffmann und John Malkovich in den Hauptrollen verfilmt. Schlöndorff ist auch der Übersetzer der deutschen Ausgabe mit dem Titel „Tod eines Handlungsreisenden". Dabei ist ihm die Übertragung in die deutsche Sprache über weite strecken sehr gut gelungen. Er bemüht sich, die Alltagssprache des Originals möglichst unverfälscht und sprachgetreu zu übertragen und dabei nahe an der Vorlage zu bleiben. Ein sehr gutes Nachwort von Schlöndorff über die Entstehung und Botschaft des Dramas schließt das Buch ab.
Letztlich ziehe ich die englische Ausgabe der deutschen allerdings vor, da Arthur Millers Original einen besonderen Sprachstil besitzt, welcher einen großen Teil der Atmosphäre ausmacht und sich nicht hundertprozentig übersetzen lässt. Wem die anspruchsvolle englische Ausgabe zu schwierig ist, dem sei dieses Buch allerdings uneingeschränkt empfohlen.