...zusammengewebt aus den Kindheitserinnerungen des enlgischen Kochbuchautors Nigel Slater und hier und da ein wenig aufgepeppt; das ist -Toast-. Slaters Roman über seine Kindheit erschien 2004. S.J.Clarkson machte einen wirklich sehenswerten Film daraus. Einen Film, bei dem es um Erziehung, Liebe, Selbstfindung, vor allem aber ums Kochen und Essen geht.
Nigel(Freddie Highmore) wächst als Einzelkind in Wolverhampton auf. Wir befinden uns in den Sechziger Jahren. Nigels Mutter(Victoria Hamilton) ist lungenkrank und schwach. Sein Vater Alan(Ken Scott) ein strenger Arbeiter mit psychopathischen Ansätzen. Wie sagt Nigel so schön: "Meine Mutter hatte schon immer was gegen frische Lebensmittel." Das macht den Jungen fast krank. Im Hause Slater gibt es ständig nur Dosen, Tüten und Toast. Für alle "richtigen" Mahlzeiten sind die Slaters komplett ungeeignet. Doch Nigel träumt von Torten, Braten und Leckereien, völlig zum Unverständnis der Eltern. Als Nigels Mutter stirbt wird alles noch schlimmer. Nigel versucht die Liebe des Vaters zu ergattern, aber er hat keine Chance. Dann erscheint auch noch die neue Putzfrau Joan Potter(Helena Bonham Carter). Sie hat es auf Nigels Vater abgesehen, und: Sie kann fantastisch kochen! Das macht Alan abhängig von ihr und Nigel versteht die Welt nicht mehr. Chancenlos muss er eine Demütigung nach der anderen über sich ergehen lassen. Doch nach Jahren der Frustration bläst er irgendwann zum kulinarischen Gegenangriff. Ein Himmelfahrtskommando, aber eines, das den Jungen zu sich selbst finden lässt...
Einen feinen, kleinen Film hat Clarkson auf die Filmrolle gebannt. Das Ganze mit Topschauspielern wie Helena Bonham Carter und Freddie Highmore. Die tragen einen Großteil der Klasse des Streifens, werden aber noch übertroffen von der liebevollen Ausstattung, mit der Clarkson die Sechziger Jahre wieder vor unseren Augen auferstehen lässt. Egal, ob Joan Potter ihre vulgäre Ader auslebt oder Freddie in Traumsequenzen einen Kaufmannsladen führt, -Toast- ist Kino fürs Herz. Schon der Vorspann zeigt, wie kreativ und detailgenau Clarkson das Thema behandelt. Auch die Komik kommt nicht zu kurz. Wenn Freddie für seine Schulmilch einen Blick auf den Schlüpfer der Mitschülerin angeboten bekommt(und noch heftigere Gebote), dann gehen die Mundwinkel automatisch nach oben. Begleitet werden die wunderbaren Bilder von Musik der viel zu früh verstorbenen Dusty Springfield. Das passt einfach in jeder Szene.
-Toast- ist ganz sicher kein Filmjuwel für die Ewigkeit. Doch der Film punktet in vielen Bereichen abseits der eingetretenen Pfade. Wer sich fürs Kochen und für das Leben interessiert, der kann mit diesem Film nicht all zu viel verkehrt machen.