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Tochter der Traumdiebe
 
 
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Tochter der Traumdiebe [Taschenbuch]

Michael Moorcock
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch
  • Verlag: Heyne (2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453213815
  • ISBN-13: 978-3453213814
  • Größe und/oder Gewicht: 21,1 x 13,7 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 820.541 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Ein paar Seiten muss man schon durchhalten, bis sich einem erschließt, warum der neue Elric-Roman überhaupt ein Elric-Roman ist. Die Hauptfigur der Handlung, die anfangs im Deutschland der späten 30er-Jahre angesiedelt ist, ist schließlich Graf Ulric von Bek, letzter seines Geschlechts und Erbe des Schwertes Rabenbrand. Dass Ulric das Familienleiden des Albinismus teilt, ist ein erster Hinweis auf seine Verbindung zum Zyklus um den bleichen Krieger.

Ulric bekommt Besuch von seinem ungeliebten Vetter Gaynor, der sich bei den Nazis hochgedient hat. Gaynor hat es offenbar auf Rabenbrand abgesehen -- doch das Schwert entzieht sich eigenmächtig seinem Zugriff. Die Flucht vor Gaynor gerät zu einer Moorcock-typischen Odyssee durch ein bizarres Multiversum, in dem sich Figuren aus seinen anderen Romanen bei ihren Gastauftritten die Klinke in die Hand geben. Für Moorcock-unkundige Leser macht das den Roman streckenweise schwer zugänglich. Trotzdem erschafft Moorcock eine stringente, schlüssige und nicht zuletzt spannende Geschichte, die lediglich zum Ende hin gewisse Längen aufweist, wenn sich eine ergebnislose Konfrontation mit Gaynor an die andere reiht. Zu den Minuspunkten zählt auch Moorcocks hemmungsloses Recycling eigener Stoffe: Das Halbfinale von Tochter der Traumdiebe ist nahezu komplett seinem früheren Roman Das ewige Schwert entlehnt. Besonders reizvoll ist dafür die Konfrontation zwischen dem humanistischen Ulric und seinem grausamen Alter Ego Elric.

Moorcocks Betrachtungen über den Faschismus sind ein eigenes Thema. Auf den ersten Seiten erscheinen sie krude und apologetisch, doch das Urteil erweist sich als verfrüht: Moorcock bleibt hier der Gedankenwelt des traditionalistischen Ulric von Bek treu, die er im weiteren Verlauf des Romans kritisch bricht. Die Charakterisierung des Faschismus als "ewiger Verräter", die Moorcock in sein Zweiweltenschema aus Ordnung und Chaos einbettet, erweist sich auf den zweiten Blick als durchaus vielschichtig. Auch die für Moorcock charakteristischen philosophischen Betrachtungen fügen sich angenehm nahtlos in die Handlung ein. Die Einbeziehung solcher Themen mag Geschmackssache sein, aber sie heben Moorcock aus dem Fantasy-Einheitsbrei heraus.

Tochter der Traumdiebe bleibt unter dem Strich, wie so viele Moorcock-Romane, ein ambivalentes Vergnügen -- wobei die Betonung auf Vergnügen liegt. --Jakob Schmidt


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Richtungsweisend 28. August 2002
Von Ein Kunde
Michael Moorcock, immer noch einer der originellsten Autoren des Genres, hat endlich einen neuen Elric-Roman vorgelegt. Dass das Mulitversum zunehmend komplexer geworden ist, merkt man an den vielen Verknüpfungen, die in dem Roman zu finden sind. Ständig tauchen Figuren aus anderen Serien auf, was für jemanden, der Moorcock nicht kennt, sicher sehr verwirrend ist.
Sprachlich ist das Buch nicht zu beanstanden, auch die Übersetzung ist gut gelungen. Moorcock schreibt auf einem für Fantasy fast ungewöhnlich hohem Niveau und verlangt seinen Lesern einiges ab. Wer aber bereit ist, sich auf einen irren Trip durch die Welten des Multiversums einzulassen, für den ist "Die Tochter der Traumdiebe" ein echter Glücksfall.
Es ist sicherlich eines der wichtigsten Fantasy-Bücher des Jahres.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Bek und Elric sind wieder da! Was, kennen Sie nicht? Ja, dann wird es vielleicht anfangs ein etwas schwierigeres Gelände, aber ein durchaus opulentes, sprachgewaltiges Lesevergnügen auch für Newcomer in der Moorcock-Welt. Man freut sich über alte Bekannte (Verbündete und Erzschurken) und einige neu Charaktäre, die ein raum- und zeitverschachteltes, vielschichtiges Uni-(?) bzw Multi-Versum bevölkern, das irgendwo auch Deutschland in den 30ern ist. Und da kriegen die Nazis letztlich mächtig Hiebe, aber über allem schwebt Moorcocks tiefe Deutschfreundlichkeit und sein Glaube an den Humanismus, der auch aus diesem Land stammt. Er kennt seinen Grimmelshausen und die Mechanismen von Ordnung und Chaos, die zusammenwirken - nicht um die Welt zu bedrohen, nein! Sondern, damit gute und spannende Geschichten entstehen. Dass Moorcock unsere snobbistische Einteilung in "E" und "U" wieder einmal völlig wurscht ist, macht es vielleicht für den Verkauf schwieriger, denn ein BMW = ein BMW = ein BMW und darf eben kein Lancia sein. Aber Literatur ist auch dazu da, liebgewonnenen Schachtel im Hirn durcheinander zu bringen.
Schwach nur, dass die Herausgeber den Titel in den Plural versetzten, im Singular ergäbe "Die Tochter der Traumdiebin"viel mehr Sinn. Mal sehen, was sie aus dem nächsten Titel machen, denn man hört, dass MM einen weiteren Elric vorbereitet.
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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Moorcock der Philosoph 7. Juni 2004
Von Ein Kunde
Habt ihr euch nicht alle gefragt, wie eigentlich Gaynor der Verdammte verdammt geworden ist? Wie es gekommen ist, dass ein Ritter des Gleichgewichts dazu verdonnert wurde, nie sterben zu dürfen und dem Chaos zu dienen? In "Die Tochter der Traumdiebe" wird das alles viel klarer! Erfahrt mehr über die Entstehungsgeschichte des schrecklichen Lord Gaynor. Hätte nie gedacht, dass Gaynor ein Nazi war...

Übrigens: Ich wurde von Freunden und Moorcock Fans gefragt, wie Moorcock eigentlich die Nazis in sein Ordnung-Chaos-Schema bringt. Im Buch heißt es einmal, die Nazis seien eine Mischung aus unkontrolliertem Chaos und pervertierter Ordnung. Gut formuliert, finde ich!

Im Gegensatz zu den anderen Romanen des Michael Moorcock wurde dieses Buch aus der Perspektive des Helden geschrieben. Das macht das Buch bewegender, vor allem wie Ulric von Bek im KZ ist. Außerdem schreibt Moorcock unter der Maske des Ulric von Bek seine Ansichten über die Nazis. Gute Ansichten, gut formuliert. Ein Beispiel: Zu den Bücherverbrennungen im dritten Reich: "Sie nannten es 'Reinigung der Kultur'. In Wirklichkeit war es der Einzug von Dummheit und Heuchelei."

Nehmt euch dieses Buch! Es ist faszinierend!

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