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Tod einer Untröstlichen: Die letzten Tage von Susan Sontag
 
 
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Tod einer Untröstlichen: Die letzten Tage von Susan Sontag [Broschiert]

David Rieff , Reinhard Kaiser
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 159 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 1 (5. Mai 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596186625
  • ISBN-13: 978-3596186624
  • Originaltitel: Swimming in a sea of death
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 29.015 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

David Rieff
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

"Wenn der Tod "eine ungeheuerliche Zumutung" ist, wie Susan Sontag es einmal formulierte, so hat sie ihm gleich drei Mal ihren Lebenswillen entgegengesetzt aus dem Geist der Revolte und einem schier unerschöpflichen Hunger nach Dasein.
Susan Sontag wollte nicht sterben. Nicht 1975, als sie an Brustkrebs, nicht 1998, als sie erneut, diesmal an Gebärmutterkrebs, erkrankte. Beide Male triumphierte sie über die Krankheit und trotzte einer ungünstigen Prognose. Und sie glaubte auch bei ihrer dritten Erkrankung, einer in hohem Maße tödlichen Form der Leukämie, den Kampf gegen alle medizinischen Kassandrarufe aufnehmen zu können.
David Rieff, der Sohn Susan Sontags, schreibt ebenso luzide wie bewegend über das Sterben und den Tod seiner Mutter."Sie starb, wie sie gelebt hatte, unversöhnt mit der Sterblichkeit", schreibt er, "und vielleicht war dieses Weiterleben wollen, ihre Art zu sterben."

