Lily lebt zurückgezogen in Shakespeare, einem kleinen, bedeutungslosen Kaff. Obwohl sie das College besucht hat, arbeitet sie als Putzfrau für einige Anwohner und verbringt ihre gesamte Freizeit im Karate-Studio. Ein Job, der einem zwangsläufig viel über die Menschen beibringt. Und als sie eines Nachts den grössten Vermieter des Ortes tot im Park findet, ahnt sie nichts gutes. Sie versucht so schnell wie möglich den Mörder zu finden, ehe jemand anfängt in ihrer eigenen dunklen Vergangenheit rumzuschnüffeln, die sie um jeden Preis schützen möchte.
Gleich vorweg, hätte ich dieses Buch direkt nach dem Lesen bewertet, so wäre die Bewertung vermutlich mit 4.0 zwar gut aber nicht berauschend ausgefallen. Die Charaktere sind - typisch Harris - tiefgründig und komplex, wobei Lily ungewöhnlich düster ist, was mir aber gut gefiel. Doch der Krimiplot ist zwar okay, aber eigentlich nix besonderes. Dass dieses Buch doch noch 5 Punkte von mir bekommt liegt daran, dass es einen erstaunlichen Nachhall besitzt. Heute, drei Wochen nachdem ich das Ende gelesen habe, muss ich immer noch über die Geschichte und besonders über Lily nachdenken. Mit ihr hat Harris eine Ausnahmeheldin geschaffen, so vielschichtig und glaubhaft gezeichnet, dass sie fast dreidimensional aus der Story herausragt. So viel Echo bei einer Story ist mir die Höchstwertung wert.