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Wie viel des historischen Teils der Geschichte über Wolframhandel und -schmuggel und dem Thema "Nazi-Gold" nachweisbaren Fakten entspricht, vermag ich nicht zu sagen. Jedoch verleiht dieser Handlungsstrang der Geschichte ihren Reiz. Überhaupt ist es gerade der historische Hintergrund (wie wenig wissen wir über das Salazar-Regime), der diesen Roman von anderen wohltuend unterscheidet.
Es ist jedenfalls erfreulich, eine weitere Alternative zu der grassierenden (und teilweise bestialischen) Skandinavien-Krimiwelle zu haben, wenngleich auch dieses Buch einen schauderhaften Blick in die Abgründe menschlichen Tuns frei gibt - nur wirkt das Ganze angesichts des bekannten Gräuel nationalsozialistischer Pöbel-Herrschaft nachvollziehbarer. Dennoch oder gerade deshalb keine leichte Kost für sensible Leser.
Recht haben einige Rezensenten auch darin, dass die Geschichte (besonders zum Ende hin) doch recht komplex (konstruiert wäre ein weiterer Begriff) wird und der Leser Schwierigkeiten hat, den Zusammenhang zwischen den einzelnen Handelnden noch nachvollziehen zu können. Deshalb "nur" vier Sterne eines ansonsten höchst spannenden (Kriminal-) Romans.
Der SS-Mann Felsen soll in Portugal das kriegswichtige Metall Wolfram aufkaufen. Er gründet mit einem weiteren SS-ler und einem skrupellosen portugiesischen Komplizen eine Bank, über die Nazi-Gold nach Portugal gebracht wird. Er lädt schwere Schuld auf sich, lebt aber nach Kriegsende zunächst lange Jahre im Portugal Salazars ein sorgenfreies Leben im Wohlstand. Aber nicht auf Dauer.....
Im Portugal der 90er-Jahre liegt ein 15jähriges Mädchen ermordet an einem Strand. Komissar Coelho läßt sich von politisch motivierter Intervention seines Vorgesetzten von der Suche nach der Wahrheit nicht abhalten und stellt bald fest, dass das Mädchen aus "besseren Kreisen" in einem Klima von Beziehungskälte aufgewachsen ist und aus Lebensekel und aus Abscheu vor ihrer Familie ein ausgesprochen reges Sexualleben führte....
Nein, wie das Ganze zusammenhängt wird hier nicht verraten.
Wilson gelingt es, alle Hauptfiguren charakterlich gut zu umschreiben und mit der notwendigen Individualität zu versehen. En passent erhält der Leser noch einen Abriss in portugiesischer Geschichte von der Zeit Salazars über die Nelkenrevolution bis in die Jetztzeit hinein (wobei mit der im Buch beschriebenen Ermordung General Machedos wohl die des Generals Delgado angesprochen sein soll).
Auch sprachlich vermag das Buch in der deutschen Übersetzung voll zu überzeugen.
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