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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kaufen! Lesen! Göttlich!,
Von Krimifreund (Vallendar) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der Tod des Achill (Taschenbuch)
Eines vorweg: Wer nach der Lektüre von „Mord auf der Leviathan" gehofft hatte, dass im folgenden Band Fandorins Zeit und Dienst beim russischen Botschafter in Japan gestaltet und erzählt wird, der wird enttäuscht sein. Denn „Der Tod des Achilles" beginnt mit der Rückkehr Fandorins in seine Heimat im Jahre 1882 - Akunin lässt also eine Lücke von vier Jahren. (Der Klappentext, der von sechs Jahren spricht, ist diesbezüglich nicht präzise.)Doch letztlich ist dies eine kluge Wahl des Autors, kann er uns doch auf diese Weise einen Fandorin mit neuen, ausgereiften Fähigkeiten und Fertigkeiten präsentieren: perfekt eingeübt in japanische Konzentrations- und Kampftechniken, ist er - zusammen mit seinem japanischen Diener Masa - nunmehr vollends unschlagbar. Derart vervollkommnet, tritt Fandorin selbst - im Unterschied zu Band 2 und 3 - auch wieder entschieden in den Vordergrund der Handlung; er nimmt das Heft in die Hand und bestimmt das Geschehen. Worum geht es? Der uns aus dem „Türkischen Gambit" bestens bekannte „Weiße General", Michail Sobolew (mit Beinamen „Achilles") kommt unter nicht ganz zweifelsfreien Umständen ums Leben; und natürlich wittert Fandorin sofort das Ungeheuerliche: der kerngesunde General kann im besten Mannesalter unmöglich eines natürlichen Todes gestorben sein. Wie auch im ersten Fall, haben Fandorins Vorgesetzte (die diesmal natürlich wesentlich hochrangiger sind) nichts dagegen, dass er auf eigene Faust ermittelt - der Status eines „Sonderermittlers" passt eben am besten zu Fandorin. Im Verlauf der Geschichte tauchen viele alte Bekannte wieder auf; so Fandorins alter Chef, Xaveri Gruschin, und vor allem der geheimnisvolle „Weißäugige", der sich als ebenbürtiger Gegner herausstellen wird... Das Ganze ist unglaublich spannend erzählt, Akunin knüpft ein wunderbares Netz von Intrigen und Täuschungsmanövern - und löst dieses ebenso kunstvoll wieder auf. Besonderer Kniff hierbei: Am Ende des (sehr umfangreichen) ersten Teils, also auf dem Höhepunkt der Spannung und kurz vor dem zu erwartenden showdown („Dann hob er die Hand und klopfte leise an. Zweimal, dreimal und noch zweimal"), bricht Akunin den Erzählstrang abrupt ab und erzählt im zweiten Teil die gesamte Geschichte aus Sicht des gedungenen Täters, einschließlich dessen eigener Vorgeschichte. Dadurch nimmt Akunin natürlich zunächst etwas Fahrt heraus; es gelingt ihm aber, auf diese Weise den Gegner immer mächtiger erscheinen zu lassen; der unweigerlich folgenden finalen Auseinandersetzung mit Fandorin sieht der Leser folglich mit immer mehr und mehr Spannung entgegen. Am Ende des zweiten Teils, der - liebevolles Detail - in anderer Schrift gesetzt ist, werden die Fäden wieder zusammengeführt: „Jetzt hob er die Hand und klopfte leise. Erst zweimal, dann dreimal, dann zweimal." Und noch etwas ist auf diese Weise gut gelungen: Der Leser kennt damit die Hintergründe aus Tätersicht, kann sich Zusammenhänge ableiten, kann selbst nach Herzenslust kombinieren und sich die Lösung des Falles in allen Einzelheiten zusammenreimen. Das macht einen Heidenspaß, und umgekehrt wird damit natürlich auch die „Auflösung" des Falles durch Fandorin selbst eher zweitrangig. Der Täter muss ihm gegenüber mit nur ganz wenigen Worten die Lösung skizzieren; Fandorin, der - genial wie er ist - vieles wohl schon geahnt hatte, ist damit bereits umfassend im Bilde. Entscheidend und neu bei Akunin ist die Problematik, die mit diesem Wissen verbunden ist: Fandorin, so scheint es, ist aus Gründen der Staatsräson nunmehr ein toter Mann! Aber Akunin wäre nicht Akunin, wenn er nicht noch auf den allerletzten Seiten eine weitere überraschende Wendung aus dem Hut zaubern könnte; und so ist das Ende offen und lässt den Leser mit dem dringenden Wunsch zurück, hoffentlich schon bald die Fortsetzung lesen zu dürfen. Der für mich zweifellos bislang beste Fandorin, und in gewisser Weise auch der „erste": Die ersten drei Bände waren Vorspiel, ab jetzt geht es zur Sache! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Akunin übertrifft sich selbst,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Tod des Achill (Taschenbuch)
