Tired Pony

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Saw a shooting star and thought of you.


Biografie

Gary Lightbody war wieder einmal mit seiner Band Snow Patrol auf ausgiebiger US-Tour, als es ihn plötzlich in den Fingern juckte, ein zweites Mal in eine ganz andere musikalische Welt einzutauchen – in die von Tired Pony. Lightbody hatte das Seitenprojekt wenige Jahre zuvor als eine Art musikalischen Roadtrip durch Amerika losgetreten, und das von Americana und Co. beeinflusste Debütalbum aus dem Jahr 2010 hatte sich dementsprechend als eine ausgelassen-melancholische Liebeserklärung an die Staaten entpuppt. Da er nun im Tourbus mit Snow Patrol erneut diese Landschaften an sich vorbeiziehen ... Lesen Sie mehr

Gary Lightbody war wieder einmal mit seiner Band Snow Patrol auf ausgiebiger US-Tour, als es ihn plötzlich in den Fingern juckte, ein zweites Mal in eine ganz andere musikalische Welt einzutauchen – in die von Tired Pony. Lightbody hatte das Seitenprojekt wenige Jahre zuvor als eine Art musikalischen Roadtrip durch Amerika losgetreten, und das von Americana und Co. beeinflusste Debütalbum aus dem Jahr 2010 hatte sich dementsprechend als eine ausgelassen-melancholische Liebeserklärung an die Staaten entpuppt. Da er nun im Tourbus mit Snow Patrol erneut diese Landschaften an sich vorbeiziehen sah, überlegte er schließlich, wie die Reise des Liebespaares, deren Geschichte er auf dem Debüt erzählt hatte, wohl weitergehen könnte...

„Die Arbeit am ersten Album hat einfach wahnsinnig viel Spaß gemacht, und es gab da noch so viel zu sagen über die Protagonisten“, berichtet Lightbody. „Ich fand es auch einfach faszinierend, in welche Richtungen mich dieser Ansatz befördert hatte.“ Für das erste Tired-Pony-Album hatten die unterschiedlichen Facetten der Vereinigten Staaten – das Land selbst, die Musik, die klassischen Romane, das Unterwegssein als zentrales Motiv – als wichtigste Inspirationsquellen gedient. Es waren also nicht die atemberaubende Szenerie oder die bekannten Wahrzeichen, denn Lightbody ging es eher um die kleineren Details des US-Alltags: flüchtige Momente, Schnappschüsse, die man in der Regel kaum wahrnimmt, eine Geste vielleicht oder ein Gespräch am Wegesrand. Es ging bei Tired Pony also nie darum, heruntergeklappte Kinnladen am Grand Canyon in Songs zu übertragen. Dann schon eher darum, wie zwei Menschen zusammensitzen, während sich ein Zuckerstück ganz langsam im Kaffee auflöst…

Nachdem er erste Ideen für Strophen, Refrains und Melodien zusammengetragen hatte, musste Lightbody erst noch die anderen Mitstreiter von seiner Idee überzeugen und zurück ins Boot holen, was bei insgesamt sieben Bandmitgliedern natürlich leichter gesagt als getan war: Zu den Kernmitgliedern der Band zählen neben Gary Lightbody auch Iain Archer (Ex-Snow-Patrol, des weiteren musikalischer Kollaborateur mit u. a. Leona Lewis und Jake Bugg) sowie Peter Buck und Scott McCaughey (beide R.E.M.) Richard Colburn (Belle & Sebastian), Troy Stewart und Garret „Jacknife“ Lee, der zugleich die Rolle des Produzenten übernimmt. „Es ist auf jeden Fall eine Band, deren Mitglieder aus ganz unterschiedlichen Ecken kommen“, kommentiert Peter Buck, „doch was sie zusammenführt, ist Garys Songwriting. Immerhin spiele ich seit 40 Jahren Rock & Roll, während Iain Archer eher ein Folkmusiker ist. Richard hingegen gehört zu Belle & Sebastian, die wiederum ganz unterschiedliche Einflüsse in ihrem Sound kombinieren. Troy steht für Americana-Sound, und Scott ist sonst in einer Punkband. Garret spielt und produziert eh alles! Wie man sieht, kommt da so einiges an Erfahrung und Hintergründen zusammen, was in diesem Mix aufeinandertrifft.“

Das Debüt von Tired Pony war in Portland entstanden, und natürlich hatten sie sich während der Aufnahmen auch von der hiesigen Musikerszene inspirieren lassen. Dieses Mal jedoch traf man sich bei „Jacknife“ Lee in Topanga Canyon (bei Los Angeles), um die Geschichte fortzusetzen. Indem sie sich auf den Rhythmus der anderen einließen, gingen Songwriting-Prozess und Aufnahmen von Anfang an zügig voran: Nach dem Motto „Less is more“ nahmen zwei bis drei neue Songs pro Tag Gestalt an. „‘Less is more’ klingt zwar echt abgelutscht, aber es stimmt verdammt noch mal!“, sagt Lightbody über den kreativen Prozess. „Und am Anfang der Aufnahmen hätte wohl auch keiner von uns damit gerechnet, dass wir das alles ohne Albumgäste durchziehen würden. Immerhin waren auf dem ersten Album rund 15 Gäste dabei! Doch als wir uns dann die Songs noch einmal anhörten, war uns sofort klar, dass da nichts fehlte.“

