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Tirza
 
 
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Tirza [Gebundene Ausgabe]

Arnon Grünberg , Rainer Kersten
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 572 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 1., Aufl. (März 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257066376
  • ISBN-13: 978-3257066371
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,6 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 231.493 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Arnon Grunberg
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Jürgen Hofmeester, Ende fünfzig, wohlhabend, aber freigestellt, geht ganz auf in seiner Vaterrolle. Vor allem, seit seine Frau ihn verlassen hat. Tirza, so heißt sein Augenstern, die jüngere Tochter. Nach dem Abitur will sie auf Reisen nach Afrika gehen. Dann hat Hofmeester ausgedient, wird keine Rolle mehr spielen, und deshalb fällt er aus der Rolle.

Über den Autor

Arnon Grünberg, geboren 1971 in Amsterdam, tätig - nach Verweis vom Vossius-Gymnasium - u. a. als Apothekenhelfer, Tellerwäscher und Verleger. Für die Toneelgroep Amsterdam und im Auftrag des Amsterdamer Fonds für die Kunst Veröffentlichung mehrerer Theaterstücke, Arbeit für 'International Theatre & Film Books', schreibt Kolumnen für 'Boekblad' (Zeitschrift des niederländischen Buchhandels) sowie für 'NRC Handelsblad' über seinen Aufenthalt in den USA. Zur Zeit lebt er in New York.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Arnon Grünberg Tirza Diogenes ISBN 3257066376

Schrecklich können Familienbande sein!
Die Rolle eines neurotischen und zerrissenen Vaters, an dessen Abnormität seine ganze Familie zugrunde geht, steht in Grünbergs neuem Roman im Fokus.
Väter mit Besitz ergreifender, grausamer und beherrschender Allmacht sind suspekt. Die neuesten Nachrichten aus der Hölle eines die Zivilisation missachtenden Vaters kann man täglich in den Medien verfolgen. Der Kulturschock ist immens. Die Übergriffe gegen Kinder und Frauen ziehen sich durch alle Schichten.

Jörgen Hofmeester, Ende fünzig, ist Lektor in einem angesehenen Literaturverlag und wohnt mit seiner Familie in einem vornehmen Viertel in Amsterdam. Von seinem Verlag ist er vorzeitig in den Ruhestand verabschiedet worden. Er beginnt, sich ein Scheinleben aufzubauen und klammert sich intensiv an seine Vaterrolle. Auch diese Rolle wird nicht von Dauer sein, denn das letzte ihm verbliebene Familienmitglied, seine jüngste Tochter, will nach dem Abitur nach Afrika. Die ältere Tochter und seine Frau haben ihn schon vor längerer Zeit verlassen.
Sein ganzes Sinnen und Trachten gilt der jüngsten Tochter, die in Anlehnung an das Alte Testament Tirza genannt wurde, Übersetzung für die Anmut/ das Wohlgefallen. Er bemerkt nicht, dass auch sie ihm längst entglitten ist. Hofmeester zeigt sich wie besessen von seiner Vaterrolle, die ihm bei der Trübsal seines Lebensalltags als einzige noch geblieben ist.
Er ist gerade bei den Vorbereitungen für das Abiturfest, als unerwartet seine Frau wieder auftaucht.
Nun beginnt ein makaberes Spiel, das wie ein Kammerspiel aufgezogen ist und nicht weit entfernt von Tennessee Williams und seinem Theaterstück Wer hat Angst vor Virginia Woolf  angesiedelt zu sein scheint.
Zwischen den Eheleuten kommt es zu wortreichen Auseinandersetzungen und Anspielungen. Alle bisher unausgesprochenen Gemeinheiten der Ehejahre werden aufgetischt. Seine Frau schleudert ihm mit wütenden Ausbrüchen entgegen, wie er sie verkannt und beleidigt hat, und wie sehr sie ihn als ewigen Nutznießer ohne Gefühle für andere erlebt hat, so dass sie geradezu gezwungen war, das Weite und andere Männer zu suchen.
Offensichtlich geht Hofmeester verblendet durchs Leben. Seine Wahrnehmung ist getrübt, weil er überhaupt nicht fähig ist, die Realität zu sehen. Seine Tochter Tirza wird zu seinem einzigen Lebenselixier, und er entpuppt sich als Psychopath und aggressiver Sonderling, der schnell tätlich wird.
Unfassbare Abgründe tun sich auf!
Die Rolle eines Mieters im Obergeschoss seines Hauses wirft ein weiteres Schlaglicht auf die penible und verrückte Persönlichkeit des J. Hofmeester. Er reibt sich auf und ärgert sich, wenn die Miete nicht pünktlich entrichtet wird. Längst hat sich die älteste Tochter beim Eintreiben der Miete verdient gemacht,--und sich sexuell mit dem Mieter eingelassen. Immer wieder verliert Hofmeester daraufhin die Kontrolle über sich, und seine Mitmenschen sind ernstlich in Gefahr.
Wie kann man überhaupt die Kontrolle über sich gewinnen?
Tirza zeigt es ihm, denn die Probleme in der Familie haben eine lange Geschichte!
Der Protagonist wird als bedauernswerter Verlierer porträtiert. Keiner mag ihn wirklich, schon als Junge bekam er Prügel, und am Ende steht er nur noch mit leeren Händen und einer kaputten Familie da.

