Dieses Büchlein fand gestern beim Stadtbummel durch Köln den Weg in meinen Einkaufskorb und ich kann sagen, dass sich der Kauf wirklich gelohnt hat. Wir begleiten das unfreiwillige (und machmal eher unbeholfene) Ermittler-Duo nicht nur durch das historische Köln sondern folgen Elisabeth auf der Suche nach Gründen für einen Mord an ihrem Bruder auch für eine kurze Zeit nach London. Genauso wie die beiden Ermittler tappt auch der Leser bis kurz vor Schluss des Buches völlig im Dunkeln hinsichtlich Mord oder Selbstmord, möglicher Täter und Motive. Das sorgt dafür, dass die Spannung nie abreißt und auf keiner Seite des Buches Langeweile aufkommt. Es wird die ein oder andere falsche Fährte gelegt, bis am Ende die überraschende Lösung präsentiert wird.
Für mich war das Buch zudem wie ein Spaziergang durch Köln, da ich alle benannten Straßen sehr gut kenne. Der Autor, der in Köln geboren wurde, hat fundierte Recherche betrieben.
Ich weiß nun auch, wo das in Köln so gängige Wort Schabau (Schnaps) herkommt. Mir war bislang nicht bekannt, dass in Köln tatsächlich Weingärten betrieben wurden. Handel und Herstellung hatten zur Zeit der Hanse, die in diesem Buch eine zentrale Rolle spielt, ihre Blütezeit. Edle Tropfen gab es hier nicht, aber es reichte für die Herstellung von Aqua Sabaudum - Umgangssprachlich Schabau.
Ich finde es immer schön, wenn solche "Anekdötchen" in historischen Romanen auftauchen und man tatsächlich noch etwas davon lernen kann.
Genau der richtige Krimi, wenn man sich für ein paar Stunden gut unterhalten lassen möchte. Ich habe ihn in einem Rutsch durchgelesen.