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Kriminalinspektor Mock, der über die Machenschaften in Breslauer Kreisen bestens informiert ist, zweifelt an den offiziellen Darstellungen. Als ihm aus Berlin der junge Kriminalassistent Herbert Anwaldt geschickt wird, der sich nach seinen alkoholischen Eskapaden in Breslau bewähren soll, setzt Mock diesen noch einmal auf den Fall an. Doch Anwaldt rührt zu tief im Breslauer Sumpf. Ohne es zu wissen, hat er mehr mit dem Fall zu tun, als er auch nur ahnen kann.
Marek Krajewskis düstere Story um Geheimsekten und korrupte Nazi-Extremisten kurz vor der endgültigen Machtergreifung erinnert im besten Sinne an Philip Kerrs Berlin-Noir-Trilogie oder Ingmar Bergmanns Film Das Schlangenei. Mit dem Kriminalinspektor Eberhard Mock hat er eine urtümliche und viel versprechende Polizistenfigur geschaffen. Mock hat das Zeug zum Klassiker: Er wirkt sehr barock, schlitzohrig und abgeklärt, mitten in der fein gezeichneten Breslauer Welt der 30er-Jahre. Krajewskis Darstellung seiner Hauptfigur ist dabei durchaus ambivalent: Der Kriminalinspektor hat sich mit der Mitgliedschaft bei der Breslauer Freimaurerloge seine Karriere erkämpft, die er zum Zeitpunkt der Handlung gegen die mächtiger werdenden Nazis verteidigen muss. Mock kann sehr hart sein, schreckt bei bestimmten Delinquenten nicht einmal vor Folter zurück, und zeigt auch leicht antisemitische Züge.
Tod in Breslau ist in vielerlei Hinsicht ungewöhnlich. Polnische Krimiautoren sind selten, und Marek Krajewski zeichnet nicht nur ein spannendes Porträt vom Breslau der 30er-Jahre, sondern liefert zugleich ein starkes und versiertes Krimidebüt! --Christian Koch
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
eine Perle im Meer der Krimi-Literatur,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Tod in Breslau. (Taschenbuch)
Ob der Lektor des Taschenbuchverlages weiß, dass er eine Perle unter seinen Autoren hat? Wohl kaum, denn sonst hätte der Verlag die drei weiteren Bücher von Krajewski schon herausgebracht oder deren Erscheinen wenigstens angekündigt. Hier stimmt einfach alles: jedes Wort, jeder Satz, jede Beschreibung, jede Szene. Man müßte Polnisch können, um herauszufinden, ob das Werk im Original auch so stimmig ist wie in der deutschen Fassung. Ein Dankeschön an den Autor und an den Übersetzer! Glückliches Polen, einen solchen Schriftsteller zu haben!
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Okkultismus, Sex und Mord,
Von
Rezension bezieht sich auf: Tod in Breslau. (Taschenbuch)
Eberhard Mock, Kriminalrat und später Kriminaldirektor der Breslauer Kriminalpolizei, ist ein karrierebewußter Mann, der nach Hitlers Machtergreifung gezwungen ist seine Fahne nach dem neuen politischen Wind zu richten. So ist er auch mal bereit einen unschuldigen jüdischen Geschäftsmann wegen Mordes zu beschuldigen, weil dies die Gestapo in ihren propagandistischen Plänen unterstützt. Zudem setzt Mock alles daran seine angestrebten Ziele zu erreichen und schreckt dabei selbst vor Hilfsmitteln nicht zurück, die eigentlich für einen Polizeibeamten absolut tabu sein müßten.Auch Mocks neuer Mitarbeiter, gerade aus Berlin nach Breslau versetzt, Kriminalassistent Herbert Anwaldt steht seinem Chef, wenn es um die Anwendung gesetzeswidriger Methoden zur Aufklärung eines Verbrechens geht in nichts nach. Der alkoholkranke Anwaldt hat zudem erhebliche private Probleme, die ihn in einem so großen Umfang psychisch zu belasten scheinen, daß es an ein Wunder grenzen mag, daß er seinen Beruf überhaupt noch ausüben kann. Dennoch gehen beide Hauptdarsteller, Mock und Anwaldt, eine merkwürdige Symbiose ein die zueinander paßt und so zwielichtich beide auch erscheinen mögen kann der Leser sich einer gewissen Zuneigung gegenüber den beiden Männern nicht entziehen. Dem polnischen Autor Krajewski gelingt es das Breslau der 30er Jahre auferstehen zu lassen und den Leser auf eine Zeitreise in die schlesische Metropole zu entführen. Ein toller Erzählstiel, mit vielen unterschiedlichen Handlungscharkteren durchsetzt, läßt das Lesevergnügen kurzweilig erscheinen. Die Geschichte hingegen ist teilweise brutal und die eine oder andere Szene führt einem mit Schrecken vor Augen, zu welchen Handlungen Menschen fähig sein können. Zudem lassen die Methoden aller im Roman agierenden Behörden rechtsstaatliche Prinzipien nicht einmal ansatzweise erkennen. So gehört u.a. die Zusammenarbeit mit Verbrechern und Mördern hier zum Alltag. Der Gesamtplot der Geschichte erscheint "weit hergeholt" und unrealistisch, doch ist durchaus dazu angetan die Fantasie spielen zu lassen. Mein Fazit: Interessanter Tripp in eine brutale Vergangenheit. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Kein Krimi-Einheitsbrei,
Von
Rezension bezieht sich auf: Tod in Breslau: Kriminalroman (Taschenbuch)
Dies ist mein erster Roman von diesem Autor. Die Geschichte und deren Protagonisten, insbesondere die Hauptfigur des Kommisars Mock, fallen aus dem üblichen Krimi-Einheitsbrei positiv heraus. Kommissar Mock verletzt viele gute Sitten eines braven Krimi-Kommisars - er ist der "Dirty Harry" in den 1930er-Jahren im damals deutschen Breslau!! Ich sympathisierte von Kapitel zu Kapitel immer mehr mit diesem enfant terrible und fühlte mich zusehend in die Geschichte und den Zeitgeist herein gezogen. Das Buch war einem Wochenende vertilgt. Ich werde weitere Bücher der Kommisar-Mock-Reihe ordern und bin gespannt, ob das Niveau gehalten wird.
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