Über den Autor

David Rieff, 1952 geboren, ist politischer Schriftsteller und Journalist. Über die Krisengebiete der Welt schreibt er u.a. für die Zeitungen New York Times, Wall Street Journal, Washington Post, El País und Le Monde. Rief, das einzige Kind Susan Sontags aus ihrer frühen Ehe mit dem Soziologen Philip Rieff, lebt in New York City.Reinhard Kaiser, geboren 1950 in Viersen. 1968 Beginn des Studiums der Germanistik, Romanistik, Sozialwissenschaften und Philosophie. Seit 1975 Übersetzer und Lektor für verschiedene Verlage. Seit 1989 Arbeit als freier Mitarbeiter für verschiedene Zeitungen und Rundfunkanstalten. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen, u. a. Ernst Maria Ledig-Rowohlt-Übersetzerpreis 1993, Deutscher Jugendliteraturpreis 1997, Geschwister-Scholl-Preis 2000. Der Autor lebt mit seiner Familie in Frankfurt/Main.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Leuchtturm sein 26. November 2009
Format:Gebundene Ausgabe
Die letzten Nächte bin ich abgetaucht in dieses Buch, das mich gleichermaßen fasziniert, berührt und bewegt hat - vorallem letzteres und gerade im Hinblick darauf, eine neue Sicht der Dinge zuzulassen. Als Sohn hat er seine Mutter vom Tag der endgültigen Diagnose an, als bei der Schriftstellerin MDS, eine besonders bösartige Form von Leukämie, festgestellt wurde, bis zu ihrem Tod acht Monate später begleitet. Zweimal schon hatte Susan Sontag den Krebs entgegen aller Prognosen überwunden, beide Male mit unglaublicher Zähigkeit und Schmerzbereitschaft. "Ich sauge an tausend Strohhalmen" schrieb sie in ihr Tagebuch - und dabei ist sowohl die Hoffnung gemeint als auch der Wille und der Wunsch zu Leben. Für sie kam Sterben nicht in Frage, der Tod war unvorstellbar, und so entschied sie sich einmal mehr für den kämpferischen Weg, für die neuesten, härtesten Therapien nach allen Regeln der Schulmedizin. Freunde hatten das zu akzeptieren und sie darin zu unterstützen. Dem Sohn wies sie vorallem die Rolle des Hoffnungsgebers zu.
David Rieff tritt in diesen 160 Seiten nicht den Krankheitsverlauf seiner Mutter breit und nur in Nebensätzen läßt er das Leid erahnen. Vielmehr setzt er sich mit der Rolle des betroffenen Angehörigen auseinander - sowohl rückblickend als auch während dieser Zeit. Er hadert rückblickend damit "Komplize der Illusion" gewesen zu sein und stellt sich die Frage, ob nicht ein "Umlenken der Hoffnung" hin zu einem bewußten Strebeprozeß und Abschied sinnvoller gewesen wäre. Er hadert mit dem leidvollen Weg seiner Mutter - warum kein schneller Herztod für eine Frau, die den Tod so sehr negiert und fürchtet und deren Anriebsmotor immer war "sich selbst zu übertreffen"? Aber er hadert nicht mit dem Bemühen der Ärzte dem Wunsch und Willen der Patientin nachzukommen und alles menschen - und medizinisch Mögliche für ein Überleben zu versuchen. Was mich wiederum zu einem bedingungslosen Akzeptieren auch dieses Standpunktes veranlaßt: der Patient ist das Maß aller Dinge! Über seinen Weg, seine Entscheidungen zu urteilen und somit über die Dienstleistung der Ärzte wäre anmaßend!
Das Buch beginnt mit dem Satz : "Kein Gedanke lag mir fernen. Ich glaubte am Ende einer langen Auslandsreise... zu sein" beschreibt David Rieff , selbst Schriftsteller und vorallem unterwegs in Krisengebieten dieser Welt, eben jene Situation am Flughafen und jenes Telefonat mit seiner Mutter , mit dem ein ganz anderer Weg beginnen sollte..... Der Sohn liest die Tagebücher der Mutter und erkennt einmal mehr, wie unglücklich sie oft im Leben war, von Depressionen und Zweifeln gebeutelt. Eine weitere Welle an Schuldgefühlen droht heranzurollen der sich der Autor erneut stellt. Das Buch endet mit dem Satz, den seine Mutter ihm schon während ihrer ersten Krebserkrankung mit auf den Weg gegeben hat: "Im Tal des Jammers breite deine Flügel aus." David Rieff hat nun seine Worte wie Flügel ausgebreitet! Denn eines wird klar: alles darf sein in so einem Prozeß - das Hadern, der Kummer,der Zweifel ebenso wie die Illusion, die Hoffung, das Festhalten!
Für mich ist es ein wichtiges Buch für alle Angehörigen und Freunde, die sich nach dem Tod und leidvollen Sterben eines geliebten Menschen mit quälenden Fragen herumschlagen. Und für all diejenigen, die einen Menschen auf diesem Weg begleiten." Swimming in a sea of death" lautet der englische Originaltitel und er beschreibt für mich sehr gut das Meer der Gefühle, dem besonders die Angehörigen eines Krebspatienten ausgesetzt sind, verbunden mit dem Wunsch und der Hoffnung nach Orientierung, nach einem Leuchtturm.
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17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Mit Susan Sontag ehren wir eine Schriftstellerin, deren erzählendes und essayistisches Werk den Begriff und den Wert der westlichen Kultur untersucht und verteidigt. Mit großer analytischer Schärfe hat sie seit den sechziger Jahren die Ausprägungen der dynamischen Alltagskultur und ihre Bedeutung für unsere Vorstellung von Modernität und Freiheit beschrieben. Durch ihre Arbeit, die nie das europäische Erbe aus dem Blick verlor, ist sie zur prominenten intellektuellen Botschafterin zwischen den beiden Kontinenten geworden."
Als sie mit dieser Begründung des Stiftungsrates 2003 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhielt, war ein bewegtes intellektuelles Frauenleben schon fast zu Ende gegangen.
Ende 2004 starb eine Frau, deren Leben und Schreiben in Amerika immer wieder für großes Aufsehen sorgte und mehrmals nicht unwesentliche Diskurse anschob. Dabei blieb sie immer widersprüchlich, wechselte ihre Meinung, wenn sie das für nötig hielt, und ließ sich zu keiner Zeit in irgendeinen Mainstream einordnen.

