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Kassandra. Erzählung. ( Sammlung Luchterhand im dtv).
 
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Kassandra. Erzählung. ( Sammlung Luchterhand im dtv). (Taschenbuch)

von Christa Wolf (Autor)
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 144 Seiten
  • Verlag: Dtv (1993)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423118709
  • ISBN-13: 978-3423118705
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 304.652 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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    Nr. 43 in  Bücher > Belletristik > Romane & Erzählungen > Zeitgenössische Literatur > Deutschsprachige Autoren > Wolf, Christa

Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Kassandra
DE 1983 (BRD), 1983 (DDR) Form Erzählung Epoche Gegenwart
Anfang der 1980er Jahre schrieb Christa Wolf mit Kassandra einen Text, der zwei Themenkomplexe ihres Werkes zusammenfasst – die Bemühung um Frieden und um weibliche Emanzipation. In einer Zeit des Kalten Krieges, des atomaren Wettrüstens und der noch nicht erreichten Gleichstellung der Frau war Wolfs Erzählung über eine mythologische Frauengestalt von frappierender Aktualität. Anhand des Kassandra-Mythos zeigt die Autorin jahrtausendealte kriegsfördernde Mechanismen auf, etwa die feindliche Abgrenzung nach außen zur Sicherung der eigenen Ideologie. Krieg wird als Ergebnis patriarchaler Machtstrukturen beschrieben, zu deren Aufrechterhaltung die Unterdrückung der Frau unumgänglich ist.
Entstehung: 1982 war Wolf Gastdozentin an der Universität Frankfurt/Main. Ihre Poetik-Vorlesungen trugen den Titel Voraussetzungen einer Erzählung: Kassandra und rekonstruierten in einer Mischung aus Reisebericht, Arbeitstagebuch und Briefen den Entstehungsprozess der Erzählung, zu dem die Lektüre der Orestie des Aischylos auf einer Griechenlandreise den ersten Anstoß gegeben hatte. Wolf greift verschiedene Varianten des Kassandra-Mythos auf und entwickelt ein eigenes Bild der Figur: Kassandra wird zum Symbol für die »Stimmlosigkeit« der Frau.
Inhalt: In einem Erinnerungsmonolog der Hauptfigur entfaltet sich die Geschichte Kassandras: Der Tochter des trojanischen Königs Priamos wurde von Apoll die Sehergabe verliehen. Da sie sich aber der Liebeswerbung des Gottes verweigert, straft er sie mit dem Fluch, dass niemand ihren Prophezeiungen glaubt. So kann Kassandra, die für wahnsinnig gehalten wird, den Krieg ihres Volks mit den Griechen nicht verhindern. Geführt wird dieser Krieg um ein Phantom: Kassandras Bruder Paris ist es tatsächlich nicht gelungen, die Griechin Helena nach Troja zu bringen. Kassandra weigert sich, für die Strategien der Kriegsführung benutzt zu werden, und wird zur Fremden im eigenen Land. Schutz findet sie nur bei einer Gruppe von Frauen, die aus der Stadt geflüchtet vor deren Toren leben und die Göttin Kybele verehren – die matriarchale Lebensform wird zu einem utopischen Entwurf friedlichen Lebens. Von Agamemnon nach Griechenland verschleppt, wartet Kassandra schließlich vor dem Löwentor von Mykene auf ihre Hinrichtung. Sie ist sich selber treu geblieben, aber bezahlt ihre Haltung mit dem Tod.
Wirkung: Kassandra ist Wolfs erfolgreichstes Werk, die Erzählung rangierte monatelang auf den Bestsellerlisten, es entstanden mehrere Hörspielfassungen und Dramatisierungen. Die Poetik-Vorlesungen wurden im Osten erst veröffentlicht, nachdem Wolf mehrere Passagen gestrichen hatte – so z. B. eine Textstelle, in der ein einseitiges Abrüsten durch den Warschauer Pakt erwogen wird. Trotz dieser Streichungen fand der Text in der DDR viele Kritiker, wurde aber zu einem Basistext der Friedens- und Frauenbewegung.
1996 führte die Autorin die Themen der Erzählung in ihrem Roman Medea. Stimmen fort: Frühe Quellen berücksichtigend, arbeitete sie heraus, wie Medea von der männlich dominierten Geschichtsschreibung zur Kindesmörderin stilisiert wurde. Erneut wird das Weibliche als Angst machendes und deshalb zu unterdrückendes Element gezeigt, die feindliche Abgrenzung gegen alles Fremde als eine den Frieden unmöglich machende Tendenz. A. K.

Pressestimmen

"Christa Wolf hat die Figur Kassandra lebendig phantasiert und sie aus dem Mythos in ein utopisches Einst als ihren Ort eingeschrieben - ein Einst, das die Vergangenheit und zugleich die Zukunft meint. Es war einst und wird einst sein eine Frau namensKassandra, eine exemplarische Dissidentin, eine Frau am Schnittpunkt zwischen Patriarchat und Matriarchat, eine Frau, die für sich und ihresgleichen eine lebbare Alternative zum (männlichen) Gewalt- und Herrschaftsdenken sucht, eine Frau, die auf dem rechten Weg scheitert, aber dadurch ihn beglaubigt. Eine Erzählung von klassischer Wucht und Schwere, fast einschüchternd vollkommen"
(profil, Wien)


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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Von der Einsamkeit der Sehenden, 10. November 1999
Von Ein Kunde
Ich wage es, die auf diesen Seiten an anderer Stelle wiedergegebene Kritik eines Lesers zu zitieren: "... und der Stil ist so ungewöhnlich und eigensinnig, dass keine echte Neugier aufkommt. Das Buch ist ein einziger, langatmiger Monolog, und, was mich am meisten störte, ist die ewige Schluchzerei, Klagerei und Wehmut der Heldin. " Das trifft es natürlich, und es zeigt die seltsame Macht der Identifikation: Mit "Kassandra" ist die Tragik des Menschen auf eine Weise präzisiert worden, dass es nicht auszuhalten ist - es sei denn, man lernt zu sehen. Da kann kaum Neugier aufkommen, aber es gibt eben auch Menschen, die bei Christa Wolf, die bei Cohen oder Celan oder French nicht geweckt werden müssen: Sie lesen, um zu spüren, dass sie nicht allein sind.

