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Nachdem es im Sommer 2012 zwei Wochen auf Platz-1 der holländischen Charts verbrachte, erscheint Golden Earrings neues Album Tits ´n Ass nun endlich auch in Deutschland.
Zwischen dem Vorgänger Millbrook U.S.A und ihrem neuen Opus gönnten sich Barry Hay, George Kooymans und Co. neun Jahre Pause. Beweisen muss die Hardrock-Band aus Den Haag sowieso nichts mehr. Jeder Rock-Fan kennt sie über Hits wie „Radar Love“ (1973), „Twilight Zone“ (1982) und „When the Lady Smiles“ (1984). Golden Earring haben Rockgeschichte geschrieben. Sie sind Paten der europäischen Rock- und Pop-Szene und Helden des Classic Rocks. Bands, wie die Scorpions und natürlich die holländische Neder-Pop-Szene um Herman Brood, De Dijk und Vandenberg verdanken ihnen viel.
Wo Golden Earring drauf steht, ist auch auf ihrem 31. (.) Studioalbum immer noch 100% Golden Earring drin. Etwa in ihrem solide abrockenden Road-Song „Still Got The Keys To My First Cadillac“ vom neuen Album, der ihrer massiven US-amerikanischen Fan-Base sicher auf der Zunge zergeht. International haben die Fans bereits Tits ´n Ass umjubelt. Denn der Markenzeichen-Sound der fetzigen Holländer (in der Kerbe von The Who, Led Zeppelin und den Rolling Stones) kommt in der sechsten Karriere-Dekade Golden Earrings – immer noch in der Originalbesetzung mit Bassist Rinus Gerritsen und dem Hammer-Drummer Cesar Zuiderwijk – stärker denn je zurück. Tits ´n Ass haben sie in London aufgenommen, co-produziert vom legendären Chris Kimsey (The Rolling Stones).
Ein Foto der italienischen Filmlegende Sophia Loren war die Inspiration für das Cover-Motiv á la Bettie Page. Vorliebe für Pin-Ups zeigten Golden Earring ja bereits mit den Album-Hüllen ihrer (zwischen 1992 und 2005 veröffentlichten) Naked-Trilogie. Der freche testosterongeladene CD-Titel Tits ´n Ass hat nun eine doppelte Bedeutung: der Spruch heißt in Amerika so etwas wie „qualitativ erste Sahne“, und das sind Golden Earring nun mal einfach.
Straighte Rocker wie „Identical“, „My Little Timebomb“ oder das perkussiv-treibende „Dope Runner“ alternieren dort mit dem tollen Glam-Schwofer „Cool As It Gets“, der sich abwechselnd vor den Hollies, T.Rex und Robert Plant verneigt, und der unwiderstehlichen Rock-Ballade „This Love“. Souverän gibt es eine Portion Rock“n“Roll („Flowers In The Mud“) und Shuffle („Avenue Of Broken Dreams“) obendrauf. Alles wie immer mit einem 1a-Live-Feel eingespielt.
Golden Earring rocken weiter. Zeigen, dass sie es immer noch drauf haben. Barry Hays Stimme klingt immer noch sexy wie zu Best-Zeiten. Tits ‘n Ass sollte wirklich jeder Rock-Fan auf dem Radar haben.
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