Bernd Lohse ist Pfarrer. In Norddeutschland, irgendwo in der Nähe von Hamburg. Zwar bringt man einige Berufsgruppen in Zusammenhang mit der Neigung, Krimis zu schreiben wie Rechtsanwälte, Ärzte, Psychologen etc. Das jedoch ein Kirchenmitglied einen Krimi schreibt, ist da schon eher die Ausnahme von der Regel.
Und mit dieser Ausnahme haben wir es hier zu tun. Bernd Lohses Stärke liegt in der präzisen Ausarbeitung der Charakttere, weniger in den bildlichen Beschreibungen der Natur. Sehr gut versteht er es, seinen Protagonisten Leben einzuhauchen, so dass der Hörer keine Mühe hat, sich ins Geschehen einbezogen zu fühlen.
In "Tod in den Lofoten" behandelt er mehrere Themen. Zum einen das der sexuellen Abhängigkeit auch dann, wenn es keine oder nur noch geringe emotionalle Bindung an den Partner gibt. Desweiteren die Unfähigkeit des Menschen, Probleme zu lösen ausser auf die beiden meistverbreiteten, allerdings auch ungeeignesten Methoden: Gewalt und Flucht.
Gelesen wird das Hörbuch von Barbara Auer. Mit den bravourös eingesetzten Nuancierungen ihrer Stimme verleiht Barbara Auer gerade Ellen, die im Laufe des Plots wechselnden Stimmungen ausgesetzt ist, immer die richtige Klangfarbe. Im Vergleich zur Printausgabe hat damit die Hörbuchversion klar die Nase vorne und ist unbedingt vorzuziehen.