Eine Gruppe von zwölf Mönchen und Nonnen macht sich im Jahre 666 von Irland
mit einem Segelschiff auf den Weg nach Spanien, um zum Grab des heiligen
Jakobus zu pilgern. Kaum einer macht sich Gedanken, daß nur elf Pilger das
Schiff betreten. Nach einem schweren Sturm ist plötzlich die Nonne Muirgel,
die bis dahin ihre Kajüte nicht verlassen hat, spurlos verschwunden. Ist
sie über Bord gegangen - oder wurde sie gestoßen? Die Meinungen darüber sind
geteilt. Rätselhaft wird die Sache, als sie - noch lebend - mit soeben
durchschnittener Kehle aufgefunden wird.
Schwester Fidelma, tapfere und kluge Hauptperson die Geschichte und mit
Ermittlungen dieser Art betraut, bekommt vom Kapitän die Aufgabe, den Mord
aufzuklären. Im Laufe ihrer Gespräche mit ihren Mitreisenden findet sie
heraus, daß kaum einer ihrer vermeintlich frommen Bründern und Schwestern
nach den Regeln der Kirche lebt, fast jeder der Gruppe ist in sexuelle
Affären, Neid und Eifersüchteleien verstrickt, und ein Mörder befindet sich
auch darunter, und bald muß Schwester Fidelma selbst num ihr Leben fürchten.
Doch damit nicht genug, müssen sich Besetzung und Passagiere noch mit
Unwettern und Piraten herumschlagen. Außerden begegnet Fidelma ihrer
Jugendliebe Cian wieder, einst Krieger und Schürzenjäger, jetzt in Mönchskutte.
Die Sache wird komplizierter, als die Besatzung einen Schiffsbrüchigen an
Bord nimmt - und dieser Cian als Schlächter identifiziert. Und jedes Mal,
wenn Fidelma glaubt, einen Schritt weiter gekommen zu sein, wird ihr Zeuge
das nächste Opfer des geheimnisvollen Mörders.
Meine anfängliche Befürchtung, der Handlung schon alleine deshalb nicht folgen
zu können, weil ich mir die ganzen gälischen Namen nicht merken kann, erfüllte
sich nicht, der der Autor die Personen gut einführte, außerdem ist die
Beschreibung der Schiffsatmosphäre gut gelungen. Anders hingegen verhält es
sich mit der Geographie, wo der Autor überwiegend die alten Namen benutzt und
die abgedruckte Karte insofern völlig unbrauchbar ist, da sie wohl nur
Fidelmas Welt aus anderen Romanen zeigt, nicht aber die Reise. Insgesamt ein
spannender und sehr verwobener "Whodunnit", dem man allenfalls vorwerfen kann,
daß der Leser keine Chance hat, der Hauptperson die berühmte Nasenlänge
voraus zu sein.