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Tod und Nachtigallen
 
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Tod und Nachtigallen [Gebundene Ausgabe]

Eugene McCabe , Hans-Christian Oeser
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 296 Seiten
  • Verlag: Steidl (März 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 386930233X
  • ISBN-13: 978-3869302331
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 13,6 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 122.181 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Dieser Roman ist eine Trouvaille – eine unvermutete literarische Entdeckung, ein literarisches Fundstück von Feinsten. (...) Eugene McCabe erzählt seinen Roman in knapper und konziser Fasson, die Figuren-Konstellation ist bedrängend intensiv, bis zur letzten Seite wird der Leser in Spannung gehalten, in völliger Ungewissheit, wie dieser Konflikt sich lösen lassen könnte. Dass am Schluss ein vollkommen vergiftetes Happyend dabei herauskommen könnte, das ist die letzte, schaudern machende Wendung eines fabelhaften Romans." Sigrid Löffler --RBB, 11.4.2011

„Ein archaisches Meisterwerk voll düsterer Schönheit.“ --Bernd Melichar, Kleine Zeitung, 11.6.2011

„Brillant geschrieben und so intensiv, dass man die üppige Moorlandschaft des Nordens riechen kann. Einziger Wermutstropfen: Es sind nur knapp 300 Seiten…“ --Wienerin, Juni 2011

„Ein Buch wie ein Axthieb, wie eine irische Sage, wie ein Stück von William Butler Yeats, eindringlich, unbarmherzig. Konsequent." --Jürgen Walla, Kommune Juni/Juli 2011

„Zwei Jahrzehnte nach dem englischen Original ist Eugene McCabes großartiger Roman endlich auf Deutsch erschienen. Das Warten hat sich gelohnt.“ --Süddeutsche Zeitung, 4.8.2011

„Ein starker, stimmungsvoller, meisterlich erzählter Roman, der die Qualitäten eines Thrillers mit denen des symbolischen Erzählens verbindet, als gehörten sie ganz selbstverständlich zusammen. … Eine Literatur, die spektakulär und berührend, hart und tröstlich, wunderschön und gnadenlos ist, ganz wie die Natur selbst.“ --Deutschlandradio Kultur, 8.8.2011

„McCabe entwickelt die Abgründe familiärer Verhältnisse noch raffinierter als William Trevor, ist in der Psychologie der Figurenzeichnung beherzter als Colm Tóibín und verknüpft die Impulse von Liebe und Hass ebenso virtuos wie John Banville.“ --Neue Zürcher Zeitung, 16.8.2011

Kurzbeschreibung

Billy Winters, protestantischer Grundbesitzer in der nordirischen Grafschaft Fermanagh, war reichlich betrunken und sehr zornig, als er
seiner Frau eröffnete, dass er ihrer Tochter Beth auf keinen Fall etwas vererben wird. Steinbruch, Pachten, Farmland und ein erheblicher
Goldschatz sollten dem katholischen Kuckuckskind nicht in die Hände fallen. Hat er nicht genug für das Mädchen getan? Ihr ein Dach über
dem Kopf und zu essen gegeben? Jahre später beschließt Beth, den Hof zu verlassen. Sie hat genug davon, Billys Dienstmagd zu sein, hat
genug von den Wutanfällen und der mehr als väterlichen Zuneigung. An ihrem Geburtstag will sie mit seinem Gold und ihrem Geliebten
durchbrennen. Doch der Mann, dem sie ihr Leben und das ihres ungeborenen Kindes anvertraut, ist ein skrupelloser Verbrecher.
Eugene McCabes spannender und bewegender Roman spielt an einem einzigen Tag des Jahres 1883. Mit beeindruckender sprachlicher
Intensität beschwört er den Zauber und Schrecken einer Landschaft voll Moor und Mädesüß für den einen das Paradies, für den anderen
die Hölle. Alter Hass, alte und neue Verbrechen haben sich tief in die Seelen der Menschen eingeschrieben und Liebe ohne Verrat
scheint unmöglich.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Detlef.H.
Eugene McCabes Tod und Nachtigallen kann ich wärmstens empfehlen.Beth die Heldin dieses Romans hat es wahrlich nicht leicht in ihrem Leben.Nicht nur das ihre Mutter früh durch einen furchtbaren Schicksalsschlag gestorben ist,nein sie wird auch von ihrem Stiefvater,wenn dieser gerade im Whiskyrausch ist,geschlagen und mißhandelt.Sie trotzt allen Widernissen und richtet sich ein in ihrem von der täglichen Arbeit geprägtem Landleben.Sie könnte es sogar lieben dieses Leben ,wenn nicht die Unberechenbarkeit ihres Stiefvaters Billy Winters wäre,mit dem sie eine Haßliebe verbindet.
Eines Tages lernt sie den zwielichtigen Pächter Ward kennen,in den sie sich verliebt und mit ihm und dem im Safe liegenden Gold Billys das Land verlassen will, um woanders ein neues Leben zu beginnen.
Wie so oft im Leben kommt es aber anders als man denkt.Kurz vor dem vereinbartem Treffen mit Ward,kommt sie hinter seine perfiden Absichten.Es beginnt ein spannendes Finale in dem Beth ihre ganze Stärke offenbart.
Mich hat neben der genauen Mensch und Landschaftsbeschreibung,vor allen Dingen die starke Persönlichkeit Beths und der innerlich zerrissene Billy fasziniert.
Beth hätte so gerne Ward geliebt und vertraut und ein einfaches Leben mit ihm geführt,als alles von einem Moment auf den anderen ganz anders verläuft,korrigiert sie dieses Bild der glückseligen Träumerei,hält kurz inne,weint und macht das was sie machen muß.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
'Das letzte Mal sind Sie hereingekommen, haben sich auf mein Bett gesetzt, mich auf unväterliche Art geküsst und dann etwas gesagt, das ich lieber nicht wiederholen möchte'.

