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Titos Brille: Die Geschichte meiner strapaziösen Familie [Gebundene Ausgabe]

Adriana Altaras
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (31 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

15. Februar 2011
»Ich finde, Geheimnisse sind das Allerletzte!« Die Schauspielerin und Regisseurin Adriana Altaras führt ein ganz normales chaotisches und unorthodoxes Leben in Berlin.Mit zwei fußballbegeisterten Söhnen, einem westfälischen Ehemann, der ihre jüdischen Neurosen stoisch erträgt, und mit einem ewig nörgelnden, stets liebeskranken Freund, der alle paar Monate verkündet, endlich auswandern zu wollen. Alles bestens also......bis ihre Eltern sterben und sie eine Wohnung erbt, die seit 40 Jahren nicht mehr ausgemistet wurde. Fassungslos kämpft sich die Erzählerin durch kuriose Hinterlassenschaften, bewegende Briefe und uralte Fotos. Dabei kommen nicht nur turbulente Familiengeheimnisse ans Tageslicht. Auch die Toten reden von nun an mit und erzählen ihre eigenen Geschichten...Mit furiosem Witz und großer Wärme verwebt Adriana Altaras Gegenwart und Vergangenheit. In eindringlichen Episoden erzählt sie von ungleichen Schwestern, von einem Vater, der immer ein Held sein wollte, und von einer Mutter voller Energie und Einsamkeit. Vom Exil, von irrwitzigen jüdischen Festen, von einem geplatzten italienischen Esel und einer Stauballergie, die ihr das deutsche Fernsehen einbrockte – und von den vielen faszinierenden Mosaiksteinen, aus denen sich ein Leben zusammensetzt. Eine außergewöhnliche Familiengeschichte, die ihre Spuren quer durch Europa und das bewegte 20. Jahrhundert zieht – um wieder in der Gegenwart anzukommen und eine ebenso kluge wie hellsichtige Zeitdiagnose zu liefern. Unwiderstehlich witzig, anrührend und unvergesslich.  

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer&Witsch; Auflage: 9 (15. Februar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462042971
  • ISBN-13: 978-3462042979
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,4 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (31 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 58.495 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Eine geniale Familienaufstellung, aberwitzig, böse und liebevoll." ("Rabbi" Dani Levy)

"Mann, schreibst du gut!" (Bastian Pastewka)