Grünberg lässt keinen Augenblick ungenutzt, um das abnorme Verhalten seines Protagonisten zu illustrieren, so dass man sich unweigerlich in den Sog eines psychischen Ausnahmezustands hinein versetzt fühlt. Die Helden bei Grünberg versuchen, Mensch zu sein und scheitern an ihrem eigenen Irrwitz.
Mit ausufernder Phantasie und Talent baut der Autor seine Geschichte langsam auf, bis er zielstrebig auf einen überraschenden und grausamen Schluss zusteuert.

Als Meister der feinen psychologischen Beobachtung zeigt sich der Autor Arnon Grünberg einmal mehr! Wie in seinem Buch  Gnadenfrist setzt Grünberg die Zeichen, die einen Mann in seiner Verrücktheit und Absonderlichkeit zeigt.
Es ist ein Stück aus dem Tollhaus, das aber durchaus im Bereich der Realität liegt.
Claudine Borries
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Unheimlich 10. Juli 2009
Von firdalion
Format:Broschiert
Ich habe mehrere Bücher von A. Grünberg gelesen und ihn auf einer Lesung erleben dürfen. Wegen des Inhalts verweise ich auf andere Rezensionen und den Klappentext. Es dauerte eine Weile (ca.50-60 Seiten), bis man in das Buch und den Schreibstil von A.Grünberg hereinwächst, weil sich vieles wiederholt und eigentlich nichts passiert, außer, dass man Einblick in das Leben des "Helden" J. Hofmeester erhält. Aber dann entwickelte es plötzlich eine Eigendynamik und ich war gefesselt. Die Geschichte wird unheimlich, man ahnt, dass es kein Happy-End gibt.

Die "Helden" von A. Grünberg haben immer ein Loser-Image, verzweifelte, gescheiterte, hoffnungslose Charaktere, bei denen ich nicht weiß, ob ich sie bedauern oder verachten muss. Etwas dämonenhaftes haftet auch J.Hofmeester an. Großartig.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Roland Freisitzer TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert
Arnon Grünbergs neuester Roman "Tirza" beginnt unspektakulär. Der Protagonist Jörgen Hofmeester, Lektor für fremdsprachige Literatur an einem niederländischen Verlagshaus beschäftigt, bereitet Sushi und Sashimi für die quasi als Vorabend zu einer Afrikareise stattfindende Abiturfeier seiner Tochter Tirza vor, bis seine Frau im Bademantel in die Küche tritt...

