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To The Darkened Corners Here We Go

Missouri Audio CD
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
Preis: EUR 9,00
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Produktinformation

  • Audio CD (8. Januar 2002)
  • Anzahl Disks/Tonträger: 1
  • Label: Xxs (Indigo)
  • ASIN: B00005V6PN
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 736.642 in Musik (Siehe Top 100 in Musik)

 
1. In Ma Eyes The Singer Must Suffer
2. Today Your Love Tomorrow The Book
3. Song Of Violence
4. Small And Crowded World Blues (It's Alright)
5. I'm Still A Good Rider
6. Oh Pa
7. Bars United
8. Stand Up Comedian
9. An Ending After All The Time
10. Snakes And Goats

Produktbeschreibungen

Rezension

Schleppende Lo-fi-Beats, dunkle Keyboard-Klänge, bittersüß vibrierende Gitarren, Regengeplätscher im Hintergrund, darüber der hohe, zerbrechliche Gesang Reds - so beginnt das neue Werk der von Hamburg bis Nürnberg stammenden Band und leuchtet uns den Weg in die dunklen Ecken der Seele. Gepflegte Melancholie, sparsame, altmodische Instrumentierung (Rhodes, Harmonium) und wunderschöne Harmonien fungieren als Reiseproviant. Irgendwann taucht ein verstörend piepsender Analog-Synthie auf, die E-Gitarre simuliert einen langsamen Absturz, den Red mit monotonem matten Sprechgesang kommentiert, sphärische Phaser-Sounds unterlegen einsam schwebende Akkorde - so schön kann Traurigkeit klingen. Bilder von menschenleeren kahlen Landschaften ziehen vorüber, wenn Missouri dieses Gefühl in Musik verwandeln. Plötzlich kippt die Stimmung ins Bedrohliche - als zöge die bleigraue Gewitterfront heran: "Stand Up, Comedian'. Auf knisternde, fauchende Ambient-Soundscapes folgt dann ein beinahe hymnisches Finale, das nach dieser bedrückenden Innenschau geradezu erlösend wirkt. Ein Album, von dem man sich an grauen, tristen Wintertagen endlich mal verstanden fühlt. VÖ: 08.01.02

Mehr strukturelle und emotionale Tristesse? Okay. "Look Of Joy'. Schön ironischer Titel. Besonders fröhlich klingt die neue Veranda Music beim besten Willen nicht. Eher nach reifer, abgeklärter Melancholie, keine naive Sentimentalität, aber auch keine geschmacklichen Entgleisungen würdelosen Alterns. Nicht, dass noch mal jemand behauptet, trauriger deutscher Indie sei zwangsläufig entweder halbstarker Tristpop unreifer Jungspunde oder altbackener Soundtrack für piefige Quartalssäufer-Jazz-Kneipen. Größtenteils akustisch aufgenommen, pendeln die zehn Songs - zum Teil Coverversionen wie "Shake The Disease' (die das Original beinahe übertrifft) von Depeche Mode und "Hey' von den Pixies - stilistisch zwischen Singer/Songwriterstuff, Country/Western und Folk. Die sparsamen Gitarrenakkorde, untermalt vom leisen Piano im Hintergrund, bilden den einfachen, aber nie einfältigen harmonischen Untergrund, auf dem Sänger Nicolai von Schweder-Schreiner seinen Schmerz ausbreiten kann. Immer etwas brüchig, mutlos, klagend, doch nie aufgesetzt verzweifelt oder selbstmitleidig. Große Gefühle, große Hooks, große Songdramaturgie - große Platte. Und doch immer angenehm zurückhaltend und auf höflichen Abstand zum Hörer bedacht. VÖ: 04.02.02