Elizabeth Winter hat es nicht leicht. Gerade nicht mit dem Adressaten Ihrer Worte, Billy Winter.
Ihr offizieller Vater. Doch jener Billy hat es nicht versäumt, an allen Orten herum zu erzählen, dass seine verstorbene Frau, die Mutter jener Elizabeth, genannt Beth, von jemand anderem bereits schwanger war, nicht von ihm. Und das jene Beth auf keinen Fall etwas zu erwarten hätte von ihm, vor weniger noch ein Erbe.
Eindeutig böse und hasserfüllt aber ist er auch wiederum nicht, jener Billy Winter, erfolgreicher Händler und gewiefter 'Beziehungsknüpfer'.

'Lass uns ein anderes Mal reden, ich mach es wieder gut', ist seine Replik auf den Anwurf durch Beth just an ihrem 25. Geburtstag, an diesem sonnigen Tag im Frühling 1883 in Irland. Durchaus zu schätzen zumindest weiß jener Billy seine Beth nämlich, wenn er im nüchternen Normalzustand ist. Ganz abgesehen von der unterschwelligen erotischen Anziehungskraft, welche die junge Frau auf ihn ausübt. Im 'Normalzustand' allerdings ist er nicht oft.
Der Malt Whiskey rinnt eifrig durch seine Kehle, mit Folgen. Folgen, die seine gewalttätige Natur freisetzen, die seine Verletzung durch seine Freu und dieses 'Bastard Kind' ungeschmälert Raum finden lässt.

Alles in allem, Beth würde diesen Billy Winter wesentlich lieber tot als lebendig sehen und hat für ihr Leben im 'familiären Käfig' bereits einen Fluchtplan entwickelt. Billy hat ihr seinen Safe gezeigt. Und öfter versucht, einen Mann für Beth zu finden, doch niemand scheint gut genug in den Augen seiner Tochter. Doch auch hier täuscht sich Billy. Beth hat durchaus einen Mann gefunden. Heimlich. Und sie weiß, wo die Schlüssel zum Safe verwahrt sind. Und sie weiß, wie ohnmächtig ihr Vater nach reichlich Alkohol ins Bett sinkt.

Das alles wird sie ausnutzen, die Schlüssel nehmen, die kanadischen Goldmünzen aus dem Safe entwenden und mit Liam, ihrem heimlichen Geliebten, ein neues Leben beginnen. Weit weg, dorthin, wo Billy sie nicht finden wird.
Soweit der Plan. Doch nicht nur Billy lebt ein auf sich bezogenes Leben, auch in Liam täuscht sich Elizabeth, wie sie schmerzhaft erfahren wird.

Ein einzelner Tag ist es, den Eugene MacCabe schildert. Ein Tag, der es nicht nur von den äußeren Ereignissen her in sich hat.
Die große Stärke MacCabes ist es, die inneren Vorgänge seiner Figuren zu beschreiben, die Lebensgeschichten zu erzählen, die Erinnerungen der Figuren in klarer, bildhafter, in Teilen fast poetischer Sprache offen zu legen und somit all die Ereignisse der Vergangenheit, welche die Verhältnisse hervorgerufen haben, mitzuteilen.
Ebenso klar und fast mit spielerischer Leichtigkeit gelingt ihm eine präzise Charakterisierung der Personen. Wie er den Kantor der Gemeinde in seinen Motiven, seinen tiefliegenden, grausamen Gefühlen, seinen Ränkeschmieden und seinen idealistischen Zielen in wenigen Sätzen darzustellen vermag, das hat Klasse. Wie die Personen in ihrer Vielfalt sich darstellen und wie sie miteinander verwoben sind, Eugene MacCabe gelingt es, ein komplexes Bild zu entwerfen von fast unentrinnbar aneinander haftenden Fäden, allseits dennoch verbunden mit der Hoffnung auf ein anderes, besseres Leben, auf Veränderung.