Buck war schon deshalb sofort dabei, weil es für ihn die perfekte Art zu Arbeiten ist: „Wir alle fanden das erste Album grandios. Und schon das war vollkommen spontan entstanden. Fast schon spielerisch, könnte man sagen, weil sich die Arbeit daran eben kein bisschen wie Arbeit angefühlt hat. Dieses Mal war allen klar: ‘Wir treffen Freunde wieder, mit denen wir das schon mal gemacht haben. Wir wissen also, wie das geht.’“ Im Studio waren ihnen keine Grenzen gesetzt: Die Band konnte sich, frei von jedem Druck, in genau die Richtung bewegen, die ihr vorschwebte – allerdings konnten sie diese Richtung am Anfang keinesfalls beim Namen nennen: „Ich würde sagen, dass Gary eher ein Folk-Album mit Kalifornien-Einschlag machen wollte“, gesteht Buck. „Ich schrieb ihm also zurück, dass ich ein Krautrock-Album noch spannender finden würde. Letzten Endes haben wir beide Ansätze wohl irgendwie unter einen Hut gebracht.“

Die Tage im Studio sahen folgendermaßen aus: Man traf sich jeden Tag zur Mittagszeit, und Lightbody präsentierte den anderen ein paar Melodiefragmente und Textpassagen. Gegen 17 Uhr war dann in der Regel schon der erste Song im Kasten – komplett arrangiert, eingespielt, inklusive Overdubs –, also konnte man sich 45 Minuten Pause gönnen. Die Weinflasche machte ein paarmal die Runde, und schon konnte es weitergehen: Um 11 Uhr abends war dann auch der zweite Track des Tages fertig. „Also, harte Arbeit sieht anders aus“, meint Buck, „obwohl wir schon 12 Stunden pro Tag zusammensaßen. Ich glaube kaum, dass ich jemals so viel gelacht habe bei einer Session. War echt sehr entspannt alles, komplett stressfrei.“ Als es darum ging, das erste Album aufzunehmen, hatte es Lightbody noch Kopfschmerzen bereitet, ohne konkrete Songideen mit einem Musiker wie Peter Buck ins Studio zu gehen, immerhin einer seiner Helden aus Kindheitstagen. Damals hatte er mehrere Nächte lang kein Auge zugetan, doch dieses Mal sah das schon ganz anders aus: „Ja, derartige Sorgen musste ich mir jetzt nicht mehr machen“, berichtet er. „Die Aufnahmen haben mir so viel Spaß gemacht, und ich werde versuchen, bei den nächsten Sessions mit Snow Patrol genauso an die Sache heranzugehen: Ganz tiefenentspannt, man sollte sich so locker machen wie möglich, bevor man ins Studio geht.“

Während jener zwei Wochen, die sie von mittags bis nachts mit den Aufnahmen beschäftigt waren, fühlten sie sich laut eigener Aussage „wie eine richtige Band“: „Ich lief jeden Tag fast schon hüpfend ins Studio, und mein Blick auf die Dinge war während der gesamten Zeit irgendwie leicht verschoben.“ Buck und McCaughey hatten sich ganz in der Nähe ein Häuschen gemietet, und spät abends fand dort auch die eine oder andere „kleine Discoparty“ statt, wie der einstiege R.E.M.-Mitstreiter berichtet; die anderen Abende saßen sie einfach zusammen in der Küche und hörten zusammen uralte Country- und Soul-Platten. „Peter und Scott sind wandelnde Musiklexika“, meint Lightbody. „Sie wissen nicht nur alles über irgendwelche Alben, sie kennen auch alle B-Seiten, wissen, an welchem Ort irgendein Song aufgenommen wurde... einfach alles. Und zwar aus jeder Ära: Vom Beginn der Musikgeschichte bis heute!“

Das Album, das in dieser Stimmung entstehen sollte, hat eine zeitlose Qualität, als wären die einzelnen Tracks mit einem Dunstschleier überzogen: Tired Pony gehen nahtlos von Americana- zu Rock-Sound mit Glam-Einschlag über, oder auch zu melancholisch-introspektiven Country-Songs. Es beginnt wie ein Morgen nach einer durchzechten Nacht: Die Melodie von „I Don’t Want You As A Ghost“ ist noch in Whiskey getränkt, „I’m Begging You Not To Go“ ein erstes Recken und Strecken, die Augen noch zusammengekniffen, weil die Sonne gerade aufgeht. „Wir haben viele Soul-Songs gehört, die nach Country klingen, oder Country-Songs, die diesen Soul-Einschlag haben, und die ersten beiden Tracks gehen in genau diese Richtung“, sagt Lightbody. Zugleich waren es die ersten Stücke, die sie aufnehmen sollten, und somit gewissermaßen das Fundament für alles Weitere. Weiter geht’s mit dem druckvollen „Blood“, ursprünglich als eher softes Stück konzipiert, bis Garret Lee auf die Idee kam, den Rhythmuspart in eine Hommage an Benny & The Jets zu verwandeln. Schon hier, beim dritten Track, steht fest, dass die zweite LP von Tired Pony kein Album ist, das man nur auf der Veranda beim Sonnenuntergang hören kann. „Der Track rüttelt einen wach, da merkt man schon, dass dieses Biest noch ganz andere Seiten hat.“

