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Aber nicht nur Gläubige zieht das fromme Treiben an, sondern auch Verbrecher, Strolche oder Mörder. Darunter sind eher liebenswerte Streuner wie Jacob, der aufgrund seiner roten Haare der Fuchs genannt wird, aber auch wahrhaft diabolische Gestalten wie der Schatten, den Reisende schon einmal gern mit dem Leibhaftigen oder einem Wolf verwechseln. Die Wege von Fuchs und Wolf kreuzen sich, was Jacob zum Verhängnis zu werden droht. Denn ausgerechnet er beobachtet, wie jemand den Dombaumeister vom Gerüst stürzt -- und verrät sich selbst dadurch, dass im selben Moment der Ast jenes Baumes bricht, auf den Jacob zum Apfelstehlen gestiegen war. Von nun an muss Jacob um sein Leben fürchten, und nicht nur das: Jeder, mit dem er spricht, stirbt eines unnatürlichen Todes ...
Berühmt geworden ist Frank Schätzing mit seinem fulminant erfolgreichen Ökothriller Der Schwarm über eine außer Kontrolle geratene Unterwasserwelt. Dabei hat der Gründer und kreative Geschäftsführer einer Kölner Werbeagentur einmal ganz klein angefangen und sich mit Lokalkrimis wie Mordshunger eher im Umfeld der Rheinmetropole einen Namen gemacht. Fast könnte man sagen: Ganz zu Recht -- gäbe es da nicht Schätzings überaus lesenswertes Krimidebüt Tod und Teufel, das, anders als Der Schwarm, nicht so sehr wegen seiner originellen Handlung besticht, sondern durch sein historisches Kolorit. Auch wenn es oft so aussieht, als hätte Schätzing die Versatzstücke moderner Krimiliteratur genommen und Ihnen einen mittelalterlichen Mantel übergeworfen: Jeder Freund historischer Romane sollte Tod und Teufel unbedingt lesen. --Isa Gerck
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
33 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Spannender, zum Nachdenken anregender historischer Roman,
Von timediver® "Geschichte - Reisen - Rezensionen" (Oberursel/Taunus, Europe) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 100 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT)
Rezension bezieht sich auf: Tod und Teufel (Gebundene Ausgabe)
"Ein unglaublicher Sumpf von Beziehungen und Abhaegigkeiten....eines Tages werden sie in Kolen ein Wort dafuer finden." (Jasper Rodenkirchen, Magister und Physikus) Der Physikus Rodenkirchen, der im Roman als Lichtgestalt von Vernunft und Aufklaerung seiner Zeit weit voraus ist, beschreibt mit wenigen Worten die Zustaende des Jahers 1260 in Deutschland im allgemeinen und der Stadt Koeln im Besonderen. Dem Tod des letzten Stauferkoenigs Konrad IV. folgte ein dreijaehriges Interregnum. Unter Zurueckdraengung der alten Stammesherzogtuemer hatte sich der Kurfuerstenstand etabliert, dem nun das Recht der Koenigswahl zukam. Da vier weltliche und drei geistliche Kurfuersten, die von den Koenigskandidaten Privilegien und politsches Mitspracherecht forderten, an einem schwachen Koenigtum interessiert waren, kam es 1257 zur Doeppelwahl Alfons von Kastillien und Richards von Cornwall.... ....einer jener kurfuerstlichen Koenigsmacher, der Erzbischof von Koeln, Konrad von Hohenstaden, unterdrueckte zur Durchsetzung seiner Herrschaft das untereinander zerstrittene koelner Stadtpatriziat, paktierte mit den aufstrebenden Zuenften der Handwerker und spielte jeden gegen jeden aus... Die von Beginn an spannende und realistische Handlung um den rothaarigen Bauernjungen Jakop und die Anfaenge des koelner Dombaues weist zwar manchmal ironische bis sarkastische Zuege auf, macht den Leser jedoch auch nachdenklich. So stellt sich u. a. die Frage, ob der von einem korrupten Klerus forcierte Dombau tatsaechlich ein "gottgefaelliges Werk" ist. Daneben werden die Perversionen der "Kreuzzuege" und anderer "heiliger Kriege", besonders die damit verbundene Verrohung und der moralische Verfall einst durchaus edel gesinnter Zeitgenossen auf drastische Weise dokumentiert. Da "der Teufel" jedoch im Detail steckt, weist der Roman leider neben einigen Anachronismen in direkter Rede seiner Akteure (z. B. Marionette, Memme, Papperlapapp, Schlamassel, Zwickmuehle) auch