Der Roman "Tod am Leuchtturm" ist kein direkter historischer Roman, denn er spielt ziemlich genau zur Hälfte kurz nach dem 2. Weltkrieg und die andere Hälfte spielt in der Gegenwart.
40 Jahre nach der Befreiung Hollands liest Peter van Galen immer wieder Berichte aus jener Zeit in der Zeitung und wird dadurch an eine unangenehme Episode in seiner Jugendzeit erinnert, die er eigentlich verdrängt hatte. Zwei seiner engsten Freunde sind damals ums Leben gekommen und bis heute ist diese Sache nie ganz aufgeklärt worden. Van Galen ahnt, dass er etwas mit diesen tragischen Vorfällen zu tun hat, aber er kann sich einfach nicht mehr daran erinnern. Aber jetzt will er die Geschehnisse endlich aufklären. Er macht die restlichen Freunde aus der damaligen Clique ausfindig und trifft sich mit ihnen. Er merkt, dass auch diese von den damaligen schrecklichen Ereignissen immer noch gezeichnet sind, er reisst alte Wunden auf, aber am Ende muss er erkennen, dass auch er mitschuldig war an dem Drama, dem damals zwei junge Menschen zum Opfer fielen.
Der Roman hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Erstens, weil er in einem glasklaren Stil, ohne Verschnörkelungen, geschrieben ist, etwas, dass ich auch an den oben genannten Autoren sehr schätze. Dann wollte ich natürlich wissen, was damals geschehen war. Appel versteht es durch die Zeitsprünge, ein Kapitel spielt in der Vergangenheit, das nächste in der Gegenwart, ganz hervorragend die Spannung aufrecht zu erhalten.
Genauso spannend ist es zu sehen, wie sich das Leben der Hauptfigur in der Gegenwart durch seine Nachforschungen verändert und er endlich einige Lebenslügen hinter sich läßt.
Fazit: Ein spannendes Buch, das uns viel über das Leben unserer Nachbarn damals und heute näherbringen kann.