Über den Autor

Adriana Altaras wurde 1960 in Zagreb geboren, 1964 Umzug nach Italien, ab 1967 Schulbesuch abwechselnd in Deutschland und Italien. Sie studierte Schauspiel an der Berliner Hochschule der Künste und an der New York University und ist seit 1983 in zahlreichen Filmen für Kino und Fernsehen zu sehen. Seit den 90er-Jahren inszeniert Adriana Altaras zudem regelmäßig an deutschen Schauspiel- und Opernhäusern. Sie ist Mitbegründerin des Off-Theaters Zum Westlichen Stadthirschen, war Mitarbeiterin bei Steven Spielbergs Shoah Foundation und übernahm 2002 die Künstlerische Leitung der Jüdischen Kulturtage in Berlin. Auszeichnungen u.a.: Bundesfilmpreis, Theaterpreis des Landes Nordrhein-Westfalen (zusammen mit Joachim Król), Silberner Bär für schauspielerische Leistungen (Berlinale 2000). Adriana Altaras lebt in Berlin, hat zwei Söhne und den braunen Gürtel in Karate.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
62 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Mit vielseitigem Witz und wohltuendem Humor beginnt Adriana Altaras ihre biographischen Aufzeichnungen über ihre verrückte, amüsante und nach dem Krieg weit verstreute Familie.
Sie ist Jüdin, wurde in Zagreb geboren, wo ihr Vater bei den Partisanen um Tito mitmischte. Über sein Leben und das ihrer Mutter erfährt sie aber vieles erst, als die Eltern kurz nacheinander sterben, und sie in der seit vierzig Jahren nicht mehr aufgeräumten Wohnung in Giessen an die Hinterlassenschaft der Eltern gerät. Alte Fotos, Briefe und Aufzeichnungen öffnen ihr die Tür zu ihrer Familiengeschichte, in der es ernsthafte Geheimnisse gab.
Ihr Vater flüchtete aus Jugoslawien, als er 1964 im Rahmen der Säuberungen als Jude aus der kommunistischen Partei ausgeschlossen werden sollte. Über die Schweiz ging er nach Deutschland, wo er in Giessen als Arzt und Professor am Universitätsklinikum eine Lebensstellung erhielt.
Beim Durchforsten der Hinterlassenschaft gelangen zahlreiche Familiengeheimnisse zutage. Mit jüdischem Scharfblick und aufmerksamer Beobachtung entwickelt die Autorin ein filigranes Familienbild. Von kleineren und größeren Liebschaften des Vaters und über mögliche Geschwister aus diesen Verbindungen ist die Rede, und es wird klar, dass es die Familie mit den jüdischen Riten nicht mehr gar so genau nahm. Dennoch wird die Beerdigung des Vaters natürlich nach jüdischem Ritus begangen. Der Kantor lehnt zum allgemeinen Erstaunen seine Alditüte an den Sarg und begeistert später alle mit seinem Gesang. Die Stimme ' erhebt sich über Religion, Politik, über den Schnee, die Neustadt und das Klinikum in Gießen hinweg', und alle hängen an 'dieser Stimme mit Alditüte'.
In munterem Ton, der den Ernst nicht auslässt, erzählt Adriana Altaras lakonisch und frech ihre Familiengeschichte, die bis in die Gegenwart zu ihrem westfälischen Mann und den beiden kleinen Söhnen reicht.
Der Bogen ist weit gespannt und lässt uns teilhaben an der besonderen, zugleich distanzierten und doch warmherzigen Erzählkunst, wie wir sie aus vielen jüdischen Beiträgen in der Literatur kennen. Von Jugoslawien und seinen schönen Städten und Stränden, von Tanten, Cousinen und Cousins ist die Rede, die nach dem Holocaust, sofern sie denn überlebt haben, in aller Welt verstreut leben. Man findet sich und freut sich über ein Wiedersehen. Kuriose, dumme Aussagen alter und neuer Nazis mischen die Geschichte auf.
Israel, Anlaufstelle für hunderte von Flüchtlingen, ist nicht das ersehnte Ziel aller Geflohenen. Alles in allem geht es in dieser Geschichte um Freiheit und Bindung, um Konventionen, Traditionen und wie weit man seine Vergangenheit hinter sich lassen kann. Als die Bar - Mizwa des Sohnes David naht, wird das Fest mit allen erreichbaren Verwandten so gefeiert, wie sich das nach jüdischem Brauch gehört.

Mit ihren Streifzügen durch die Gegenwart und Vergangenheit ist Adriana Altaras eine scharfzüngige und ehrliche Analyse gelungen, wie es sich als Jüdin mit dem Ballast einer Vergangenheit lebt, in der die Welt und das Judentum unterzugehen drohte. Sie bleibt sich treu und ist in ihrer Identität Jüdin geblieben, ohne das als aufdringliche Wahrheit zu verkünden.
Auch in ernsten Lagen spart Adriana Altaras die Komik nicht aus, und das Buch gewinnt die Aufmerksamkeit seiner Leser, die sich der klugen und beredt erzählenden Autorin ganz überlassen können.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Als ihre Eltern kurz hintereinander sterben und sie in deren verwaisten Gießener Wohnung die Hinterlassenschaft eines ganzen Lebens ordnen muss, da, so nehme ich an, ist in der Schauspielerin Adriana Altaras der Entschluss gereift, das Leben und die Lebensgeschichte ihrer Eltern, deren Bedeutung für ihr eigenes Leben sie bisher nur ausschnittweise begriff, aufzuschreiben.