Mit ihrer ersten Single „All Things All At Once“ bringen Tired Pony auf den Punkt, wie meisterhaft sie darin sind, sommerliche Leichtigkeit mit einem düsteren Unterton zu vereinen. Zugleich zeigt die Single, wie wichtig Spontaneität war: Das Album war eigentlich schon fertig – das dachten sie zumindest –, als sich Lightbody um drei Uhr morgens nach einigen Drinks aus (vermeintlich) gegebenem Anlass hinsetzte und spontan das Stück schrieb, was nicht länger dauerte als fertige Resultat. „Der Song sprudelte regelrecht hervor, als ob ich damit sagen wollte: ‘Oh nein, Leute, das war noch nicht alles’,“ erzählt er lachend. Diese Offenheit hört man auch auf den anderen Stücken sofort heraus – zum Beispiel im Fall von „Wreckage And Bone“ mit seinem einschläfernd wirkenden Akustikarrangement oder auch bei „The Beginning Of The Edge“, mit dem Tired Pony in Richtung Roxy Music schielen und auf tanzbare Grooves setzen. „Garret hat mich dazu gebracht, im Refrain sogar wie Bryan Ferry abzugehen“, so Lightbody. Bei „Carve Our Names“ oder dem energiegeladenen „Punishment“ hört man schließlich, wie sehr sie sich schon nach wenigen Tagen als eine Einheit fühlten.

Im Verlauf des Albums nehmen Tired Pony auch die Geschichte ihrer beiden Protagonisten vom Debütalbum wieder auf und erzählen davon, wie das Paar mit einem unverzeihlichen Fehltritt umzugehen versucht, der das gemeinsame Leben zutiefst erschüttert hat. Den Höhepunkt dieser Geschichte bilden die letzten beiden Tracks, die Gospel-Soul-Nummer „The Ghost Of The Mountain“ (ein unfassbar trauriges Stück, so traurig, dass Lightbody tatsächlich in Tränen ausbrach, nachdem er es geschrieben hatte) und „Your Way Is The Way Home“, ein Hoffnungsschimmer als Schlusspunkt, dem die Gastvokalistin, gemeinhin mehr als Schauspielerin bekannte, Minnie Driver (z. B. „Good Will Hunting“, „Das Phantom der Oper“, Webtherapy“) noch mehr Nachdruck verleiht. Driver ist eine von insgesamt drei Sängerinnen, die Tired Pony in Jacknifes Studio eingeladen haben, die anderen beiden sind Bronagh Gallagher (Schauspiel und Gesang in: „The Commitments“, „Pulp Fiction“) und Kim Topper. Lightbody war von Anfang an „klar, dass auch eine weibliche Perspektive aufs Album gehörte. Die drei Gesangsparts geben der Sache einfach noch viel mehr Tiefgang.“

Die letzten beiden Tracks bilden somit das große Finale eines bewegenden Albums, das von der Schwierigkeit handelt, in einer verfahrenen Situation wieder zueinander zu finden. Es ist das Finale eines Albums mit vielen sonnigen Abschnitten, in dem aber auch Probleme und Schmerz keinesfalls ausgeklammert werden. Darauf versammelt sind Songs, die man automatisch mitsingen will – und wenn man dann realisiert, was man da eigentlich singt, zerbricht es einem fast das Herz. „Ja, es ist ein Album, das einem in der Magengegend ein gewisses Gefühl gibt, aber zugleich empfängt der Kopf ganz andere Signale“, meint Lightbody abschließend. Ein Album also, das beides (Kopf und Herz) anspricht, und einen aus diesem Grund mit doppelter Wucht umhaut.

Diese Biografie wurde von den Künstlern oder deren Vertretern bereitgestellt.

Gary Lightbody war wieder einmal mit seiner Band Snow Patrol auf ausgiebiger US-Tour, als es ihn plötzlich in den Fingern juckte, ein zweites Mal in eine ganz andere musikalische Welt einzutauchen – in die von Tired Pony. Lightbody hatte das Seitenprojekt wenige Jahre zuvor als eine Art musikalischen Roadtrip durch Amerika losgetreten, und das von Americana und Co. beeinflusste Debütalbum aus dem Jahr 2010 hatte sich dementsprechend als eine ausgelassen-melancholische Liebeserklärung an die Staaten entpuppt. Da er nun im Tourbus mit Snow Patrol erneut diese Landschaften an sich vorbeiziehen sah, überlegte er schließlich, wie die Reise des Liebespaares, deren Geschichte er auf dem Debüt erzählt hatte, wohl weitergehen könnte...