Nach dem 11.September 2001 wurde das noch einmal ganz deutlich, als sie sich zunächst, in Berlin weilend, jedem Kommentar verweigerte, dann aber einen Text vorlas, in dem sie wie andere linke Intellektuelle nach ihr auch, einen Zusammenhang zwischen den Terroranschlägen und der globalen Politik der Vereinigten Staaten herstellte. Eine große Mehrheit der liberalen Amerikaner reagierte mit großer Empörung, und auch ich habe das damals nicht verstanden. Später allerdings revidierte Susan Sontag einiges von ihren Aussagen, um aber umso heftiger gegen den Angriff der USA auf den Irak zu polemisieren. Als sie ihr letztes Buch mit dem Titel Das Leiden der anderen betrachten" veröffentlichte, kehrte Susan Sontag gegen Ende ihres bewegten Lebens wieder zu ihrem ureigensten Genre, dem Essay, zurück.
Das zentrale Thema dieses letzten Buches ist die Rolle der Kriegsfotografie im zivilen Verständnis von militärisches Gewalt und deren menschlichen Kosten". In gewisser Weise knüpft sie damit an an ihren 30 Jahre vorher erschienen Band "Über Fotografie".
Arturo Perez-Reverte hat jüngst in "Der Schlachtenmaler" diese Diskussion in Form eines genialen Romans geführt.

Daniel Schreiber hat unlängst in einer bei Aufbau erschienen Biografie beide Werke verglichen; es ist vielleicht symptomatisch für Sontags eigenes Leben:
"War der Ton von Sontags früheren Essays noch von leidenschaftlichen Ausschlägen und Aphorismen bestimmt, ist Sontags neuer Band vom gereiften Ton einer gestandenen Intellektuellen geprägt. Sontag wirft Fragen auf, stellt Argument gegen Gegenargument und hat es dabei nicht eilig, definitive Antworten zu geben. In ruhiger Diskussion kreist sie gerade die flüchtigen und komplizierten Ideen von allen Seiten her langsam ein, sodass diese, anstatt als große Behauptung daherzukommen, in die tieferen Bewusstseinsschichten des Lesers sickern."

Susan Sontag erlag dem Krebs, einer Krankheit, mit der sie ein Leben lang kämpfte und der sie 1978 in "Krankheit als Metapher" (deutsch 1981) ein eigenes Buch gewidmet hatte, das damals eine große Rezeption hatte, weit über ihre sonstigen Leserschichten hinaus.

Susan Sontags Sohn David Rieff hat nun in einem sehr intimen und sensiblen Text das Leben und vor allen Dingen das Sterben seiner Mutter für die Nachwelt nachgezeichnet und liefert damit eine ganz wichtige private Ergänzung zur Biographie von Daniel Schreiber. Es ist ein erschütternder Bericht über den Schmerz und die Trauer und über unsere eigene Einstellung zu Krankheit und Tod. Das Buch macht betroffen und ist geeignet, in der doch nach wie vor verdeckten und verdrängten Debatte um das Sterben, das menschenwürdige Sterben, ein nicht ganz unwichtiges Datum zu setzen.

Für alle Menschen, die die Texte Susan Sontags lieben, sich an ihnen rieben und reiften, ist dieses Buch ihres Sohnes und unverzichtbar.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Menschlich. 2. Dezember 2011
Format:Gebundene Ausgabe
In den Sterbehilfedebatten geht es darum ob es erlaubt sein sollte dem Wunsch zu sterben nachzukommen. Bei Susan Sontag war die Fragestellung eine andere: ist es erlaubt dem nicht-wahrhaben-wollen der Sterblichkeit nachzukommen. Der Autor thematisiert diese Frage aus seiner Warte wie auch aus Sicht der behandelnden Ärzte und seiner Mutter.
David Rieff bleibt letztlich und redlicherweise unentschieden ob es nicht doch besser gewesen wäre seiner Mutter "reineren Wein" einzuschenken was ihre Überlebenschancen betrafen.
Ein sehr persönliches Buch, welches Susan Sontag sehr menschlich portraitiert, hinter der Fassade einer starken Frau ein sehr schwaches Wesen zum Vorschein bringt...eine Frau beherrscht von ihrer Lebensgier, ihrer Angst vor dem Alleinsein, ihrer grossen Mühe mit Menschen in Kontakt zu treten(!). David Rieff zeichnet ein zum Teil überraschendes Bild seiner Mutter, was sie aber nicht unsympathisch macht, nur sehr, sehr menschlich.
Immer wieder finden sich interessante Anmerkungen des Autors, sei es z.B. seine ganz andere Lebenseinstellung als jene seiner Mutter oder seine ablehnende Haltung gegenüber A.Leibovitz (ohne Einwilligung gemachten) Fotografien seiner sterbenden Mutter.
Ein wirklich empfehlenswertes Buch.
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