Dieses Buch, 1981 in London zum ersten Mal veröffentlicht, hat bis zum heutigen Tag insgesamt 12 würdige Nachfolger gefunden, und es ist nicht abzusehen, daß Magdalen Nabb ihre schöne Reihe um den Sizilianer Guarnaccia, einem Carabiniere in Florenz, beenden würde.
Guarnaccia ist eine Polizistenfigur ganz besonderer Prägung und in seiner Volksverbundenheit am ehesten Andrea Camilleris Salvo Montalbano verwandt, wenn auch weniger intellektuell und postmodern. Guarnaccia ist im ersten Band der Reihe Wachtmeister der Carabinieri. Seine Familie lebt noch in Syrakus in Sizilien, und er bereitet sich seit Tagen voller Freude darauf vor, an Weihnachten mit dem Zug nach Hause zu fahren. Doch da geschieht ein Mord.
Ein Engländer wird tot in seiner Wohnung aufgefunden. Doch Guarnaccia ist krank, hohes Fieber zwingt ihn ins Bett. Das ist die Stunde von Carabiniere Bacci, der sich auch alle Mühe gibt bei der Aufklärung des Mordes, zu dem dann auch noch zwei Beamte von Scotland Yard auftauchen und der ganzen Ermittlung einen höchst geheimnisumwitterten Touch geben.
Alle möglichen Theorien werden gewälzt, eine Menge Leute befragt. Man findet keine Lösung. Weil sie, als sie zum Tatort kamen, etwas übersehen haben, was Guarnaccia später rekonstruiert und mit Hilfe seines volksnahen Menschenkenntnis für die Lösung des Falles nutzt.
Carabiniere Guarnaccia ist der Typ Inspektor Columbo: etwas langsam, fast trottelig, aber nachdenklich und beständig, einer, der den Nebenaspekten eines Falles nachgeht und sich auch nicht scheut, eine Untersuchung noch einmal von vorne zu beginnen, weil er Zweifel an deren Ergebnissen hat. Ein aufrechter Polizist mit einem guten Herzen besonders für die einfachen Menschen aus dem Volk, einer, der weiß, wo er herkommt und selbst für den Täter noch Verständnis aufbringt, mittels dessen er den Fall meistens löst.
Eine absolut empfehlenswerte Reihe.