einige historische Fehler auf. So gab es zu jener Zeit noch keine Hexenverbrennungen und das Skunk war in Europa noch unbekannt. Im roemischen "Circus Maximus" wurde niemand den Loewen zum Frass vorgeworfen (allenfalls im Colossseum), da es sich, wie man heute noch erkennen kann, um eine Rennstrecke handelt. Ein Glossar und ein Stadtplan des 13. Jahrhunderts ergaenzen den durchaus als "hsitorisch" zu bezeichnenden Roman, der stellenweise sogar Thrillerqualitaeten vorweisen kann. Trotz (oder gerade wegen) seine Lokalkolorits kann "Tod und Teufel" auch allen Lesern empfohlen werden, die nicht aus der Domstadt stammen. Es macht Lust auf Besichtigung des gotischen Bauwerkes, sowie den "koelschen Kluengel" vor Ort, und ist mit 4 Amazonsternen zu bewerten Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
31 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Wenn da bloß der mittlere Teil nicht wäre,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Tod und Teufel: Roman (Taschenbuch)
Flott führt Schätzing in die Welt des Mittelalters ein. Die Story beginnt rasant und lässt den Leser die ersten 50 Seiten des Buches förmlich verschlingen. Doch dann - der Bruch. Der Plot müht sich mehr und mehr, die Handlung wirkt zerstückelt, nicht ganz frisch und irgendwie lustlos runtergeschrieben. Negativen Höhepunkt bilden die ermüdenden Ausführungen zur Geschichte. Man wird den Eindruck nicht los, Schätzing wollte hier recherchiertes Wissen einfach mal abladen; denn was geschichtlich für eine Roman erworben wurde, muss wohl darin untergebracht werden, auch wenn es gar nicht passt.Doch siehe da, es geht doch. Ab Seite 200 nimmt die Geschichte wieder Fahrt auf und wird besser als je zuvor. Am Ende ist der Leser dann so versöhnt, dass er trotz bescheidener gut 100 Seiten 4 Punkte vergibt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
27 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Von einem Mord und der Entstehung des Kölner Klüngels,
Von Christian von Montfort (Barcelona, Katalonien) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Tod und Teufel: Roman (Taschenbuch)
Am 10.Sep.1260 stürzte der 1.Kölner Dombaumeister, Gerhart Morart, vom Hochgerüst der Dombaustelle zu Tode. Um dieses tragische Ereignis, das nie aufgeklärt wurde, ranken sich einige Gerüchte, die von einem einfachen Fehltritt bis hin zum Leibhaftigen selbst reichen, der hier seine Hand angelegt hätte. Der Kölner Star-Autor Schätzing ("LauTlos", "Der Schwarm") hat nun wunderschön die Hintergründe und das Alltagsleben der Kölner in der damaligen Zeit recherchiert, und dann eine handfeste Intrige um diesen Vorfall gesponnen: an Gerhart Morart wurde ein politisches Attentat verübt. Und es sollte nicht der einzige Mord bleiben: es gab einen unfreiwilligen Zeugen, und jedem, dem er von der Sache erzählt, ist kurze Zeit später tot...Die Spuren der Intrige zeigen in die höchsten Kreise des damaligen Kölns, und der Leser erfährt viel über die damaligen politischen Umstände: Die Kölner und ihr ewiger Kampf gegen die machtbesessenen Erzbischöfe - der in der Schlacht von Worringen gipfelte, der "Status muri" und das berüchtigte "Stapelrecht", die Patrizier-Geschlechter und die Zünfte, schließlich die dubiose Ämter- und Steuerverteilung, die bis heute als der Kölner Klüngel bekannt ist. Diese historischen Fakten werden zwar erstaunlicherweise auch dann ruhig erklärt, wenn sich Redner und Zuhörer gerade in akuter Lebensgefahr befinden, aber interessant sind sie auf jeden Fall. Die Jagd geht dann schnell wieder weiter über den Alter Markt, Fischmarkt, durch die Gässchen, St.Martin, die Dom-Baustelle oder auch in das Lepra-Heim Melaten Richtung Aachen. Kölner werden ihre Altstadt aus einer ganz anderen Sicht sehen, aber auch für alle anderen Liebhaber historischer Romane ist es eine sauber konstruierte, realistische und spannende Geschichte mit einer Portion Lehreffekt. Viel Spaß! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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