Madame Giselle, eine erfolgreiche Geldverleiherin mit Kunden aus „gehobenen Kreisen", verlässt das Flugzeug nicht lebend. An Bord befinden sich in der ersten Klasse neben Hercule Poirot zehn weitere Fluggäste, zwei Stewards, eine Wespe, ein schwarz-gelb umwickelter Giftpfeil in der Nähe der Leiche und ein Blasrohr.
Zusammen mit Monsieur Fournier von der französischen Sûrité und Inspektor Japp von Scotland Yard macht sich Hercule Poirot an die Lösung des Falles und enthüllt bei der Suche nach dem Täter die Geheimnisse der Teilnehmer des Fluges, um so mögliche Tatmotive herauszufinden.
Die Story ist sehr unterhaltsam, als Hörbuch m.E. aber etwas schwieriger zu verfolgen als beispielsweise „Der Tod auf dem Nil", da die Hörer/innen gleich zu Beginn der Handlung die Gedanken der einzelnen Passagiere des Fluges erfahren und kurz nach Entdeckung der Leiche, was sich im Einzelnen im Handgepäck der Fluggäste befand.
Auch wenn die Szene mit den Gedanken der Fluggäste im Grunde sehr unterhaltsam ist, ist es nicht leicht, beim ersten Hören den Überblick zu wahren, weil zu diesem Zeitpunkt die einzelnen Charaktere noch nicht eingeführt sind. (Menschen mit gutem Namensgedächtnis sind da vielleicht im Vorteil - zur Not hilft natürlich auch das Booklet.) Gleiches gilt für die Zuordnung des durchsuchten Handgepäcks.
Dem Hörgenuss tut das allerdings keinen Abbruch, denn da Rainer Bock ein grandioser Vorleser ist, wäre es ohnehin schade, wenn man sich die Lesung nur einmal anhören würde. Zudem bestechen die Krimis von Agatha Christie nicht ausschließlich durch die spannende Frage nach dem Täter, sondern mindestens ebenso sehr durch die faszinierende Konstruktion des Tathergangs, der möglichen Verdachtsmomente und der verwobenen Interessenlage aller Beteiligten, von denen selbstverständlich nicht nur eine Person ein mögliches Motiv hat.