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75 von 84 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Fazinierend, 5. November 2005
Von Ein Kunde
Die kleine Meggie lebt mir ihrem Vater Mo in einem kleinen Häuschen voller Bücher. Mo verdient sein Geld als Buchrestaurateur und vererbte seiner Tochter schon früh die Liebe zu Büchern. Über ihre Mutter weiß das Mädchen so gut wie nichts, denn sie verschwand vor neun Jahren und Mo erzählt nicht viel darüber. Als eines nachts der unheimliche Fremde auftaucht, einen gehörnten Marder im Rucksack und von Mo "Staubfinger" genannt, bekommt Meggie es zum ersten Mal in ihrem Leben mit der Angst zu tun. Anscheinend berechtigt, denn am nächsten Morgen will sich Mo mit ihr von Staubfinger unerkannt zu Meggies Tante Elinor aufmachen. Doch der Fremde lässt sich nicht abschütteln und Meggie versucht verzweifelt herauszufinden, was gerade geschieht und wer sowohl Staubfinger, als auch der ominöse Capricorn, über den sich die Erwachsenen unterhalten, sind. Doch Mo will Meggie vor zu viel Wissen beschützen und so bittet er Elinor ein Buch in ihrer gigantischen Bibliothek zu verstecken, das das Rätsel vielleicht lösen könnte. Tatsächlich ist "Tintenherz" das Buch, das die Geschichte von Staubfinger und Capricorn erzählt. Capricorn mit einem Herzen, das so schwarz ist wie Tinte. Und nicht nur Staubfinger hat es in unsere Welt verschlagen. "Tintenherz" ist ein Buch, in dem man sich gleich zu Anfang verlieren kann, in dessen Schönheit man versinkt und von dessen Figuren man nachts träumt. Man merkt es dem Buch am Schluss etwas an, dass es als Trilogie ausgerichtet ist. Zwar hat "Tintenherz" einen durchaus passablen Schluss, doch das Gefühl, dass etwas fehlt, bleibt bestehen. Cornelia Funkes Buch besticht aber vor allem durch die wirklich bezaubernde Sprache und der Phantasiewelt in die man ein taucht. In Kombination mit neuen Freundschaften aber auch Feindschaften, Liebe, Zusammenhalt und nicht zu vergessen die Familie, die in dem Buch angesprochen werden, werden Themen für Kinder auf eine sehr schöne Art näher gebracht. Durch seine verständlich geschriebene Sprache ist „Tintenherz sehr einfach und verständlich geschrieben, deshalb eignet sich das Buch für die jüngsten Lesern im Alter ab 11 Jahren. Vergleiche mit Harry Potter bleiben natürlich wie so oft nicht aus. Doch mit Harry Potter hat "Tintenherz" nichts gemeinsam außer der Tatsache, dass es sich in beiden Fällen um Kinder/Jugendbücher handelt. Für eine deutsche Autorin jedenfalls hat Cornelia Funke im Ausland bisher ganz beachtlichen Erfolg. Man mag sich streiten, welches Buch, Harry Potter oder Tintenherz, nun besser oder schlechter ist. Ein Urteil darüber möchte ich nicht fällen, da beide auf ihre ganz besondere Art faszinierend sind.
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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Durchschnittskost, 16. März 2009
Der erste Band der Tintentrilogie weckt einige Erwartungen, wenn man dem ganzen Medienhype Glauben schenken will, zumal sich auch schon Hollywood auf den Stoff gestürzt hat, jedoch kann das Buch diese Erwartungen nicht erfüllen; vieles hätte man aus der Idee herausholen können, doch letztendlich hat die Autorin nur ein Durchschnittskinderbuch abgeliefert, und das liegt an mehreren Schwachpunkten:
1. Die Sprache: Als Sprachpoetin groß angekündigt, findet sich beim Lesen neben netten Metaphern, die das Buch nachgerade überfrachten, kein sicherer Stil; die Sätze wirken abgehackt und kommen mit einfachsten Satzkonstrukten aus, denen sogar 6-jährige problemlos folgen können und auch für ein Kinderbuch zu schlicht gehalten sind. Die Sätze sind zum Herunterlesen geeignet, aber nicht zum ruhigen Verweilen in schönen Sprachgebilden. Zudem stören einige Grammatikfehler, die auch dem Lektor entgangen sind, zum Teil erheblich den Lesefluß.
2. Die Figuren: Man kann der Meinung sein, in einem Kinderbuch bedürfe es keiner ausgefeilten Charaktere, doch was die Autorin mit ihren Figuren gemacht hat, ist weniger als ausgefeilt; die Charaktere sind zumeist blaß und ohne Individualität. Meggie ist einfach nur die 12-jährige Hauptfigur, aus deren Sicht die Geschichte hauptsächlich erzählt wird, sie agiert wie eine Marionette und hat ständig Angst: Angst um Mo, Angst vor Capricorn, Angst vor Basta... Zudem handelt sie oft nicht ihrem Alter entsprechend, ist entweder trotzig wie eine 6-jährige oder altklug wie eine besserwisserische 30-jährige. Mo geht voll in seiner Rolle auf, die da heißt, der Vater von Meggie zu sein; von Individualität keine Spur. Elinor nervt meist nur mit ihrem ewigen Gezeter, bewegt sich aber dennoch einmal etwas aus dem stereotypen Rahmen. Die einzige Ausnahme der blassen Charaktere stellt Staubfinger dar, bei ihm kommt so was wie Interesse auf, wie er sich wohl weiter darstellt.