Till Stoppenhagen / Intro - Musik & so
mehr unter www.intro.de -- INTRO

Das Label über die CD

Info des Labels
Missouri unterwegs: „To the darkened corners here we go", der Titel des zweiten Albums des Nürnberg/Hamburger Trios, verspricht ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang. Die dunklen Ecken gilt es aufzuspüren, die Ecken, in denen lange niemand mehr war, von denen wir jedoch ahnen, dass sie einst vom Licht durchflutet waren. Die Erinnerung beginnt mit einer taghellen Erkenntnis: „Someday even I will stop breathing" lässt das Unausweichliche als Trost erscheinen. Es gibt kein Licht ohne Schatten, keine Lust ohne Schmerz. „In my eyes the singer must suffer" - stellvertretend für sich und für uns.
Missouri verstanden sich gemessen an der Konsequenz ihres musikalischen Vortrags immer schon als Punks im weiteren Sinne. So gesehen haben die drei hier ihr Soul-Album vorgelegt. Die Stimmung ist beschwingter, die Instrumentierung abwechslungsreicher, die Songs kompakter. Und natürlich geht es um Liebe, Leid und grenzenlosen Übermut.
„Every day I write the book" sang Elvis Costello einst und hätte es doch eigentlich wissen müssen: Schreiben und Verliebtsein verträgt sich nicht. Missouri ordnen die Prioritäten neu, im schönsten Liebeslied des Albums „Today your love tomorrow the book": „When I was 16 I said I'll write a book before I'm 24, now I'm 27 and I can still write a book before I'm 34". Ist das nun inkonsequent oder einfach souverän?
Missouri sind auch unterwegs um uns über Lücken im alltäglichen Denken aufzuklären. Über Zusammenhänge von Humor und Tragik („Stand up, comedian") oder die Verkettung von Bars und Liebeskummer, Liebeskummer und Bars. („Bars united"). Denn wie das Leben hat auch dieses Album zwei Seiten, eine helle und eine dunkle. Glich Missouris erstes Album vielleicht einer Diashow des Polanski-Films „Chinatown", so ist „To the darkened corners here we go" das musikalische Pendant zu Roberto Rodriguez' „From Dusk Till Dawn": ein Roadmovie führt uns geradewegs in einen Vampir-Splatterfilm.
„To the darkened corners here we go" wurde aufgenommen im bandeigenen "Lone Star Recording Studio". Nicht ohne: Dani Iosello und Tim Hurley (Califone, Sin Ropas) als Frühstücksgäste auf „Today your love ..." und Oliver Stangl an der Pedal Steel auf „Oh, Pa" und „Bars united".

Kundenrezensionen

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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine CD, die nur schwer in die Gehörgänge kriecht. 15. Januar 2002
Missouri aus Nürnberg bescherten mir im gerade erst verklungenen Jahr 2001 zusammen mit dem Straubinger Robert Foster Spezi Erhard Grundl (einigen wenigen vielleicht noch als Sänger von Baby You Know bekannt) einen der wenigen musikalischen Lichtblicke eines ansonsten faden Jahres. Während jedoch die Strokes und auch die White Stripes zum großen Hype des Jahres wurden, übersah die deutsche Presse mit "This Is Not Our Scene" einmal mehr einen der wenigen großen musikalische, wenn auch sicher nicht innovativen (sind die Strokes innovativ?) Momente, die auf heimischen Boden stattfanden. Mit der über 11-minütigen psychedelischen Overkill-Cover-Version des Velvet Underground-Titels "Run, Run, Run" und den Eigenkompositionen "Down To The River" (mit Spieluhr-Solo) und "Sad Songs Are All I Know" (programmatisch) hätte die Platte mehr Beachtung verdient gehabt, aber der Prophet zählt ja im eigenen Land und besonders hierzulande wenig.

Nachdem auch diese Chance von der deutschen Musikpresse vertan wurde, gehen Erhard & Missouri zunächst wieder getrennte Wege und das Trio Missouri kommt dabei mit "To The Darkened Corners Here We Go" als erste wieder aus den Starlöchern. "In My Eyes The Singer Must Suffer" heißt der erste Song der CD und die Band demonstriert über etwa 35 Minuten, was sie darunter versteht, dass wahre Kunst nur aus dem Leid entstehen kann.
Die Stimmung der Songs wechselt zwischen melancholischer Rückerinnerung ("I'm Still A Good Rider", "Oh Pa"), Hoffnungslosigkeit ("Small And Crowded World Blues (It's Alright)"), deprimierenden Einsichten ("Bars United") und Schuldzuweisungen an die Welt ("Stand Up, Comedian"). Musikalisch dominieren bei dieser Platte die Tasteninstrumente (Rhodes, Orgel, Harmonium und Klavier), die aber auch nur sparsam eingesetzt werden, und ein Tempo leicht oberhalb von Bohren And The Club of Gore; im Gegensatz zum 2000er-Debüt "It's A Glow-In-The-Dark Good Time" sind diesmal auch dezente Schlagzeug-Beats zu hören.

Spätestens damit sollte klar sein, dass die Platte nichts für schlichte Konsumenten ist. Einen Höhepunkt hat die Scheibe aber doch; das 8-minütige, im Aufbau an "We Will Fall" von der ersten Stooges LP erinnernde, düster anklagende "Stand Up, Comedian". "Enlighten my soul / with songs about love" singt Red (und hier könnte man natürlich eine Nähe zum Gospel vermuten) und das wäre der Band wirklich zu wünschen (Man erinnert sich: "Sad Songs Are All I Know"), so aber wird der Hörer mit der psychedelischen Soundcollage "An Ending After All That Time" und dem zumindest musikalisch etwas entspannenderen "Snakes And Goats" in die Dunkelheit entlassen. Und getreu der Zeile "The music I suffer from / it cannot be healed" (aus "Oh Pa") können wir eigentlich sicher sein, dass Missouri uns auch mit der nächsten Scheibe eher kathartischen "Genuss" denn schlichte Unterhaltungsmusik bereiten werden.

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