Sonntag, 14. April 1912: Trotz zahlreicher Eisbergwarnungen hält die "Titanic" ihren Kurs. Es ist der Anfang vom Ende. Kurz nach Mitternacht reißt ein Eisberg ein riesiges Leck in den Rumpf des Dampfschiffes. Über 1.500 Passagiere ertrinken in den eisigen Fluten des Atlantiks. Bis heute sind die Gründe für die größte Schiffskatastrophe des frühen 20. Jahrhunderts nicht eindeutig geklärt.
Den Mythos des luxuriösen Dampfschiffes veranschaulichen Autor Martin Jenkins und Illustrator Brian Sanders in ihrem Aktivbuch "Titanic". Historische Dokumente, ein informatives Booklet sowie zahlreiche Extras und Faksimiles berichten von den Anfängen der "Titanic", als sie noch nichts weiter als eine fixe Idee in den Köpfen der Konstrukteure Bruce Ismay und Lord Pierre war, bis zu ihrem dramatischen Ende. Christian Dreller übersetzt dieses interessante Buch aus dem Englischen.
Unzählige Informationen zu Details, wie der Funktionsweise des Kesselraums oder der Vorstellung der einzelnen Passagierklassen, laden zum Entdecken und Staunen ein. Eindrucksvoll werden die letzten Stunden des damaligen, größten Dampfschiffes der Welt mit Zeitangaben und erklärenden Abbildungen skizziert.
Durch das 75 cm große, ausklappbare 3D-Modell der Titanic sind die Erläuterungen von Martin Jenkins sehr gut nachzuvollziehen. Sechs Klappbilder zeigen Ansichten von bemerkenswerten Räumlichkeiten der "Titanic", wie zum Beispiel vom Palmengarten oder den komfortabeln Suiten der Ersten Klasse, und werden durch kurze Bildunterschriften erklärt. Weitere Extras, wie die Titelseite des "Daily Mirror" über die Schiffskatastrophe, eine Speisekarte, ein Infoplakat zu Passagieren und eine Karte des Schiffquerschnitts, entführen in die Welt der "Titanic" und lassen den Traum Ismays und Lord Pierres vor den Augen des Lesers real werden. Damit bei Schmökern nichts verloren geht, können alle herausnehmbaren Extras unter dem Pop-up-Modell verstaut und mit dem magnetischen Deckel sicher verschlossen werden.
Einziges Manko ist das detailreiche und großartig gestaltete Modell der "Titanic". Beim ersten Ausklappen ist es etwas sperrig und man bekommt leicht Angst, es könnte zerreißen. Aus diesem Grund ist "Titanic" nicht unbedingt für Kinderhände geeignet, es ist eher ein Werk für Liebhaber.
Allerdings ist "Titanic" ein durchweg faszinierendes und interessantes Buch, das vor allem junge Leser spielerisch an den Mythos des unsinkbaren Dampfschiffes heranführt. Mit diesem imposanten 3D-Modell lässt sich die "Titanic" vom Bug bis zum Heck entdecken.