Rhapsody gebar Meridion, das Kind der Zeit, in einer Welt voller Gefahren.
Llaurons Tod schwächte den Schutzwall, der die F'dor gefangen hält, und die Drachin Elenyssos ist unauffindbar. Anwynn ist hingegen noch immer am Leben und selbst der Tod ihres Sohnes kann sie nicht von ihren Rachgelüsten abbringen.
Talquist, der Herrscher von Sorbold, hat zahlreiche Verbündete gesammelt und führt den ersten Militärschlag gegen die Allianz der Cymrier aus. Sein Ziel ist nicht nur die Alleinherrschaft über den Kontinent, sondern auch das Kind der Zeit, dass die Zeit manipulieren kann und ihm Unsterblichkeit verleihen soll.
Und Achmed wird von einem Dhrakier verfolgt, einem unerbittlichen Jäger, der über Leben und Tod entscheiden wird.
Mit Bangen und Verlangen habe ich den 6. Band der Rhapsody-Saga erwartet. Verlangen, weil ich ein Fan des Zyklus bin (wenn auch ein kritischer), mit Bangen, weil die Reihe rund um Rhapsody, Grunthor und Achmed zuletzt einen deutlichen Abwärtstrend verzeichnete. Leider kann TOCHTER DER SONNE diesen Trend nicht umkehren - im Gegenteil.
Elizabeth Haydon schafft es alle Handlungsfäden aus den Prequels aufzunehmen und fügt einige neue Entwicklungen hinzu. Problematisch dabei ist, dass die Autorin sehr viel Platz für die Erläuterung vergangener Geschehnisse und wichtiger Fakten benötigt. Einerseits macht dies ein neuerliches Lesen der Prequels unnötig, andererseits kann die Wiederholungslangeweile enorm sein (Danke, eh schon wissen!). Für Neueinsteiger bleibt TdSo dennoch ungeeignet. Zusätzlich führt die Vielzahl an Handlungsfäden kombiniert mit den ausführlichen Wiederholungen dazu, dass keiner dieser Handlungsfäden besonders weit vorangetrieben, geschweige denn abgeschlossen wird. TdSo ist ein typisches "Mitte-Buch" ohne besonderen Höhepunkt - ein notwendiger Teil des Weges, aber keine eigenständige Geschichte.
Auch die Charaktere leiden unter dieser Zersplitterung - Rhapsody wohl am meisten. Jeder Handlungsfaden hat einen (oder mehrere) Charaktere als Fokus, Rhapsodys Rolle ist dabei eher unbedeutend und passiv. Auch kommt es zu keiner Charakterentwicklung. Haydon begnügt sich damit an der Oberfläche zu kratzen und Altbekanntes darzustellen. Eine Veränderung gibt es maximal im Verhältnis Rhapsody/Grunthor/Achmed, das merklich abgekühlt ist - die Chemie stimmt nicht mehr.
TdSo ist eine Enttäuschung. Anstatt des erhofften Neustarts bekommt der Leser einen Rohrkepierer serviert.
Rhapsody-Saga: TOCHTER DES WINDES, T. DER ERDE, T. DES FEUERS, T. DER ZEIT, T. DES STURMS, T. DER SONNE ...
Nachtrag: Da die Autorin lange Zeit nichts von sich hören hat lassen, ihre Homepage nicht mehr existiert und sogar ihr Fan-Forum, auf dem sie früher aktiv gewesen ist, nichts von ihrem Verbleib weiß, habe ich ihren amerikanischen Verlag kontaktiert. Tor hat mich darüber informiert, dass man zwar weitere Rhapsody Bände plane, aber noch kein Manuskript in Sicht sei. Ich fürchte, dass man noch einige Zeit auf den nächsten Band warten wird müssen.