Eingebettet in ihren Lebensalltag mit einem nichtjüdischen Mann, der schon lange viel Verständnis aufbringt für all die Neurosen der Nachkommen der Holocaust-Überlebenden, ihren Kindern, vielen Freunden und ihrem Beruf als Schauspielerin und Regisseurin erzählt sie das Leben ihrer Eltern.

Das Sichten der Hinterlassenschaften ihrer Eltern in einer Wohnung, in der vierzig Jahre lang jede Kleinigkeit aufgehoben wurde, vergegenwärtigt Adriana Altaras nicht nur das bewegte Leben des Vaters und der Mutter, sondern konfrontiert die deutsche Jüdin auch mit ihrem eigenen Jüdischsein und einer Zeit in der es lebensgefährlich war, ein Jude zu sein.

Wie sie diese Geschichte und die damit verbundenen zahllosen Geschichten erzählt, mit Witz und einem bewundernswerten Humor, wie sie ihre eigene jüdische Identität in Deutschland reflektiert, ohne sie permanent vor sich her zu tragen, das ist als Lektüre unterhaltsam. Ich habe viele Bücher von Autorinnen gelesen, die als Kinder von Überlebenden schreibend versuchten, etwas zu bewältigen von der unendlichen Trauer und Last, die die Eltern ihnen quasi vererbten, vor allem dadurch, dass sie schwiegen. Keines aber hat mich so fasziniert, stellenweise begeistert wie diese "Geschichte meiner strapaziösen Familie".

Da ist der imponierende Vater Jakob, geboren 1918 in Split, der als Medizinstudent in Italien das Dritte Reich überlebte, wobei er den Mut hatte, 40 jüdische Kinder aus Kroatien vor dem Transport in ein Vernichtungslager zu retten. Allein die Geschichte dieses Mannes der Nachwelt zu erhalten, ist das Buch wert gewesen. Nach dem Krieg in der jugoslawischen Parteihierarchie sehr weit aufgestiegen, fiel er 1964 in Ungnade und wurde als Jude aus der kommunistischen Partei ausgeschlossen. Über Zürich floh er nach Deutschland, wo er als Arzt, und später als Professor für Radiologie an der Universität eine Lebensstellung erhielt, wo er später ein Verfahren zur Erkennung von Dickdarmerkrankungen entwickelte, das noch heute angewendet wird. In Gießen gründete er eine jüdische Gemeinde und schaffte es, dass sie Synagoge wieder aufgebaut wurde. Sein Traum war es, Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland zu werden, und dort mit den Zuständen, die er immer wieder kritisierte, aufzuräumen.

In seiner zweiten Ehe war er mit Thea Altaras verheiratet, einer Architektin, die für ihre Forschungen und Veröffentlichungen zur jüdischen Architektur in Hessen bekannt wurde. Als Tochter dieses rührigen und unruhigen Paares ist Adriana Altaras aufgewachsen. Doch vieles war auch ihr unbekannt, bis sie nach dem Tod der den Vater um kurze Zeit nur überlebenden Mutter die Giessener Wohnung auflösen muss. Die Fotos vor allem sind es, die sie zurückführen in eine Vergangenheit, die heute noch schmerzt:
"Ich weiß genau, warum ich keine alten Fotos mag. Geschichten, die nicht einmal im Traum zu verdauen sind."

Doch sie stellt sich dieser Aufgabe und schreibt alles auf, was sie dabei erlebt. Herausgekommen sind Beobachtungen von inneren und tatsächlichen Reisen durch die Gegenwart und die Vergangenheit, Selbstvergewisserungen einer Jüdin in Deutschland, die die Qualität großer Literatur haben. Denn ihre Sprach- und Erzählkunst ist enorm, der Bogen der Geschichten weit gespannt. Es gelingt ihr, nicht nur in den innerjüdischen Auseinandersetzungen in Deutschland nicht nur zwischen den Zeilen Duftmarken zu setzen, sondern auch dem nichtjüdischen Leser zu vermitteln, wie eine Frau mit dieser Familiengeschichte im Rücken in Deutschland lebt und arbeitet, gerne und bewusst, wie sie immer wieder betont.