Eine Hoffnung, welche die Figuren auch auf das äußere Leben bezogen in sich tragen. Der Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken, zwischen irischer Freiheit und britischer Herrschaft in den Tagen vor der Trennung des Landes, spielt in allem, was geschieht, eine tragende Rolle. Auch dies bettet MacCabe sorgsam in den Ablauf der Ereignisse ein und schafft so ein düsteres und bedrückendes Bild innerlich und äußerlich unfrei lebender Menschen auf allen Seiten.

Ganz wie nebenher gelingt MaCabe zudem noch der Aufbau einer hohen Spannung. Seitenweise fiebert der Leser mit, ob es Beth gelingen wird, dieser Fron zu entkommen und ebenso undurchsichtig und unvorhersehbar bleibt der Roman bis fast ganz zum Schluss. Mit einem fulminanten und überraschenden Ende.

Dieser schon ältere Romane bildet inhaltlich wie literarisch einen großen Wurf und hat es verdient, nun wiederum intensiv wahrgenommen zu werden.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die Rahmenhandlung zu diesem archaischen Familiendrama bildet das irische Moor, eine herbe Landschaft und Menschen, die in einer gewissen Gefühlsstarre verharren. Die politische Verfassung 1883 in Irland zeigt sich in Grenzstreitigkeiten, Religionskontroversen zwischen Protestanten, Katholiken und politischer Gegnerschaft beider Seiten, die sich in brutalen Übergriffen manifestiert.

Elizabeth Winters ist die Protagonistin, die sich nach dem Tod der Mutter dem störrischen, eigenbrötlerischen und häufig betrunkenen und gewalttätigen protestantischen Vater Billie Winters ausgesetzt sieht. Zu allem Übel bestreitet er seine Vaterschaft für sie und bezichtigt seine verstorbene katholische Frau, ihm ein Kuckucksei ins Nest gelegt zu haben. Er weigert sich großspurig, Beth je etwas vererben zu wollen.

Die Erzählung nimmt ihren Lauf, und die unterschiedlichsten Charaktere bevölkern das Dorf und die öden Farmen. Die tölpelhafte Sprache und Schilderungen von primitiven Gebäuden mit ihren Holzöfen und dem bedürfnislosen Interieur zusammen mit dem Vieh in den Ställen zeigen eine Lebensform, die fern heutiger zivilisatorischer Errungenschaften auskommen musste. 1883 gab es weder Internet, Telefon noch sonstige Kommunikationsmöglichkeiten geschweige denn sanitäre Anlagen heutiger Provenienz. Beth sucht sich in ihrer emotionalen Not mit dem radikalen und brutalen Vater einen falschen Liebhaber. Dieser heckt ein Verbrechen aus, das zu dem Perfidesten gehört, was man sich vorstellen kann. Liam Ward, ihr Liebhaber, gehört zu einer ganz gemeinen Sorte von Verbrechern, was Beth zu spät entdeckt. Geld, Gier und Selbstsucht sind die Charaktereigenschaften dieses Wüstlings.

Eugen MacCabe ist ein gekonnter Visionär. Mit dieser Begabung vermag er sich in eine Vergangenheit zu versetzen, in der jeder mit seinen Emotionen alleine blieb, und folgerichtig die Gewalt das Mittel der Wahl zur Kommunikation blieb. In diesem Klima wächst überall Misstrauen, Argwohn und rudimentäre archaische Gewalt.
Beth beschließt an ihrem 25. Geburtstag zu fliehen, um den Attacken des cholerischen Vaters und seinen nicht immer züchtigen Annäherungsversuchen zu entgehen. Sie ist hübsch, fleißig und tatkräftig. Doch ihr Fluchtplan misslingt und die Geschichte nimmt ihren tragischen Verlauf.

Nicht ganz leicht verdaulich zeigt dieser Roman ein Zeitbild im fernen Irland, das eher in Grautönen gehalten ist. Daneben gibt es jedoch Landschaftsbeschreibungen, die sich in ihrer vielfarbigen Schönheit wunderbar in das Geschehen einfügen. In sich geschlossen und gleichbleibend in der Stimmung bleibt sich McCabe bis zuletzt treu: er zeigt eine Gesellschaft von konstanter Härte und egoistischer Selbstsucht, die von Rachegedanken durchdrungen ist. Überzeugend und ehrlich wird hier nichts beschönigt. Man kann nur überleben, wenn man sich den gleichen Geist und die gleiche Härte zulegt, die hier ein jeder praktiziert.

Laut John Banville hat sich McCabe mit diesem einzigen Roman "in die vorderste Reihe irischer Gegenwartsautoren geschrieben'. Dem kann man uneingeschränkt zustimmen.
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