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Tod auf Kredit
 
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Tod auf Kredit [Taschenbuch]

Louis-Ferdinand Céline , Werner Bökenkamp
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 704 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 2 (3. Januar 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499238470
  • ISBN-13: 978-3499238475
  • Originaltitel: Mort á crédit
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,6 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 125.532 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Céline ist ein poetischer Filou. (Verena Auffermann im Focus )

Kurzbeschreibung

Célines Sprache übt eine Faszination aus, der man sich nicht entziehen kann Der junge Ferdinand erlebt um die Jahrhundertwende „fast eine Kindheit“ in einer stickigen Pariser Passage, wo die kranke Mutter ein kleines Modegeschäft führt. Der Vater ist ein cholerischer Versicherungsangestellter, der seinen Sohn für einen Versager hält. Als Ferdinand keine Arbeit findet, wird er nach England geschickt. Doch auch dort ist ihm kein Glück beschieden. Zurück in Paris scheint alles verloren, bis ein kleines Wunder geschieht. „Céline ist ein poetischer Filou.“ (Verena Auffermann im Focus)

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die Zeit heilt nicht immer alle Wunden, 15. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Tod auf Kredit (Taschenbuch)
Nachdem mich Celine mit "Die Reise ans Ende der Nacht" mehr als nur begeisterte, habe ich mich überschwänglich an sein 2. großes Werk gemacht.

Erzählt wird in ihm die stark autobiographisch geprägte Adoleszentgeschichte des jungen Ferdinad bis zu seinem freiwilligen Millitäreintritt. Im Rückblick lässt Ferdinand die Schrecken seiner von bitterer Armut geprägten, verkorksten Kindheit, den Kampf gegen seine halbverrückte Verwandschaft und andere Übelnisse seines Erwachsenwerdens revauepassieren.

In der Geschichte jagt der junge Ferdinand von den Skurilitäten seiner Kindheit, über die Wirren seine Schulzeit, bis zu seinem andauernden Scheitern an verschiedenen Lehrstellen ins Erwachsenenleben.

Nachdem er nach einer wilden Prügelei mit seinem tyrannischen Vater ganz auf der Straße landet, verschlägt es ihn zu einem betrügerischen Tausendsasser, der ihn nach vielen verqueerten Eskapaden allein auf der Welt zurücklässt.

Verglichen mit der "Reise" wirkt die Sprache hier noch härter, der Spott noch beißender und die Realität der Handlung noch unwirklicher. Celine tobt noch wilder durch die Schrecken seiner Vergangenheit und versprüht Bosheit nach Karrikaturen seiner früheren Peiniger!

Der Witz und der Sarkasmus seiner Sprachmittel sind malwieder überwältigend, ohne jedoch jemals platt zu werden. Lediglich am Ende lässt der Autor an seinem Helden eine naive Traurigkeit, aufgrund der Brutalität seiner Lebenswirklichkeit erkennen.

Unbeschreibliches Lesevergnügen!!!
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29 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Hypnose durch Sprache, 10. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: Tod auf Kredit (Taschenbuch)
„Tod auf Kredit", Celinés zweiter Roman, bildet die unmittelbare Vorgeschichte zu „Reise ans Ende der Nacht", beschrieben wird Kindheit und Jugend von Celinés alter ego Ferdinand Bardamu, bis zu seiner freiwilligen Meldung zur Armee am Vorabend des Ersten Weltkriegs; man konnte sich ja schon nach Lektüre des Erstwerkes denken, dass der Autor als Kind einiges mitgemacht haben muss, und der erwartungsvolle Leser wird nicht enttäuscht.

Der junge Ferdinand wächst als Sohn des cholerischen Beamten Auguste, der immer noch seinen gescheiterten Träumen von der Marine nachtrauert, und der nachsichtigen und schwachen Clemencé auf; die Eltern betreiben zusammen eine Zierschneiderei in einem Pariser Armenviertel. Sowohl Mutter, als auch Sohn haben die gewalttätigen Wutausbrüche des Vaters zu ertragen, die Spannung in der kleinen Wohnung nimmt von Jahr zu Jahr zu.
Ferdinand erlebt Armut und häusliche Gewalt, scheitert sowohl in der Schule als auch bei der Berufssuche und wird von den verzweifelten Eltern schliesslich auf ein Internat in England geschickt. Doch auch Großbritannien erweist sich nicht als die rettende Insel für Ferdinand, wird er durch die strenge Behandlung von Lehrern und Mitschülern lediglich in seiner einzelgängerischen, misstrauischen Einstellung bestätigt, und kehrt schlussendlich ohne einen vollständigen Satz Englisch nach Paris zurück.
Nachdem Ferdinand seinen Vater in einer heftigen Auseinandersetzung über diese Enttäuschung beinahe umbringt, ergreifen die Eltern eine letzte Maßnahme, und schicken Ferdinand schliesslich zu einem wohlwollenden Onkel, der garantiert, ihm einen sicheren Job vermitteln zu können. Und so landet Ferdinand schliesslich bei dem verschrobenen Erfinder und Visionär De Courtial, dessen Sekretär und Lehrling er wird.
Was Ferdinand mit diesem (zu recht) verkannten Genie erlebt, die verschiedenen Projekte zur Weltverbesserung, die alle getestet werden müssen, sowie die ewige Suche nach einem Wohltäter, der dem Erfinder zum Durchbruch verhelfen kann, machen den zweiten Teil des Romans aus.

Die unzusammenhängende Erzählweise, die schon in „Reise ans Ende der Nacht" auffiel, wird in diesem Roman noch um ein vielfaches gesteigert, der Autor setzt sich über jede Regel von Satzbau oder Interpunktion hinweg, verbindet seine Satzfragmente nur durch Bindestriche, aber erschafft gerade dadurch eine unglaubliche Intensität.
Die Armut und das menschliche Elend, das Celiné in seiner Kindheit erlebt hat, muss in seinem Geist wirkliche Furchen gezogen haben, anders ist eine derartige Sprachgewalt nicht zu erklären. Seine Beschreibungen des muffigen Ladens der Eltern, eines verdreckten britischen Vororts, des schlechten Essens des Internats, sind derart zum Greifen echt, dass man beim Lesen schlichtweg alles um sich herum vergisst.
Man kann buchstäblich bei jedem beliebigen Absatz anfangen zu lesen, und wird doch jedesmal von dem unwiderstehlichen Sog der Sprache gepackt. Das ganze Buch gleicht einer Lawine aus Wut, Verzweiflung, Angst, Gewalt, Immoralität und Pornographie, die den unvorbereiteten Leser erbarmungslos mit sich fortreisst.

Der entscheidende Unterschied zu „Reise ans Ende der Nacht" besteht jedoch darin, dass Ferdinand trotz all dem Elend, das er erlebt, niemals seinen Humor verliert. Die rückblickende Erzählweise bleibt von Anfang bis zum Ende zynisch und sarkastisch und die beschriebenen Erlebnisse komisch-grotesk, der junge Ferdinand ist scheinbar noch weit von den Gedanken und Reflexionen entfernt, die „Reise ans Ende der Nacht" immer eine Spur von Melancholie und Tragik gaben, und die man hier ein klein wenig vermisst.
Welches von den beiden Büchern das bessere ist, ich möchte mir kein Urteil anmaßen, muss jeder für sich selbst entscheiden. Dass „Tod auf Kredit" ein erstklassiger Roman ist, steht jedenfalls nicht zur Debatte..

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