„Die Arbeit am ersten Album hat einfach wahnsinnig viel Spaß gemacht, und es gab da noch so viel zu sagen über die Protagonisten“, berichtet Lightbody. „Ich fand es auch einfach faszinierend, in welche Richtungen mich dieser Ansatz befördert hatte.“ Für das erste Tired-Pony-Album hatten die unterschiedlichen Facetten der Vereinigten Staaten – das Land selbst, die Musik, die klassischen Romane, das Unterwegssein als zentrales Motiv – als wichtigste Inspirationsquellen gedient. Es waren also nicht die atemberaubende Szenerie oder die bekannten Wahrzeichen, denn Lightbody ging es eher um die kleineren Details des US-Alltags: flüchtige Momente, Schnappschüsse, die man in der Regel kaum wahrnimmt, eine Geste vielleicht oder ein Gespräch am Wegesrand. Es ging bei Tired Pony also nie darum, heruntergeklappte Kinnladen am Grand Canyon in Songs zu übertragen. Dann schon eher darum, wie zwei Menschen zusammensitzen, während sich ein Zuckerstück ganz langsam im Kaffee auflöst…

Nachdem er erste Ideen für Strophen, Refrains und Melodien zusammengetragen hatte, musste Lightbody erst noch die anderen Mitstreiter von seiner Idee überzeugen und zurück ins Boot holen, was bei insgesamt sieben Bandmitgliedern natürlich leichter gesagt als getan war: Zu den Kernmitgliedern der Band zählen neben Gary Lightbody auch Iain Archer (Ex-Snow-Patrol, des weiteren musikalischer Kollaborateur mit u. a. Leona Lewis und Jake Bugg) sowie Peter Buck und Scott McCaughey (beide R.E.M.) Richard Colburn (Belle & Sebastian), Troy Stewart und Garret „Jacknife“ Lee, der zugleich die Rolle des Produzenten übernimmt. „Es ist auf jeden Fall eine Band, deren Mitglieder aus ganz unterschiedlichen Ecken kommen“, kommentiert Peter Buck, „doch was sie zusammenführt, ist Garys Songwriting. Immerhin spiele ich seit 40 Jahren Rock & Roll, während Iain Archer eher ein Folkmusiker ist. Richard hingegen gehört zu Belle & Sebastian, die wiederum ganz unterschiedliche Einflüsse in ihrem Sound kombinieren. Troy steht für Americana-Sound, und Scott ist sonst in einer Punkband. Garret spielt und produziert eh alles! Wie man sieht, kommt da so einiges an Erfahrung und Hintergründen zusammen, was in diesem Mix aufeinandertrifft.“

Das Debüt von Tired Pony war in Portland entstanden, und natürlich hatten sie sich während der Aufnahmen auch von der hiesigen Musikerszene inspirieren lassen. Dieses Mal jedoch traf man sich bei „Jacknife“ Lee in Topanga Canyon (bei Los Angeles), um die Geschichte fortzusetzen. Indem sie sich auf den Rhythmus der anderen einließen, gingen Songwriting-Prozess und Aufnahmen von Anfang an zügig voran: Nach dem Motto „Less is more“ nahmen zwei bis drei neue Songs pro Tag Gestalt an. „‘Less is more’ klingt zwar echt abgelutscht, aber es stimmt verdammt noch mal!“, sagt Lightbody über den kreativen Prozess. „Und am Anfang der Aufnahmen hätte wohl auch keiner von uns damit gerechnet, dass wir das alles ohne Albumgäste durchziehen würden. Immerhin waren auf dem ersten Album rund 15 Gäste dabei! Doch als wir uns dann die Songs noch einmal anhörten, war uns sofort klar, dass da nichts fehlte.“

Buck war schon deshalb sofort dabei, weil es für ihn die perfekte Art zu Arbeiten ist: „Wir alle fanden das erste Album grandios. Und schon das war vollkommen spontan entstanden. Fast schon spielerisch, könnte man sagen, weil sich die Arbeit daran eben kein bisschen wie Arbeit angefühlt hat. Dieses Mal war allen klar: ‘Wir treffen Freunde wieder, mit denen wir das schon mal gemacht haben. Wir wissen also, wie das geht.’“ Im Studio waren ihnen keine Grenzen gesetzt: Die Band konnte sich, frei von jedem Druck, in genau die Richtung bewegen, die ihr vorschwebte – allerdings konnten sie diese Richtung am Anfang keinesfalls beim Namen nennen: „Ich würde sagen, dass Gary eher ein Folk-Album mit Kalifornien-Einschlag machen wollte“, gesteht Buck. „Ich schrieb ihm also zurück, dass ich ein Krautrock-Album noch spannender finden würde. Letzten Endes haben wir beide Ansätze wohl irgendwie unter einen Hut gebracht.“