3. Die Handlung: Der erste Höhepunkt scheint nach knapp 200 Seiten erreicht, danach passiert nicht mehr viel, sondern die Handlung dreht sich im Kreis, was rasch zähe Langeweile aufkommen läßt. Zudem läßt sich zumeist jede Wendung der restlichen 350 Seiten ziemlich rasch vorhersehen, so daß man das Gefühl hat, 300 Seiten hätten gut ausgereicht für ein nettes Kinderbuch. Auch der Handlungsrahmen wirkt konstruiert, da Meggie offenbar noch nicht einmal Freunde hat (außer ihren Büchern) und man sich noch nicht einmal Gedanken darüber macht, daß man in Italien vielleicht auch italienisch können sollte, wenn man sich verständigen will. Auch die zu Beginn ständige Wiederholung des ach so tollen Lesens und des Beschäftigens mit Büchern geht einem rasch auf die Nerven und stört die ohnehin dahinplätschernde Handlung zunehmend massiv.
4. Die Namen: Niemand wird wohl etwas gegen phantasievolle Namen haben, allerdings müssen in einem Kinderbuch nicht Figuren auftauchen, die so lächerliche Namen wie Staubfinger oder Basta haben. Hier hätten normale Namen zu einem erheblich größeren Lesevergnügen beigetragen. Auch die Wahl der Namen für die Hauptfiguren (Meggie und Mo) scheint etwas unpassend, hier hat sich die Autorin wohl bei den Simpsons bedient (!?)
5. Die Bösen: Gleich zu Beginn wird im Buch eine düstere Stimmung beschworen, die sich durch den ganzen Band zieht, jedoch nie wirkliche Relevanz erhält, wohl weil die Autorin gefürchtet hat, mit etwas mehr Bedrohlichkeit dem Kinderbuch nicht mehr gerecht zu werden. Dadurch läuft jedoch die permanente Angst der Hauptfiguren ins Leere und die Bösen erscheinen wie flache Abziehbilder echter Schurken, die nur mit Worten Angst erzeugen wollen.
Die Idee der Autorin verdient es sicherlich, daß man das Buch einmal in die Hand nimmt, auch die Zitate aus bekannten Büchern am Anfang jedes Kapitels haben durchaus ihren Reiz, da man sieht, daß sich die Autorin bei der Auswahl etwas gedacht hat, jedoch kommt schnell der Verdacht auf, die Autorin wollte hier auch beweisen, wie viel sie doch gelesen hat (der Verdacht drängt sich um so stärker auf, wenn man die teils arroganten Aussagen der Autorin zu ihrem schriftstellerischen Dasein kennt...).
Alles in allem ein durchschnittliches Kinderbuch, das nach langen 560 Seiten mit einem abschließenden, wenn auch seichten Ende aufwartet, so daß man sich die Folgebände getrost sparen kann, denn mit den Worten der Autorin gesprochen:
"Natürlich kam es vor, dass hinter dem Einband nicht die Wunder warteten, auf die man gehofft hatte, dann schlug man das Buch wieder zu, ärgerlich über das nicht eingelöste Versprechen, doch so ein Buch war Tintenherz nicht." (S. 533)
Leider hat sie damit ihr Werk treffend auf den Punkt gebracht, auch wenn sie es selbst nicht wahrhaben will.
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Nett, aber nicht fesselnd..., 12. Juni 2007
Ich hatte mich eigentlich sehr auf Tintenherz gefreut, weil ich im Vorfeld soviel Gutes über das Buch gehört hatte: Cornelia Funke sei die "deutsche JK Rowling" hiess es da oder "vergleichbar mit Michael Endes grössten Werken"- doch leider verging meine Vorfreude auch schon in der Mitte des Buches..denn im Gegensatz zu den Werken von Ende oder Rowling hat mich Funkes Tintenherz nicht einmal fesseln können. Die Charaktere sind zwar schön beschrieben, aber haben keinerlei Tiefgang. Viele Male habe ich das Buch weggelegt, lieber etwas anderes gelesen und mich dann wieder daran gewagt- im Vergleich zu meinen Lesezeiten der oben aufgeführten Schriftsteller ist das Ergebnis also eher mau ausgefallen.
Tintenherz ist ein nettes, deutsches Kinder- und Jugendbuch, zeitweise dröge; zeitweise bemüht fantastisch, aber es zaubert eben keine Gänsehaut und nimmt den Leser nicht wirklich gefangen. Peinlicherweise muss ich sogar gestehen, dass das Einzige, was mich wirklich an diesem Buch berührt hat, nämlich die Zitate anderer grosser Autoren wie Tolkien waren, die am Anfang eines jeden Kapitels standen. Wer einen netten Zeitvertreib sucht, dem sei dieses Buch empfohlen- für alle anderen, die gern lachen, weinen und mitfiebern sei dann doch lieber die echte JK Rowling und der wahre Michael Ende ans Herz geraten..
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