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Gaston Latroye, Winzer im Bordelais, nimmt den Weinbau sehr ernst. Erst vor einigen Jahren hat er das Land von einem älteren Ehepaar gekauft und alle alten Rebstöcke herausgerissen. Zusammen mit seinem Freund Martin Bongers, Weinhändler aus Frankfurt, hat er sein Lebenswerk aufgebaut und sich langsam einen Ruf erarbeitet. Bongers macht sich mal wieder auf die Rückreise nach Deutschland, den Kofferraum voll beladen. Zusätzlich gibt ihm Gaston noch einen Wein mit, einen 89er Haut-Bourton, den der Weinhändler nicht bestellt hatte. Gastons Worte sind rätselhaft. Martin soll den Wein probieren, zusammen mit dem, den er in seiner Weinhandlung noch im Keller hat. Das sind die letzten Worte, die er noch in den Ohren hat.
Auf der Fahrt nach Deutschland fühlt er sich verfolgt. Trotz entsprechender Vorkehrungen wird in der Nacht sein Auto aufgebrochen, der Haut-Bourton wird gestohlen, doch zwei Flaschen verbleiben ihm, da sie in seinem Lunchpaket versteckt waren. Wie es Gaston ihm geraten hat, verkostet er eine neue Flasche und eine aus seinem Keller gegeneinander und stellt Abweichungen fest – Fehltöne –, obwohl es sich um den gleichen Jahrgang handelt. Er hatte schon immer eine gute Nase. Fast scheint es, als sei der Wein aus dem Lunchpaket von minderer Qualität: eine Fälschung?. Ein Anruf in Saint-Émilion bei seinem Freund bringt ihm eine schockierende Nachricht: Gaston ist tot, erschlagen von Paletten in einem Lager. Der Überbringer der Botschaft gibt sich als Gastons Schwager aus, doch dessen Frau hat gar keinen Bruder. Martin scheint der Einzige zu sein, der Gastons Tod nicht für einen Unfall hält und bringt damit auch sein Leben in Gefahr.
Dass Paul Grote etwas von der Weinherstellung versteht, das merkt man in jedem Kapitel seines Buches. Das Wissen wird sehr natürlich mit der Story verschmolzen und an den Leser weitergegeben, ohne dessen Geduld zu sehr zu strapazieren. Der Autor hat zudem hier eine sympathische Figur geschaffen, die zuweilen recht viel erdulden muss, aber dennoch nicht zuviel Mitleid hervorruft. Im Vergleich zur Hauptperson aus seinem zweiten Krimi „Bitter Chianti“ wirkt der Weinhändler weniger abgeklärt, weniger überlegen.
Die beiden Geschichten ähneln sich insofern, als dass Amateure in die Verbrechensaufklärung verwickelt werden und dabei selbst in die Schusslinie geraten. Hier endet jedoch die Gemeinsamkeit. Nicht nur die Umgebung hat von Frankreich nach Italien gewechselt, auch die Motive sind gänzlich andere. Für genügend Abwechslung ist also gesorgt. Spannung und Niveau stimmen bei „Tod in Bordeaux“ in etwa mit dem Nachfolger überein, das Ende ist etwas weniger dramatisch angelegt. Aber auch hier gilt: Wenn man das Buch erst mal angefangen hat, kann man es kaum mehr aus der Hand legen.
Das Buch ist nicht nur für die Weinkenner unter den Krimifans zu empfehlen. Hier lernt man auf unterhaltsame Weise die Kunst der Weinherstellung besser kennen, ohne mit allzu vielen Fachbegriffen bombardiert zu werden. Sehr kurzweilig und spannend. Darauf einen Roten – vielleicht einen Bordeaux? Zum Wohl!
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