Die Tage im Studio sahen folgendermaßen aus: Man traf sich jeden Tag zur Mittagszeit, und Lightbody präsentierte den anderen ein paar Melodiefragmente und Textpassagen. Gegen 17 Uhr war dann in der Regel schon der erste Song im Kasten – komplett arrangiert, eingespielt, inklusive Overdubs –, also konnte man sich 45 Minuten Pause gönnen. Die Weinflasche machte ein paarmal die Runde, und schon konnte es weitergehen: Um 11 Uhr abends war dann auch der zweite Track des Tages fertig. „Also, harte Arbeit sieht anders aus“, meint Buck, „obwohl wir schon 12 Stunden pro Tag zusammensaßen. Ich glaube kaum, dass ich jemals so viel gelacht habe bei einer Session. War echt sehr entspannt alles, komplett stressfrei.“ Als es darum ging, das erste Album aufzunehmen, hatte es Lightbody noch Kopfschmerzen bereitet, ohne konkrete Songideen mit einem Musiker wie Peter Buck ins Studio zu gehen, immerhin einer seiner Helden aus Kindheitstagen. Damals hatte er mehrere Nächte lang kein Auge zugetan, doch dieses Mal sah das schon ganz anders aus: „Ja, derartige Sorgen musste ich mir jetzt nicht mehr machen“, berichtet er. „Die Aufnahmen haben mir so viel Spaß gemacht, und ich werde versuchen, bei den nächsten Sessions mit Snow Patrol genauso an die Sache heranzugehen: Ganz tiefenentspannt, man sollte sich so locker machen wie möglich, bevor man ins Studio geht.“

Während jener zwei Wochen, die sie von mittags bis nachts mit den Aufnahmen beschäftigt waren, fühlten sie sich laut eigener Aussage „wie eine richtige Band“: „Ich lief jeden Tag fast schon hüpfend ins Studio, und mein Blick auf die Dinge war während der gesamten Zeit irgendwie leicht verschoben.“ Buck und McCaughey hatten sich ganz in der Nähe ein Häuschen gemietet, und spät abends fand dort auch die eine oder andere „kleine Discoparty“ statt, wie der einstiege R.E.M.-Mitstreiter berichtet; die anderen Abende saßen sie einfach zusammen in der Küche und hörten zusammen uralte Country- und Soul-Platten. „Peter und Scott sind wandelnde Musiklexika“, meint Lightbody. „Sie wissen nicht nur alles über irgendwelche Alben, sie kennen auch alle B-Seiten, wissen, an welchem Ort irgendein Song aufgenommen wurde... einfach alles. Und zwar aus jeder Ära: Vom Beginn der Musikgeschichte bis heute!“

Das Album, das in dieser Stimmung entstehen sollte, hat eine zeitlose Qualität, als wären die einzelnen Tracks mit einem Dunstschleier überzogen: Tired Pony gehen nahtlos von Americana- zu Rock-Sound mit Glam-Einschlag über, oder auch zu melancholisch-introspektiven Country-Songs. Es beginnt wie ein Morgen nach einer durchzechten Nacht: Die Melodie von „I Don’t Want You As A Ghost“ ist noch in Whiskey getränkt, „I’m Begging You Not To Go“ ein erstes Recken und Strecken, die Augen noch zusammengekniffen, weil die Sonne gerade aufgeht. „Wir haben viele Soul-Songs gehört, die nach Country klingen, oder Country-Songs, die diesen Soul-Einschlag haben, und die ersten beiden Tracks gehen in genau diese Richtung“, sagt Lightbody. Zugleich waren es die ersten Stücke, die sie aufnehmen sollten, und somit gewissermaßen das Fundament für alles Weitere. Weiter geht’s mit dem druckvollen „Blood“, ursprünglich als eher softes Stück konzipiert, bis Garret Lee auf die Idee kam, den Rhythmuspart in eine Hommage an Benny & The Jets zu verwandeln. Schon hier, beim dritten Track, steht fest, dass die zweite LP von Tired Pony kein Album ist, das man nur auf der Veranda beim Sonnenuntergang hören kann. „Der Track rüttelt einen wach, da merkt man schon, dass dieses Biest noch ganz andere Seiten hat.“

Mit ihrer ersten Single „All Things All At Once“ bringen Tired Pony auf den Punkt, wie meisterhaft sie darin sind, sommerliche Leichtigkeit mit einem düsteren Unterton zu vereinen. Zugleich zeigt die Single, wie wichtig Spontaneität war: Das Album war eigentlich schon fertig – das dachten sie zumindest –, als sich Lightbody um drei Uhr morgens nach einigen Drinks aus (vermeintlich) gegebenem Anlass hinsetzte und spontan das Stück schrieb, was nicht länger dauerte als fertige Resultat. „Der Song sprudelte regelrecht hervor, als ob ich damit sagen wollte: ‘Oh nein, Leute, das war noch nicht alles’,“ erzählt er lachend. Diese Offenheit hört man auch auf den anderen Stücken sofort heraus – zum Beispiel im Fall von „Wreckage And Bone“ mit seinem einschläfernd wirkenden Akustikarrangement oder auch bei „The Beginning Of The Edge“, mit dem Tired Pony in Richtung Roxy Music schielen und auf tanzbare Grooves setzen. „Garret hat mich dazu gebracht, im Refrain sogar wie Bryan Ferry abzugehen“, so Lightbody. Bei „Carve Our Names“ oder dem energiegeladenen „Punishment“ hört man schließlich, wie sehr sie sich schon nach wenigen Tagen als eine Einheit fühlten.

