1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Geduld - der Held entwickelt sich, 15. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Tochter des Krieges: Zweiter Roman des Zyklus»Das dunkle Jahrhundert« (Gebundene Ausgabe)
Zuerst zum Inhalt - es stimmt nicht ganz. Margeret ist - in diesem Band zumindest - noch nicht Thomas' Gefährtin und es ist auch nicht die Rede davon, dass sie ihn gar rettet.
Der dritte Teil des "Dunklen Jahrhunderts" ist mein 15. Sara-Douglass-Buch und so sehr ich ihren Schreibstil schätze - so sehr kenne ich ihn nun auch. Der zweite Band dieser Serie baut den Helden auf typsische Douglass-Marnier auf. Thomas war ein verbohrter, ehemals adeliger, Geistlicherr der dem damaligen Weltbild total entsprach. Er sieht nur seine Aufgabe und seine verquere Weltordnung und ist nichts und niemandem gegenüber aufgeschlossen. Zumal er an einem dramatischen Erlebnis knabbert.
Erst gegen Ende hin, beginnt er langsam seine kalte und harte Schale abzulegen.
Ich gebe zu, diesmal habe ich ein bißchen gekämpft, weil in diesem Band weder dramatische Schlachten, noch romantische Liebeszenen oder edle Helden vorkommen. Was sie allerdings glänzend beschreibt - und da merkt man dass die Autorin Mittelalter studierte - sind die Intrigen zu Hofe. Die Folgen des 100jährigen Krieges, die Macht des britischen Königshauses, die Verherrlichung des Jenseits und Verbohrtheit der Kirche.
Es ist ein historischer Roman mit einem Touch von Fantasy und Heldentum. Mein Tipp - weiterlesen und darauf vertrauen dass Tom Neville seinen Schleier ablegt und endlich klar sieht!
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4.0 von 5 Sternen
Wo Nichtigkeiten mit enormer Tragweite regieren, 21. Juni 2010
Nach "Hüter der Macht" ist "Tochter des Kriegers" der zweite Band in Sara Douglass' Reihe "Das dunkle Jahrhundert". Während der Leser in "Hüter der Macht" in die Handlung eingeführt wurde und die wichtigsten Schachfiguren vorgestellt wurden, indem Hauptfigur Thomas eine Rundreise durch die Krisenherde und Kriegsschauplätze seiner Zeit machte, mutet "Tochter des Krieges" gänzlich anders an. Das Buch ist sehr vor Ort gehalten und es passiert auch relativ wenig, aber wenn etwas passiert ist es von entscheidender Bedeutung. Auch wird nun das Machtspiel der Dämonen langsam offensichtlich, Hauptfigur Thomas sieht überall und nirgends Dämonen und weiß oft nicht wem er nun trauen kann, wobei es extrem wichtig für Thomas ist Verbündete in seinem Kampf zu finden. Daher wirkt dieser Band auch mehr nach innen gekehrt - Thomas muss sich seinen eigenen Dämonen und denen, die ihn umgeben, stellen und wird nur allzu oft von Zweifeln geplagt, da eine falsche Entscheidung leicht das Ende der Welt in der er lebt bedeuten kann. Und auch die Dämonen werden zusätzlich nun aktiv und bringen die Welt gehörig ins Wanken, nicht zuletzt um Thomas an seinem Vorhaben zu hindern.
Zum Ende ist der Leser dann nicht wirklich viel klüger als am Anfang, denn in der Ausführung des eigentlichen Auftrags des Erzengels, ist Thomas scheinbar kaum voran gekommen. Dennoch hat sich so viel ereignet, was allerdings nichts gutes für die Zukunft verheißt. Doch Sara Douglass verwehrt dem Leser nicht einen Hoffnungsschimmer, das vielleicht doch noch alles gut werden kann, auch wenn sie mit keinem Wort erwähnt wie es mit dieser Reihe weiter geht und ob Gut oder Böse triumphieren wird.
Abgerundet wird das ganze durch ein Glossar am Ende in dem Begrifflichkeiten, Personen und Gegebenheiten kurz erläutert werden.
"Tochter des Kriegers" wird von scheinbaren Nichtigkeiten regiert, die in ihrer Tragweite an dieser Stelle kaum zu überschauen sind, aber den Leser neugierig auf mehr machen, bleibt abzuwarten was Sara Douglass daraus macht.
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