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10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein Blick dahinter..., 21. Juni 2000
Von Ein Kunde
Die Welt vor 2000 Jahren gleicht dieser. Vor eben so vielen Jahren saß eine Frau auf einem Schiff und fuhr ihrer Hinrichtung entgegen und eben so viele Jahre später schreibt eine andere Frau über eine ebenso lächerlich-erschreckende Bedrohung.

Christa Wolf verarbeitet mehrere Probleme: die atomare Bedrohung zu Beginn der 80er, die Umformung und Verformung einer Frau durch geschichtsschreibende Männer, die bedrückende Sehergabe und - was wohl fast schon ebenso prophetisch ist: eine versteinerte Welt. Hellas und die DDR.

Ebenso die Vaterstadt Kassandras scheinbar verriegelt und verrammelt einer kafkaesken Stille verhaftet zu sein scheint, so war auch die DDR unbeweglich. Und genau wie Kassandra muss sich wohl auch Christa Wolf gefragt haben: wieviel Wahrheiten gibt es eigentlich?

Wer dieses Land wenigstens in Ansätzen gekannt hat wird sich ganz deutlich wiederfinden, bedrückend und interessant zugleich, besser als alle Memoiren und Zustandsberichte.

Ein Buch, dass nicht nur durch seine interessante Form (dem Buch sind vier Vorlesungen vorangesetzt) sondern auch durch die enge Verbindung mit der Autorin besticht. Hier zeigt sich ganz deutlich, dass Christa Wolf weder sture DDR-Schriftstellerin noch Dissidentin war, ein Zustand der selbst von ihr sehr schwer zu bestimmen war, ist und bleibt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)

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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Was man wissen sollte, 30. August 1999
Von Ein Kunde
Um dieses Buch zu verstehen, muss man wenigstens die 4 Frankfurter Poetik-Vorlesungen "Voraussetzungen einer Erzählung: Kassandra" gelesen haben (keine Sorge, nur der Titel klingt trocken, der Inhalt ist abwechslungs- und lehrreich). Christa Wolf selbst versteht die Erzählung sozusagen als die fünfte Vorlesung. Wenn Sie nur die lesen wollen, lesen Sie sie am besten zweimal und behalten sie folgendes im Kopf: Die Autorin versucht mit erzählerischen Mitteln den Eindruck eines Netzwerks, eines Musters oder Gewebes zu erzeugen, deshalb erzählt die Titelfigur ihre Geschichte nicht streng linear; sie kann Verbindungen knüpfen zu Tatsachen, die der Leser erst am Ende des Buches versteht (deshalb hilft ein zweites Durchlesen). Und Christa Wolf versucht nicht, alle Männer negativ und alle Frauen positiv zu zeichnen: Sie zeigt Menschen, die von falschen Voraussetzungen ausgehen und deren Denkstrukturen daher wahnsinnig werden (leider sind diese Menschen in der Überzahl - in Troja ebenso wie außerhalb). Und sie zeigt Menschen, die frei zu denken lernen, die zwischen den falschen Alternativen Siegen oder Verlieren bzw. Töten oder Sterben eine dritte Möglichkeit finden: Leben, Lächeln, sich Berühren. Vorwissen über den trojanischen Krieg ist im übrigen nur bedingt hilfreich: es gibt viele verschiedene Überlieferungen, und Christa Wolf folgt den eher unbekannten Versionen. Alles, was sie will, ist: Kassandra (und Troja) so zu zeigen, wie es wirklich gewesen sein könnte - unverfälscht von so einseitigen Berichterstattern (bzw. Dichtern) wie z.B. Homer und Aischylos. Und es ist ihr in einer wundervollen Erzählung gelungen.
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Veröffentlicht am 12. August 2001 von red duke

4.0 von 5 Sternen Überraschend faszinierend!
Na, Christa Wolf... denkt man als ahnungslose und von plakativen Äußerungen des Feminismus genervte Literaturstudentin. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 20. November 2000 von daniela_hofmeist@hotmail.com

5.0 von 5 Sternen beeindruckend
Ich bin auf das Buch eher durch Zufall gekommen. Mir hat es von der ersten Seite an gefallen. Der nachdenkliche Monologstil ist sehr ehrlich und die Auseinandersetzung der... Lesen Sie weiter...
Am 31. August 1999 veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Atemberaubend
Fast schon beängstigend schöne Prosa (?). Panorama menschlicher Schuld, Verstrickung und Bedingtheit in Zeiten des Krieges, oder in allen Zeiten die nach Opposition und... Lesen Sie weiter...
Am 27. August 1999 veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Eine feministische tiefgreifende Gesellschaftskritik
Es braucht schon etwas Geduld beim Lesen, aber wenn man den "Einstieg" gefunden hat, ist es ein geniales Buch. Lesen Sie weiter...
Am 24. Juni 1999 veröffentlicht

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