»Tod im Englischen Garten« ist Heidi Rehns zweiter historischer Kriminalroman, in dem Polizeikommissar Severin Thiel ermittelt.
Im Jahr 1872 meldet die junge Sophie Heym ihren Verlobten bei der Münchener Gendarmerie als vermisst. Die Leiche des jungen Mannes wird kurz darauf im Englischen Garten in München gefunden. Er wurde erschlagen und ausgeraubt, wie schon drei andere Opfer kurz zuvor.
Polizeikommissar Severin Thiel vermutet einen Zusammenhang mit drei anderen ungeklärten Mordfällen der letzten Monate, bei denen es sich ausnahmslos um junge, alleinstehende Männer handelte. Aus ganz persönlichen Motiven versucht auch Thiels Gefährtin, eine Frauenrechtlerin, bald schon, dem Mörder auf die Spur zu kommen.
Die Ermittlungen führen Severin Thiel zu Adele Spitzeder, einer ehemaligen Hofschauspielerin und Mitbegründerin der »Dachauer Bank«.
Mit ungewöhnlich hohen Zinsen und fragwürdigen Methoden lockt sie besonders die »kleinen« Leute an, die ihre Hoffnung darauf setzten, so am Wirtschaftsboom der Gründerzeit profitieren zu können. Sophie Heyms Verlobter hatte vor seinem Tode ebenfalls eine größere Geldsumme von dieser Bank erhalten. Für die schwangere Sophie, die ihren Zustand bisher vor der Familie geheim gehalten hatte, ist der Tod ihres Verlobten ein harter Schlag. Aus Angst vor ihrer Familie flüchtet sich die junge Frau ausgerechnet zu Adele Spitzeder. Da gibt es einen weiteren Todesfall.
Heidi Rehn führt den Leser engagiert in eine andere Zeit. Sie versteht es gekonnt, die Andersartigkeit dieses Zeitabschnitts durch die Themen, die Sprache und die Charaktere des Buches zu vermitteln. Die Menschen dieser Zeit werden durch das Buch lebendig, alles wirkt echt und stimmig. Ein wunderbar recherchiertes und aufbereitetes Buch, das einer breiten Leserschaft zugänglich ist. Ein durchweg gelungenes Buch.