Patrick Lennons Kriminalroman "Tod einer Strohpuppe", im Original unter dem Titel "Corn Dolls" veröffentlicht, hat eigentlich alles, was man als Leser von einem klassischen Who-dunnit in ländlicher englischer Umgebung erwartet. Tom Fletcher und Sal Moresby bilden ein sympathisches Ermittlerduo, deren Privatleben zwar beleuchtet wird, aber nicht zu sehr im Vordergrund steht. Im Gegensatz zu vielen anderen Krimis liegen sie nicht im Konflikt mit ihren Vorgesetzten, ihre direkte Vorgesetzte Welbey bringt den beiden großes Vertrauen entgegen. Die aufzuklärenden Todesfälle im ländlichen Thinbeach sind skurril, allerdings auch sehr grausam und verdächtige wie verhörte Personen sind interessant Charaktere. Vor allem aber lüften die beiden Ermittler Stück für Stück die Beziehungen zwischen den Personen und stoßen dabei auf alte Feindseligkeiten, Rachegefühle und sogar politische Seilschaften. Patrick Lennon unterbricht die Handlung immer wieder mit Erzählungen aus der Vergangenheit, die das Leben eines der Hauptverdächtigen und das Leben von Tom Fletcher näher beleuchten - beide haben eine bittere Vergangenheit zu bewältigen. Diese Unterbrechungen stören den Lesefluss des flüssig und spannend erzählten Romanes nicht. Leider stellen sich insbesondere im letzten Drittel einige Längen ein, was sehr schade ist, da uns der Autor bis zum Schluss mit interessanten Wendungen überrascht.
Auch wenn "Tod einer Strohpuppe" von Patrick Lennon kein Kriminalroman ist, der mir länger im Gedächtnis bleiben wird, da er sich nicht ausreichend von der Masse abhebt, bietet er doch spannende Unterhaltung für einen Regentag.