Kaum ist Fandorin von seinem mehrjährigen Japan-Aufenthalt zurück und tritt seinen Posten als Sonderbeauftragter des Gouverneurs von Moskau an, landet er gewissermaßen im "prallen Leben" seines Jobs: General Sobolew, sein alter Freund, der durch den Balkankrieg zum Volkshelden und Mythos avanciert ist, kommt unter höchst ominösen Umständen zu Tode.Handelt es sich um einen Raubüberfall? Denn er trug in einem Portefeuille, das in der Todesnacht verschwunden ist, ein Vermögen bei sich. Oder waren Teile der Regierung, im Gegensatz zum russischen Volk, dank gewisser Aktivitäten des Generals ganz und gar "not amused"? Wer unter den vielen Akteuren jener Nacht ist Hauptdarsteller, wer nur Statist? Welche Rolle spielt die wunderschöne Kokotte, in deren Suite Sobolew starb? Und wie gerufen erscheint auch Fandorins alter Bekannter, der Mann mit den farblosen Augen ... Wer nach den ersten drei Fandorin-Bänden denkt, er kenne Akunins schriftstellerische "Methode" allmählich, irrt sich. Der vierte Band ist vom Konzept her dem ersten ähnlich, doch tritt Fandorin hier als Charakter und fühlender Mensch sehr viel mehr in den Vordergrund. Mittlerweile können ihn schöne Frauen wieder etwas aus der Ruhe bringen. Im "Tod des Achilles" erscheint er sehr plastisch und menschlich, nicht so schemen- oder phantomhaft wie in den vorhergehenden Bänden. Dazu trägt auch die zunächst von Fandorin ausgehende Erzählperspektive bei. Später wechselt "seine" Perspektive mit der des Täters ab; man lernt hiermit auch den Täter sehr gut kennen, wenn nicht verstehen, und fiebert der Zusammenführung und Verflechtung der beiden "Stränge" entgegen. Sobald es zu dieser Begegnung der beiden Gegenpole kommt und die Perspektive absatz- und satzweise hin und her springt, explodiert die Spannung noch einmal gewaltig, man möchte dann nur noch schneller lesen können - so rasant entwickelt sich diese ohnehin höchst spannende Geschichte. Und wie immer ergibt sich am Ende noch eine überraschende Wendung. Auch hier sind die Schilderungen der unterschiedlichsten Milieus und Örtlichkeiten sehr überzeugend gelungen. Die russische Geschichte selbst tritt in diesem Band eher in den Hintergrund, ist dort jedoch immer sehr stimmungsvoll und, in der Tradition eines Dostojewski, voller Düsternis präsent. Meiner Ansicht nach unter den ersten vier der meisterlichste von Akunins Fandorin-Krimis. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
waaaaahnsinnig spannend...,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Tod des Achill (Taschenbuch)
ist B. Akunins neuester Historienkrimi.Wer das Buch zur Hand nimmt, muß mit einer durchwachten Lesenacht rechnen. Erast Fandorin, junger sympathischer Agent des russischen Geheimdienstes wird erneut in einen Wirbel aus Intrigen, Verfolgungsjagden und Nahkämpfen verwickelt, daß einem der Atem stockt. Sein Diener Masa, den er aus Japan mitgebracht hat, steht ihm dabei zur Seite, um die Umstände des merkwürdigen Todes des beliebten russischen Volkshelden General Sobolew aufzuklären. Akunin ist ein Meister seines Fachs, der es versteht, überraschende Wendungen überzeugend anzubringen und Handlungsstränge so miteinander zu verknüpfen, daß das Buch bis zum letzten Absatz interessant bleibt. Auch Humor und Ironie kommen nicht zu kurz: da wünscht sich Fandorin, der ja im Moskau der Gründerzeit lebt, bei Verfolgung eines Flüchtigen, so etwas wie ein Handy zu haben. Korruption und Verrat im Moskauer Verwaltungsapparat werden aufgedeckt. Sie stehen den Zuständen in der Moskauer Verbrecherwelt in nichts nach... Immer wieder tauchen auch Figuren aus früheren Romanen um Fandorin auf, und besonders interessant finde ich, daß Fandorin sich von Roman zu Roman persönlich weiterentwickelt, so daß man sich schon auf das nächste Abenteuer mit ihm freut. Ein Krimi, Historienroman und "Reißer" voller Action - dazu intelligent geschrieben. Fazit: Äußerst empfehlenswert!!! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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