Ein Buch, das auf warmherzige Weise dem Leser etwas vermittelt von der Geschichte einer jüdischen Familie in Deutschland.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Tom
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Ich erlebte Adriana letztes Jahr vier Wochen als meine Chefin für ein Theater-Projekt. Fazit: Sie kennen und lieben ist ein und dasselbe.
Von ihr, dieser beinahe winzigen Frau, geht eine Energie aus, die alle Grautrübewetterwolken davonbläst, die mitreißt und lebensbegeistert. Helge Schneiders "MEIN FÜHRER" hatte ich boykottiert, als ich erfuhr, dass Adriana (an der Seite vom seligen Ulrich Mühe) mitspielt, mir dann doch kommen lassen.
Da ich die erste Zeit des 2011er Sommerurlaubs allein verbringen musste, wollte ich eine Bekannte mitnehmen. Ich tats in Form von Adrianas Buch. Das hatte einen Haken, ich war schon am zweiten Abend mit den 261 Seiten Kurzweil fertig. Absolute Leseempfehlung. Selbst aus ihrem Text heraus ersetzt Adriana mit ihrer Energie den Schlaf anderer Leute.
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Die neuesten Kundenrezensionen
5.0 von 5 Sternen Alles i.O.
alles zu vollster Befriedigung, keine Beanstandungen, so wie man es erwartet.
Zu wenig Worte?
Dann noch einmal:
alles zu vollster Befriedigung, keine Beanstandungen,... Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Fritz Brenzel veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Vergnügliche Vergangenheitsbewältigung ;-)
Die Schauspielerin und Regisseurin Adriana Altaras führt ein ganz normales chaotisches und unorthodoxes Leben in Berlin. Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von dreizwoeinsheinz veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Alles super, Gutes lesenswertes Buch. Sehr heitere leichte Literatur
Wie zuvor beschrieben. Ein nettes kleines Buch zur Erbauung und schnell zu lesen.Sehr heitere leichte Literatur. Kann ihc weiter empfehlen.
Vor 2 Monaten von womei veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen Überflüssig!
Nicht jede Familiengeschichte ist es wert, in Buchform erzählt zu werden. Schon gar nicht, wenn es der Autorin nicht gelingt, etwas Ordnung in ihren gedanklichen Ameisenhaufen... Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von Robert Kloes veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Titos Brille
Das gut besprochene Buch habe ich im Urlaub sehr schnell und gerne gelesen. Es liest sich gut in einem sehr verregneten Urlaub
Vor 4 Monaten von Elke Hosang veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Sehr gut
Alles perfekt gelaufen. - vielen Dank

verstehe nicht warum ich hier 19 Wörter schreiben muss wenn mit einem alles gesagt ist.
Vor 4 Monaten von Anne Grouven veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen packend, errinnernd lesenswert
Wahrscheinlich braucht die Autorin nicht noch eine Werbung, aber sie ist ihr zu gönnen. Ich habe gelesen, war ergriffen, habe weitergeblättert, war wieder ergiffen und... Lesen Sie weiter...
Vor 10 Monaten von H. Schaaf veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Ich mag es sehr
Ehrlich gesagt habe ich das Buch mehr oder weniger zufällig gekauft. Das Interesse wurde durch eine Talk-Show geweckt in der Adriana teilnahm und Ihre Geschichte vorstellte. Lesen Sie weiter...
Vor 12 Monaten von S. Ebrah veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Philosemitisch - na und?
Schwieriges Thema, vermeintlich leicht geschrieben, das ist so selten zu lesen in deutscher Sprache. Lesen Sie weiter...
Vor 13 Monaten von H. Taskintuna veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Titos Brille. Die Geschichte meiner strapaziösen Familie - Das...
Adriana Altaras fesselt den Hörer von Anfang an mit ihrer lebhaften Sprechweise.

Nach dem Tod ihrer Eltern obliegt es Adriana Altaras, deren Wohnung aufzulösen... Lesen Sie weiter...
Vor 14 Monaten von unbekannt veröffentlicht
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