Im Verlauf des Albums nehmen Tired Pony auch die Geschichte ihrer beiden Protagonisten vom Debütalbum wieder auf und erzählen davon, wie das Paar mit einem unverzeihlichen Fehltritt umzugehen versucht, der das gemeinsame Leben zutiefst erschüttert hat. Den Höhepunkt dieser Geschichte bilden die letzten beiden Tracks, die Gospel-Soul-Nummer „The Ghost Of The Mountain“ (ein unfassbar trauriges Stück, so traurig, dass Lightbody tatsächlich in Tränen ausbrach, nachdem er es geschrieben hatte) und „Your Way Is The Way Home“, ein Hoffnungsschimmer als Schlusspunkt, dem die Gastvokalistin, gemeinhin mehr als Schauspielerin bekannte, Minnie Driver (z. B. „Good Will Hunting“, „Das Phantom der Oper“, Webtherapy“) noch mehr Nachdruck verleiht. Driver ist eine von insgesamt drei Sängerinnen, die Tired Pony in Jacknifes Studio eingeladen haben, die anderen beiden sind Bronagh Gallagher (Schauspiel und Gesang in: „The Commitments“, „Pulp Fiction“) und Kim Topper. Lightbody war von Anfang an „klar, dass auch eine weibliche Perspektive aufs Album gehörte. Die drei Gesangsparts geben der Sache einfach noch viel mehr Tiefgang.“

Die letzten beiden Tracks bilden somit das große Finale eines bewegenden Albums, das von der Schwierigkeit handelt, in einer verfahrenen Situation wieder zueinander zu finden. Es ist das Finale eines Albums mit vielen sonnigen Abschnitten, in dem aber auch Probleme und Schmerz keinesfalls ausgeklammert werden. Darauf versammelt sind Songs, die man automatisch mitsingen will – und wenn man dann realisiert, was man da eigentlich singt, zerbricht es einem fast das Herz. „Ja, es ist ein Album, das einem in der Magengegend ein gewisses Gefühl gibt, aber zugleich empfängt der Kopf ganz andere Signale“, meint Lightbody abschließend. Ein Album also, das beides (Kopf und Herz) anspricht, und einen aus diesem Grund mit doppelter Wucht umhaut.

Diese Biografie wurde von den Künstlern oder deren Vertretern bereitgestellt.

Gary Lightbody war wieder einmal mit seiner Band Snow Patrol auf ausgiebiger US-Tour, als es ihn plötzlich in den Fingern juckte, ein zweites Mal in eine ganz andere musikalische Welt einzutauchen – in die von Tired Pony. Lightbody hatte das Seitenprojekt wenige Jahre zuvor als eine Art musikalischen Roadtrip durch Amerika losgetreten, und das von Americana und Co. beeinflusste Debütalbum aus dem Jahr 2010 hatte sich dementsprechend als eine ausgelassen-melancholische Liebeserklärung an die Staaten entpuppt. Da er nun im Tourbus mit Snow Patrol erneut diese Landschaften an sich vorbeiziehen sah, überlegte er schließlich, wie die Reise des Liebespaares, deren Geschichte er auf dem Debüt erzählt hatte, wohl weitergehen könnte...

„Die Arbeit am ersten Album hat einfach wahnsinnig viel Spaß gemacht, und es gab da noch so viel zu sagen über die Protagonisten“, berichtet Lightbody. „Ich fand es auch einfach faszinierend, in welche Richtungen mich dieser Ansatz befördert hatte.“ Für das erste Tired-Pony-Album hatten die unterschiedlichen Facetten der Vereinigten Staaten – das Land selbst, die Musik, die klassischen Romane, das Unterwegssein als zentrales Motiv – als wichtigste Inspirationsquellen gedient. Es waren also nicht die atemberaubende Szenerie oder die bekannten Wahrzeichen, denn Lightbody ging es eher um die kleineren Details des US-Alltags: flüchtige Momente, Schnappschüsse, die man in der Regel kaum wahrnimmt, eine Geste vielleicht oder ein Gespräch am Wegesrand. Es ging bei Tired Pony also nie darum, heruntergeklappte Kinnladen am Grand Canyon in Songs zu übertragen. Dann schon eher darum, wie zwei Menschen zusammensitzen, während sich ein Zuckerstück ganz langsam im Kaffee auflöst…

Nachdem er erste Ideen für Strophen, Refrains und Melodien zusammengetragen hatte, musste Lightbody erst noch die anderen Mitstreiter von seiner Idee überzeugen und zurück ins Boot holen, was bei insgesamt sieben Bandmitgliedern natürlich leichter gesagt als getan war: Zu den Kernmitgliedern der Band zählen neben Gary Lightbody auch Iain Archer (Ex-Snow-Patrol, des weiteren musikalischer Kollaborateur mit u. a. Leona Lewis und Jake Bugg) sowie Peter Buck und Scott McCaughey (beide R.E.M.) Richard Colburn (Belle & Sebastian), Troy Stewart und Garret „Jacknife“ Lee, der zugleich die Rolle des Produzenten übernimmt. „Es ist auf jeden Fall eine Band, deren Mitglieder aus ganz unterschiedlichen Ecken kommen“, kommentiert Peter Buck, „doch was sie zusammenführt, ist Garys Songwriting. Immerhin spiele ich seit 40 Jahren Rock & Roll, während Iain Archer eher ein Folkmusiker ist. Richard hingegen gehört zu Belle & Sebastian, die wiederum ganz unterschiedliche Einflüsse in ihrem Sound kombinieren. Troy steht für Americana-Sound, und Scott ist sonst in einer Punkband. Garret spielt und produziert eh alles! Wie man sieht, kommt da so einiges an Erfahrung und Hintergründen zusammen, was in diesem Mix aufeinandertrifft.“

