Vorab möchte ich anmerken, dass ich absolut kein Fan von Kriegsfilmen bin. Generell liebe ich einfach das Film-Flair aus den 60er Jahren. Reine Kriegsfilme sind überhaupt nicht meine Sache, wie beispielsweise "Die Brücke von Arnheim", "Die Brücke von Remagen" oder "Luftschlacht um England". Ich mag ehr die Agentenfilme bzw. Sabotagefilme aus dieser Zeit. Diese sind "Agenten sterben einsam", "Die Kanonen von Navarone", "Spion zwischen zwei Fronten", "Kennwort: Schweres Wasser" oder "Geheimaktion Crossbow". Der Film "Tobruk" liegt meiner Meinung nach irgendwo dazwischen, sprich er ist eine Mischung aus Kriegsfilm und Sabotagefilm. So absolut kann mich dieser Film deshalb leider nicht überzeugen, jedoch gibt es bezüglich Wüsten- bzw. Nordafrikaschauplatz kaum viel Auswahl, vor allem nicht in Farbe und guter Qualität.
Tobruk ist ein ganz ordentlicher, aber jetzt nicht irgendwie herausragendes Kriegsabenteuer, das als Wüstenabenteuer die ersten zwei Drittel vorwärtsrobbt und dann beginnend in Tobruk quasi eine Actionszene an die andere reiht. Die Handlung wird während der Wüstendurchquerung rasch vorangetrieben. Die drohende Einkesselung und Aufreibung zwischen Deutschen und Italienern, ein Minenfeld, Beschuss durch eigene Flieger, ein Tuareg-Stamm sowie ein überlaufendes Agenten-Pärchen sorgen für genügend Abwechslung. Mit Hudson und Peppard in den gegensätzlichen, aber gemeinsam kämpfenden Hauptcharakteren gut besetzt und auch recht aufwendig produziert, gelingt Regisseur Hiller zwar eine ganz unterhaltsame Geschichte, die aber keine Überraschungen in sich birgt und auch beim explosiven Showdown nicht so wirklich für Aufregung sorgt. Da fehlt irgendwie das Flair und der Esprit. Verärgern tun aber eher die weniger gelungenen Trickaufnahmen gegen Ende, deutliche sichtbare Rückprojektionen, die Verwendung von anderem Filmmaterial und ein Studio-Tobruk mindern jedoch den anfangs relativ guten Eindruck.
Was mich an diesem Film ebenfalls sehr gestört hat, waren die durchweg amerikanischen Panzer (M60) und LKWs (M35), welche in diesem Film als deutsches Kriegsgerät herhalten mussten. Wenn man schon einen solch aufwendigen Film dreht, dann sollte man wenigstens annähernd originale deutsche Fahrzeuge aus dieser Zeit benutzen oder aber die amerikanischen Panzer und LKWs zumindest so verändern, dass sie wie deutsches Kriegsgerät aussehen. Das ist meiner Meinung nach ein großer Schwachpunkt dieses Films ebenso wie die ehr billig wirkende Abschluss-Sequenz an den Mittelmeerkanonen und den Treibstofflagern. Weitere Nordafrika-Kriegsfilme wären 'Ein dreckiger Haufen' (bisher nicht auf DVD) und 'Königstiger vor El Alamein' (reiner Kriegsfilm-B-Movie).