Inhalt:
Bröker lebt seit dem Tod seiner Mutter allein in dem großen Haus und da er gut geerbt hat, besteht auch keine Notwendigkeit arbeiten zu gehen. Und so lebt er einfach in den Tag hinein. Das ändert sich jedoch schlagartig, als er in der Zeitung vom Tod seines Nachbarn liest. Obwohl der Kontakt eher oberflächlich war, fällt ihm sofort auf, dass hier etwas nicht stimmen kann. Zusammen mit dem jugendlichen Computerhacker George, den er kurzentschlossen bei sich aufnimmt, versucht er die Polizei davon zu überzeugen, dass der Tod seines Nachbarn kein Unfall sein kann. Als die Polizei die Ermittlungen aufnimmt, sind Bröker und George ihnen jedoch immer einen Schritt voraus.
Mein Eindruck:
Man sollte meinen, dass es sich bei Bröker um einen grimmigen und etwas seltsamen Kauz handelt. Er ist etwas korpulenter, liebt Arminia Bielefeld und wohnt allein. Ob er jemals eine Freundin hatte, bleibt unklar. Zwar behauptet er das, aber es scheint schon ein paar Jahre her zu sein. Zudem ist er nie von zu Hause ausgezogen, hat bis zum Tod seiner Mutter mit ihr zusammengewohnt. Er scheint schon etwas eigenwillig und seltsam zu sein. Im Laufe des Buches lernt man ihn jedoch von einer ganz anderen Seite kennen. Er ist hilfsbereit und verantwortungsbewusst. Er nimmt Gregor bei sich zu Hause auf und kümmert sich um ihn. Als er Unstimmigkeiten, beim Tod seines Nachbarn entdeckt, beginnt er Fragen zu stellen und überrascht dadurch, dass er eben nicht gleichgültig gegenüber anderen ist, wie man es vielleicht vermutet hätte. Bröker und auch Georg entsprechen so gar nicht ihren Klischees und das macht dieses Buch auch aus. Zwei Menschen, die sich anfreunden, obwohl sie gegensätzlicher fast nicht sein könnten. Von den Protagonisten her hat mich das Buch völlig überzeugt.
Die Handlung hat mich allerdings nicht vor Spannung vom Hocker gehauen. Es ist nicht so, dass ich mich beim Lesen gelangweilt hätte, aber das Buch hat mich auch nicht in seinen Bann ziehen können. Es gab ein Verbrechen und das wurde aufgeklärt- es gab kaum überraschende Wendungen oder gefährliche Situationen. Selbst das Ende hat mich nicht wirklich überraschen können. Allerdings hat mir der Schreibstil als solches gut gefallen, besonders weil er eine gute Portion Humor enthielt, ohne dabei übertrieben oder erzwungen zu wirken. Aber dieser konnte den eintönigen Handlungsverlauf leider nicht retten.
Es hat mir sehr gut gefallen, wie Bielefeld in die Erzählung eingewoben wurde - nicht übertrieben, aber schon deutlich.
Das Buch bekommt von mir 3 von 5 Sternen, wobei ich die Tendenz zu vier Sternen setzten würde, weil ich die Protagonisten sehr gut gezeichnet fand und die regionale Komponente gut integriert wurde.