Das Debüt von Tired Pony war in Portland entstanden, und natürlich hatten sie sich während der Aufnahmen auch von der hiesigen Musikerszene inspirieren lassen. Dieses Mal jedoch traf man sich bei „Jacknife“ Lee in Topanga Canyon (bei Los Angeles), um die Geschichte fortzusetzen. Indem sie sich auf den Rhythmus der anderen einließen, gingen Songwriting-Prozess und Aufnahmen von Anfang an zügig voran: Nach dem Motto „Less is more“ nahmen zwei bis drei neue Songs pro Tag Gestalt an. „‘Less is more’ klingt zwar echt abgelutscht, aber es stimmt verdammt noch mal!“, sagt Lightbody über den kreativen Prozess. „Und am Anfang der Aufnahmen hätte wohl auch keiner von uns damit gerechnet, dass wir das alles ohne Albumgäste durchziehen würden. Immerhin waren auf dem ersten Album rund 15 Gäste dabei! Doch als wir uns dann die Songs noch einmal anhörten, war uns sofort klar, dass da nichts fehlte.“

Buck war schon deshalb sofort dabei, weil es für ihn die perfekte Art zu Arbeiten ist: „Wir alle fanden das erste Album grandios. Und schon das war vollkommen spontan entstanden. Fast schon spielerisch, könnte man sagen, weil sich die Arbeit daran eben kein bisschen wie Arbeit angefühlt hat. Dieses Mal war allen klar: ‘Wir treffen Freunde wieder, mit denen wir das schon mal gemacht haben. Wir wissen also, wie das geht.’“ Im Studio waren ihnen keine Grenzen gesetzt: Die Band konnte sich, frei von jedem Druck, in genau die Richtung bewegen, die ihr vorschwebte – allerdings konnten sie diese Richtung am Anfang keinesfalls beim Namen nennen: „Ich würde sagen, dass Gary eher ein Folk-Album mit Kalifornien-Einschlag machen wollte“, gesteht Buck. „Ich schrieb ihm also zurück, dass ich ein Krautrock-Album noch spannender finden würde. Letzten Endes haben wir beide Ansätze wohl irgendwie unter einen Hut gebracht.“

Die Tage im Studio sahen folgendermaßen aus: Man traf sich jeden Tag zur Mittagszeit, und Lightbody präsentierte den anderen ein paar Melodiefragmente und Textpassagen. Gegen 17 Uhr war dann in der Regel schon der erste Song im Kasten – komplett arrangiert, eingespielt, inklusive Overdubs –, also konnte man sich 45 Minuten Pause gönnen. Die Weinflasche machte ein paarmal die Runde, und schon konnte es weitergehen: Um 11 Uhr abends war dann auch der zweite Track des Tages fertig. „Also, harte Arbeit sieht anders aus“, meint Buck, „obwohl wir schon 12 Stunden pro Tag zusammensaßen. Ich glaube kaum, dass ich jemals so viel gelacht habe bei einer Session. War echt sehr entspannt alles, komplett stressfrei.“ Als es darum ging, das erste Album aufzunehmen, hatte es Lightbody noch Kopfschmerzen bereitet, ohne konkrete Songideen mit einem Musiker wie Peter Buck ins Studio zu gehen, immerhin einer seiner Helden aus Kindheitstagen. Damals hatte er mehrere Nächte lang kein Auge zugetan, doch dieses Mal sah das schon ganz anders aus: „Ja, derartige Sorgen musste ich mir jetzt nicht mehr machen“, berichtet er. „Die Aufnahmen haben mir so viel Spaß gemacht, und ich werde versuchen, bei den nächsten Sessions mit Snow Patrol genauso an die Sache heranzugehen: Ganz tiefenentspannt, man sollte sich so locker machen wie möglich, bevor man ins Studio geht.“

Während jener zwei Wochen, die sie von mittags bis nachts mit den Aufnahmen beschäftigt waren, fühlten sie sich laut eigener Aussage „wie eine richtige Band“: „Ich lief jeden Tag fast schon hüpfend ins Studio, und mein Blick auf die Dinge war während der gesamten Zeit irgendwie leicht verschoben.“ Buck und McCaughey hatten sich ganz in der Nähe ein Häuschen gemietet, und spät abends fand dort auch die eine oder andere „kleine Discoparty“ statt, wie der einstiege R.E.M.-Mitstreiter berichtet; die anderen Abende saßen sie einfach zusammen in der Küche und hörten zusammen uralte Country- und Soul-Platten. „Peter und Scott sind wandelnde Musiklexika“, meint Lightbody. „Sie wissen nicht nur alles über irgendwelche Alben, sie kennen auch alle B-Seiten, wissen, an welchem Ort irgendein Song aufgenommen wurde... einfach alles. Und zwar aus jeder Ära: Vom Beginn der Musikgeschichte bis heute!“

