Nach "Hüter der Macht" ist "Tochter des Kriegers" der zweite Band in Sara Douglass' Reihe "Das dunkle Jahrhundert". Während der Leser in "Hüter der Macht" in die Handlung eingeführt wurde und die wichtigsten Schachfiguren vorgestellt wurden, indem Hauptfigur Thomas eine Rundreise durch die Krisenherde und Kriegsschauplätze seiner Zeit machte, mutet "Tochter des Krieges" gänzlich anders an. Das Buch ist sehr vor Ort gehalten und es passiert auch relativ wenig, aber wenn etwas passiert ist es von entscheidender Bedeutung. Auch wird nun das Machtspiel der Dämonen langsam offensichtlich, Hauptfigur Thomas sieht überall und nirgends Dämonen und weiß oft nicht wem er nun trauen kann, wobei es extrem wichtig für Thomas ist Verbündete in seinem Kampf zu finden. Daher wirkt dieser Band auch mehr nach innen gekehrt - Thomas muss sich seinen eigenen Dämonen und denen, die ihn umgeben, stellen und wird nur allzu oft von Zweifeln geplagt, da eine falsche Entscheidung leicht das Ende der Welt in der er lebt bedeuten kann. Und auch die Dämonen werden zusätzlich nun aktiv und bringen die Welt gehörig ins Wanken, nicht zuletzt um Thomas an seinem Vorhaben zu hindern.
Zum Ende ist der Leser dann nicht wirklich viel klüger als am Anfang, denn in der Ausführung des eigentlichen Auftrags des Erzengels, ist Thomas scheinbar kaum voran gekommen. Dennoch hat sich so viel ereignet, was allerdings nichts gutes für die Zukunft verheißt. Doch Sara Douglass verwehrt dem Leser nicht einen Hoffnungsschimmer, das vielleicht doch noch alles gut werden kann, auch wenn sie mit keinem Wort erwähnt wie es mit dieser Reihe weiter geht und ob Gut oder Böse triumphieren wird.
Abgerundet wird das ganze durch ein Glossar am Ende in dem Begrifflichkeiten, Personen und Gegebenheiten kurz erläutert werden.
"Tochter des Kriegers" wird von scheinbaren Nichtigkeiten regiert, die in ihrer Tragweite an dieser Stelle kaum zu überschauen sind, aber den Leser neugierig auf mehr machen, bleibt abzuwarten was Sara Douglass daraus macht.