Von Bek und Elric sind wieder da! Was, kennen Sie nicht? Ja, dann wird es vielleicht anfangs ein etwas schwierigeres Gelände, aber ein durchaus opulentes, sprachgewaltiges Lesevergnügen auch für Newcomer in der Moorcock-Welt. Man freut sich über alte Bekannte (Verbündete und Erzschurken) und einige neu Charaktäre, die ein raum- und zeitverschachteltes, vielschichtiges Uni-(?) bzw Multi-Versum bevölkern, das irgendwo auch Deutschland in den 30ern ist. Und da kriegen die Nazis letztlich mächtig Hiebe, aber über allem schwebt Moorcocks tiefe Deutschfreundlichkeit und sein Glaube an den Humanismus, der auch aus diesem Land stammt. Er kennt seinen Grimmelshausen und die Mechanismen von Ordnung und Chaos, die zusammenwirken - nicht um die Welt zu bedrohen, nein! Sondern, damit gute und spannende Geschichten entstehen. Dass Moorcock unsere snobbistische Einteilung in "E" und "U" wieder einmal völlig wurscht ist, macht es vielleicht für den Verkauf schwieriger, denn ein BMW = ein BMW = ein BMW und darf eben kein Lancia sein. Aber Literatur ist auch dazu da, liebgewonnenen Schachtel im Hirn durcheinander zu bringen.
Schwach nur, dass die Herausgeber den Titel in den Plural versetzten, im Singular ergäbe "Die Tochter der Traumdiebin"viel mehr Sinn. Mal sehen, was sie aus dem nächsten Titel machen, denn man hört, dass MM einen weiteren Elric vorbereitet.