Das Album, das in dieser Stimmung entstehen sollte, hat eine zeitlose Qualität, als wären die einzelnen Tracks mit einem Dunstschleier überzogen: Tired Pony gehen nahtlos von Americana- zu Rock-Sound mit Glam-Einschlag über, oder auch zu melancholisch-introspektiven Country-Songs. Es beginnt wie ein Morgen nach einer durchzechten Nacht: Die Melodie von „I Don’t Want You As A Ghost“ ist noch in Whiskey getränkt, „I’m Begging You Not To Go“ ein erstes Recken und Strecken, die Augen noch zusammengekniffen, weil die Sonne gerade aufgeht. „Wir haben viele Soul-Songs gehört, die nach Country klingen, oder Country-Songs, die diesen Soul-Einschlag haben, und die ersten beiden Tracks gehen in genau diese Richtung“, sagt Lightbody. Zugleich waren es die ersten Stücke, die sie aufnehmen sollten, und somit gewissermaßen das Fundament für alles Weitere. Weiter geht’s mit dem druckvollen „Blood“, ursprünglich als eher softes Stück konzipiert, bis Garret Lee auf die Idee kam, den Rhythmuspart in eine Hommage an Benny & The Jets zu verwandeln. Schon hier, beim dritten Track, steht fest, dass die zweite LP von Tired Pony kein Album ist, das man nur auf der Veranda beim Sonnenuntergang hören kann. „Der Track rüttelt einen wach, da merkt man schon, dass dieses Biest noch ganz andere Seiten hat.“

Mit ihrer ersten Single „All Things All At Once“ bringen Tired Pony auf den Punkt, wie meisterhaft sie darin sind, sommerliche Leichtigkeit mit einem düsteren Unterton zu vereinen. Zugleich zeigt die Single, wie wichtig Spontaneität war: Das Album war eigentlich schon fertig – das dachten sie zumindest –, als sich Lightbody um drei Uhr morgens nach einigen Drinks aus (vermeintlich) gegebenem Anlass hinsetzte und spontan das Stück schrieb, was nicht länger dauerte als fertige Resultat. „Der Song sprudelte regelrecht hervor, als ob ich damit sagen wollte: ‘Oh nein, Leute, das war noch nicht alles’,“ erzählt er lachend. Diese Offenheit hört man auch auf den anderen Stücken sofort heraus – zum Beispiel im Fall von „Wreckage And Bone“ mit seinem einschläfernd wirkenden Akustikarrangement oder auch bei „The Beginning Of The Edge“, mit dem Tired Pony in Richtung Roxy Music schielen und auf tanzbare Grooves setzen. „Garret hat mich dazu gebracht, im Refrain sogar wie Bryan Ferry abzugehen“, so Lightbody. Bei „Carve Our Names“ oder dem energiegeladenen „Punishment“ hört man schließlich, wie sehr sie sich schon nach wenigen Tagen als eine Einheit fühlten.

Im Verlauf des Albums nehmen Tired Pony auch die Geschichte ihrer beiden Protagonisten vom Debütalbum wieder auf und erzählen davon, wie das Paar mit einem unverzeihlichen Fehltritt umzugehen versucht, der das gemeinsame Leben zutiefst erschüttert hat. Den Höhepunkt dieser Geschichte bilden die letzten beiden Tracks, die Gospel-Soul-Nummer „The Ghost Of The Mountain“ (ein unfassbar trauriges Stück, so traurig, dass Lightbody tatsächlich in Tränen ausbrach, nachdem er es geschrieben hatte) und „Your Way Is The Way Home“, ein Hoffnungsschimmer als Schlusspunkt, dem die Gastvokalistin, gemeinhin mehr als Schauspielerin bekannte, Minnie Driver (z. B. „Good Will Hunting“, „Das Phantom der Oper“, Webtherapy“) noch mehr Nachdruck verleiht. Driver ist eine von insgesamt drei Sängerinnen, die Tired Pony in Jacknifes Studio eingeladen haben, die anderen beiden sind Bronagh Gallagher (Schauspiel und Gesang in: „The Commitments“, „Pulp Fiction“) und Kim Topper. Lightbody war von Anfang an „klar, dass auch eine weibliche Perspektive aufs Album gehörte. Die drei Gesangsparts geben der Sache einfach noch viel mehr Tiefgang.“

Die letzten beiden Tracks bilden somit das große Finale eines bewegenden Albums, das von der Schwierigkeit handelt, in einer verfahrenen Situation wieder zueinander zu finden. Es ist das Finale eines Albums mit vielen sonnigen Abschnitten, in dem aber auch Probleme und Schmerz keinesfalls ausgeklammert werden. Darauf versammelt sind Songs, die man automatisch mitsingen will – und wenn man dann realisiert, was man da eigentlich singt, zerbricht es einem fast das Herz. „Ja, es ist ein Album, das einem in der Magengegend ein gewisses Gefühl gibt, aber zugleich empfängt der Kopf ganz andere Signale“, meint Lightbody abschließend. Ein Album also, das beides (Kopf und Herz) anspricht, und einen aus diesem Grund mit doppelter Wucht umhaut.

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