Als Fan der „SPQR“-Reihe von John Maddox Roberts war ich sehr gespannt auf Danila Montanaris Buchserie über den römischen Senator Publius Aurelius, zu der auch „Tod in Olympia“ gehört. Man könnte jetzt all die Parallelen zwischen diesen beiden Buchreihen aufzählen, von denen es wirklich einige gibt, aber ich bemühe mich, „Tod in Olympia“ einfach nur als eigenes Werk zu rezensieren.
Die großen Pluspunkte von „Tod in Olympia“ sind zweifellos der Humor und die sympathischen Hauptfiguren. Neben dem römischen Senator Publius Aurelius, der nie um einen ironischen Kommentar verlegen ist und wesentlich mehr Güte und Liebenswürdigkeit an den Tag legt, als man es von einem Römer in seiner Machtposition erwarten würde, sorgt auch der gerissene Sklave Castor für viele interessante und humorvolle Momente. Diese beiden Hauptfiguren und auch ihre Beziehung zueinander, die eher einer Freundschaft, als einem Herren-Sklaven-Verhältnis gleicht, wissen absolut zu überzeugen.
Obwohl der Roman überwiegend aus der Perspektive von Publius Aurelius geschrieben ist, werden auch immer wieder die Gedanken der Nebenfiguren eingestreut, was ein recht gelungener Kunstgriff ist. Auch die Beschreibung der Olympischen Spiele, der Wettkämpfe und Feste, ist sehr lebendig und bietet selbst den nicht so geschichtsversierten Lesern die Möglichkeit, sich das antike Olympia sehr gut vorzustellen.
Doch leider offenbart der Roman auch einige Schwächen. Der Kriminalfall ist zwar spannend, wird aber leider oft ein wenig vernachlässigt. Die Autorin verliert sich manchmal etwas zu sehr in Nebenhandlungen und Beschreibungen, wodurch das Erzähltempo verschleppt wird. Auch die Lösungen der Rätsel kommen teilweise etwas abrupt und sind für den Leser daher nicht immer ganz nachvollziehbar.
Fazit: „Tod in Olympia“ ist ein unterhaltsamer Historienroman mit sympathischen Hauptfiguren, der aber manchmal das Ziel zu sehr aus den Augen verliert und ein langsames Erzähltempo an den Tag legt.