Wer ein reißerisches Buch sucht, ist hier fehl am Platz. Vielmehr handelt es sich bei diesem Krimi um ein mit viel Tiefgang und auch psychosozialer Kritik fein gespicktes Buch, das beim Lesen leider streckenweise auch etwas langweilig wirken kann, wenn man denn einen „klassischen" Krimi erwartet hat.
In Kurzform geht es um eine Geschichte , die in der Augusthitze unseren Helden Guarnaccia in ein Viertel von Florenz führt, wo es noch intakte „dorfähnliche" Lebensgemeinschaften gibt; man kennt sich und man hilft sich. Und eben hier wird eine etwas „verrückte" materiell verarmte Person unter zweifelhaften Umständen ermordet. Viel wird über diese Lebensgemeinschaft und die Beziehungen untereinander, die Sorgen, die Nöte aber auch die Freuden ans Licht gebracht und der Tod der Frau erscheint immer sinnloser, bis zum Ende hin dann der Knoten mit viel Bedacht aufgelöst wird.
Hinter der Geschichte verbirgt sich viel Wahrheit aus dem wirklichen Leben, nämlich, dass die Armen immer ärmer werden und die bereits Wohlhabenden immer gieriger.
Fazit : ein schönes Buch mit Hintergrund und Tiefgang. Die Kulisse des Krimis wirkt streckenweise etwas langweilig und bedarf etwas Durchhaltewillens.