Manchmal stößt man auf ein richtig schönes Jugendbuch und muss sich darüber wundern, dass man noch nichts davon gehört hat.
So ging's mir bei "Tobie Lolness", dem ersten Teil einer tollen Fantasygeschichte aus Frankreich.
Der gerade mal 1 mm große Tobie wächst bei seinen Eltern in der Baumkrone auf. Sein Vater, Sim Lolness, ist ein etwas wirrer aber sehr liebenswerter Wissenschaftler, der eines Tages eine baumweltbewegende Entdeckung macht. Jo Mitch, der unsympathische Bauunternehmer und Oberbösewicht des Baums, versucht hinter das Geheimnis der Entdeckung zu kommen, doch Sim Lolness weigert sich, es preiszugeben, weil er weiß, dass es die Zukunft des Baumes gefährden könnte.
Tobies Familie wird fortan geächtet, weil sie sich fortschrittsfeindlich zeigt - und muss die oberen Bereiche des Baumes schließlich verlassen. In den niederen Ästen lernt Tobie ein wundersames Mädchen kennen, das zu seiner besten Freundin wird. Jo Mitch gibt die Suche nach dem Geheimnis nicht auf und schafft es schließlich die Lolness in seine Gewalt zu bringen. Tobie gelingt allerdings die Flucht und eine Hetzjagd beginnt, in deren Verlauf Tobie in eine völlig neue Welt gelangt. Der Schluss lässt einen spannenden zweiten Teil erwarten, auf den ich mich auch schon freue.
Schön fand ich, eine Neuerscheinung aus Frankreich zu lesen. Das ist mal was anderes, als die gewohnte amerikanische oder britische Fantasykost. Die Geschichte ist spannend und kommt ohne special-effect-Schnickschnack aus. Ein Baum als Ort der Handlung ist sehr sympathisch, zumal man diese Welt ja direkt vor der Haustür hat. Zudem klingen zahlreiche ökologische Aspekte an, die auf den ausbeuterischen Umgang des Menschen mit der Erde verweisen.
Eine spannende Geschichte, die auch noch in einer liebevollen Aufmachung (Lesezeichen in Blattform, schöne s-w-Illustrationen, erhabene Covergestaltung etc.) erschienen ist.