Wenn man zu den Menschen gehört, die selbstgeschriebene Texte und selbstkomponierte Musik schätzen, dann führt in der heutigen Zeit kein Weg mehr an Jack Johnson vorbei. Der hawaiische Ex-Surfchampion, der Dokumentarfilm studiert hat, mehrfacher Familienvater ist und nebenbei auch noch alle zwei bis drei Jahre ein neues Studioalbum vorlegt, versteht es wirklich, erstklassige Musik zu machen. Dabei gehört er nicht mal zu den Typen, die sich gern in den Vordergrund spielen, sondern bleibt bei aller Genialität sympathisch bescheiden im Hintergrund, was vor allem auffällt, wenn man einen Blick in das Booklet wirft, denn da fällt einem auf, dass Jack Johnson eben nicht nur Jack Johnson (Gesang, Gitarre) ist, sondern außerdem auch noch Adam Topol (Drums, Percussions), Merlo Podlewski (Bass) und Zach Gill (Piano, Keyboard) - Jack Johnson, das ist keine One-Man-Show, auch nicht unbedingt eine richtige Band, sondern mehr als das, nämlich eher eine familiale Herzensangelegenheit, die richtig gut zusammen harmoniert.
"To The Sea" (2010) ist einfach das eine Album, wonach sich jeder Jack-Johnson-Fan in seinem Unterbewusstsein gesehnt hat: Jack Johnsons blaues Album, das eine biophile Liebeserklärung an die unberechenbare und wilde Schönheit des Ozeans und die Natur des blauen Planeten Erde darstellt. Seit 2005 ist dies jetzt schon das dritte überdurchschnittliche Studioalbum in Folge, und es ist ein wahrer Genuss, den musikalischen Höhenflug des Jack Johnson miterleben zu dürfen. Die Musik klingt wie immer angenehm introvertiert und verträumt, auch in seinen Songtexten bleibt er sich treu und verfolgt weiterhin die Richtung des skeptischen Gesellschaftskritikers, der sich Sorgen um den von der Menschheit eingeschlagenen Weg (Klimawandel, Vergötterung des Geldes und der Technik, Krieg wegen Erdöl, etc.) macht und Fragen stellt, wozu er als Mensch auch ein Recht hat.
Auf dem Albumcover sieht man eine aus Holzteilen selbst zusammengebaute Slipway bzw. Slipanlage als Symbol für die Hoffnung und Zeichen dafür, den zukünftigen Herausforderungen konstruktiv begegnen zu wollen. Jack Johnson - das bedeutet auch Hoffnung für die Musik der Gegenwart und Zukunft!