Schnell erfährt der Leser mittels Rückblenden, wie Jörgen Hofmeesters Frau sechs Tage vor diesem Abend nach drei Jahren absoluter Abstinenz wieder vor der Tür stand und sich einfach so zurück in das Leben Jörgen Hofmeesters und seiner Tochter gedrängt hat. Dieses Ereignis, wie auch die Freistellung (bei vollem Bezug) als Lektor triggern in Jörgen Hofmeester den finalen Abbau seiner moralischen und persönlichen Werte.

Mittels permanenter Rückblenden wird man in den Sog der letzten knapp über zwanzig Jahre des Protagonisten gezogen. Jahre, in die die Bekanntschaft mit seiner Frau, die Geburt der beiden Töchter, das Zerwürfnis mit der älteren Tochter, das Verschwinden der Frau und das liebevolle, aber neurotische Kümmern um die jüngere Tochter Tirza, die Sonnenkönigin Jörgen Hofmeesters fallen.

Arnon Grünberg entwickelt dieses Portrait auf beeindruckende Weise; ohne viel in das Handeln seiner Protagonisten einzugreifen, lässt er diese mittels der Geschichte unkommentiert agieren. Das funktioniert wirklich blendend. Er zeigt, wie sich der generelle moralische Verfall und das provokativ sexuelle Verhalten von Hofmeesters Ehefrau, sowie eine Affäre seiner damals fünfzehnjährigen Tochter mit einem Mieter auf die folgenden Ereignisse auswirken. Hinweise, im ganzen Buch verstreut, die man erst mit der Kenntnis der letzten ca. dreißig Seiten als Hinweise wahrnimmt.

Die absolut inkonsequenten Vorwürfe, die auf jahrelang fehlende Kommunikation und unterschiedlichste Wünsche und Bedürfnisse im sexuellen Bereich deuten, mit denen sich Hofmeester nun täglich von seiner Ehefrau konfrontiert sieht, versucht er durch Nichtbeachtung zu verarbeiten, kann sich aber auch nicht wirklich dazu bringen, seine nach ihren sexuellen Eskapaden aus Mangel an anderen Möglichkeiten zu ihm zurückkehrende Frau, vor die Tür zu setzen.

Ein weiterer Störfaktor ist die Bekanntschaft Jörgen Hofmeesters mit Choukra, dem dunkelhäutigen Freund Tirzas, mit dem sie auf die sechsmonatige Afrikareise gehen wird. Jörgen Hofmeester sieht in Choukra ein Ebenbild Mohammed Attas, eine Spiegelung, die ihn wie im Wahn nicht mehr loslässt.
Als sich Tirza aus Namibia nicht meldet, begibt sich Jörgen Hofmeester auf eine irrationale Suchaktion in der Wüste Namibias, über die ich hier nicht mehr verraten möchte.

Somit entsteht im Kopf des Lesers ein beeindruckendes Psychogramm eines einerseits liebenden Vaters, andererseits zu sehr Besitz ergreifenden Vaters, eines hilflos unfähigen Ehemanns und Liebhabers, eines erfolglosen Lektors; eines Mannes, der immer versucht hat, es allen Recht zu machen, sich den Konventionen gebeugt hat, der letztendlich aber im Zusammenspiel einiger Faktoren an seiner Umgebung zerbricht.

Die letzten ca. dreißig Seiten dieses Romans haben mich regelrecht erschlagen, die Wucht, mit der Arnon Grünberg das Buch schließt, gehört, wie schon der ganze Roman, in eine ganz besondere Liga der Literatur. Arnon Grünbergs frühere Romane waren schon ausgezeichnet, "Tirza" geht noch einen großen Schritt weiter und ist große Literatur.
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Veröffentlicht am 14. Juni 2008 von Dr. T. Butz
faszinierend
Arnon Grünberg muss man mögen können. Wenn man sich an die Charaktere gewöhnt hat, an den Stil und die Skurilität der Figuren, dann hat man ein... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 5. Juni 2008 von J. Guischard
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In seinem neuen, voluminösen Roman "Tirza" setzt der in New York lebende niederländische Schriftsteller Arnon Grünberg seinen literarischen Weg fort, die... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 30. Mai 2008 von Winfried Stanzick
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