Das Buch (1. Auflage 1966) erinnert mich etwas an - Die fabelhafte Welt der Amélie oder Die geheimnisvolle Minusch - es hat auch den französischen Charme und die Leichtigkeit verrückte Dinge in einer realen Welt geschehen zu lassen, diese aber nicht wie Science-Fiction/Fantasy (z.B. Harry Potter) wirken zu lassen.
Tistou mag die Schule nicht. Der Unterricht ist sooo langweilig, dass er jedesmal einschläft. Seine Eltern (Monsieur Papa und Madame Mama, die unglaublich reich sind) beschließen, dass er deshalb nicht mehr dorthin gehen muss und stattdessen aus der Welt lernen soll - allein dafür liebe ich das Buch schon, als Kind hätte mich das total verzaubert: Ach wär das toll, wenn ich das doch auch könnte!
So kommt er:
1.) zum Gärtner Schnurrebart ...Gartenkunde - das ist letztlich auch Erd-Kunde, da erfahren wir etwas von der Erde, auf der wir herumlaufen, auf der das Gemüse wächst, von dem wir uns ernähren, und das Gras, das die Tiere fressen, bis sie dick genug sind, um ebenfalls gegessen zu werden. ..
Hier entdeckt Tistou, dass er grüne Daumen hat, womit er alle Samenkörner zum schnellen keimen und wachsen bringen kann um damit letztendlich sein Umgebung und Mitmenschen zu verändern.
2.) zu Herrn Trommelpfiff, der ihm Unterricht über Gesetz und Ordnung erteilt ...Ihr müßt nicht glauben, daß Herr Trommelpfiff vielleicht ein böser Mensch gewesen wäre - er hatte nur immer sehr rote Ohren und konnte sich um jeden Pappenstiel ereifern...
3.) zu Doktor Vielübel ...Eigentlich müßte doch hier alles fröhlich und glücklich sein, überlegte Tistou, denn hier werden ja Schmerzen und Krankheiten bekämpft. Wo steckt denn nur diese Traurigkeit, die ich spüre?...
Wunderschön, philosophisch erzählt. Für Groß und Klein. Wunderbar zum vorlesen. Einzig den Schluss hätte ich mir anders gewünscht. Das war für mich wie ein richtiger Bruch in der Geschichte - wie wenn Amélie plötzlich doch eine Sci-Fi-Außerirdische ist.