Die Ausgangssituation ist eigentlich ganz gut - ein junger, recht gutgläubiger Privatermittler ist auf den Spuren seiner ermordeten Jugendliebe, die scheinbar ein kriminelles Doppelleben führte -, doch der Autor ergeht sich zunächst in zu vielen Sentimentalitäten Blakes. Der beginnt dann auch recht schnell eine Beziehung zu einer anderen Stripperin und dieses Klischee ist etwas zu viel Trash, denn durch Blake beginnt sie ein neues, besseres Leben, natürlich verknallt sie sich in ihn, fast-tragisches Ende der Beziehung inklusive.
Nach und nach kommt Blake den Hintergründen der Tat auf die Spur, aber bis es soweit ist, passiert nicht so viel - jedenfalls auf den ersten beiden CDs -, außer dass der Detektiv ein wenig ermittelt und immer wieder zusammengeschlagen wird.
"Tod einer Stripperin" birgt einen Clou, der, je nachdem wie gut man aufpasst, zu einem überraschenden Ende führt - welches man aber auch gut vorausahnen kann, wenn man das Genre ein wenig kennt. Eigentlich kann die Story gar kein anderes Ende nehmen als das hier beschriebene, eine gute Idee ist es trotzdem - spannend, wenn auch nicht schockierend. Gegen Ende, als die Fakten sich verdichten, scheint Blake ein wenig schwerfällig zu denken und er kommt einfach nicht auf die richtigen Schlüsse, auch wenn der Hörer sie schon längst ahnt.
Reiner Schöne als Sprecher ist wieder sehr gut aufgelegt und trägt die Lesung durch seine markante, tiefe Stimme.
Fazit: Vor allem zu Beginn eher schleppende Story aus dem Stripper- und Drogenmilieu. Dann, auf CD drei und vier, kommt die Geschichte endlich in Fahrt. Das Ende wird manchen Hörer überraschen, andere werden es bereits lange vor Ende der Lesung ahnen. Durch die starke Lesung von Reiner Schöne ein paar Stunden gute Unterhaltung für Pulp-Fans. Übrigens gibt es ein Wiedersehen mit John Blake in "Songs of Innocence", dem Nachfolgeroman aus der Feder von Richard Aleas.