Lange habe ich überlegt, was es ist, das mich an Funkes Tintenwelt-Büchern störte, obwohl ich die Ideen darin gut fand und auch zwei Theaterstücke, die nach den Büchern entstanden sind, gesehen habe und ganz begeistert davon war. Dann erschien kürzlich eine Kritik zu Funkes neuestem Buch "Reckless" in unserer Regionalzeitung und der Rezensent dort brachte es für mich auf den Punkt: Funkes Hang zu "schiefen Metaphern", misslungene Versuche, möglichst bildhaft zu schreiben, wobei dann solche Sachen herauskommen wie: "das Feuer beißt", was im Laufe des Buches immerzu wiederholt wird, bis es zumindest für mich leicht anstrengend wurde. Zumal nie ganz klar wird, wieso das Feuer hier mit einem bissigen Tier gleichgesetzt wird.
Insgesamt gefällt mir Funkes Schreibstil nicht so gut. Ja, es verwundert mich sogar, warum gerade ihr Stil von manchen Seiten so hochgelobt wurde. Denn ich fand ihre Sprache eher im Wortschatz beschränkt, wiederholend und wenig lebendig, teils sogar zäh und langatmig. So erwachten im Buch auch die Figuren aus sich selbst heraus kaum zum Leben, allein Staubfinger zeigt eine gewisse Vielschichtigkeit und gewisse überraschende Züge, er schien mir der einzige wirkliche Charakter, während die anderen eher bloße Typen bleiben (die schrullige Tante, der fürsorgliche Vater, das altkluge Mädchen, der Bösewicht usw.).
Ein Buch, das durch seine schöne Aufmachung besticht und dessen Erfolg sicher auch viel mit der gezielten Vermarktung als "deutsche Antwort auf Harry Potter" (ja, so in etwa wurde der erste Band damals beworben) zu tun hat. Hätte man es aber einfach unter die ganzen anderen Neuerscheinungen ausgelegt und auf die "Mund zu Mund"-Werbung vertraut, frage ich mich, ob "Tintenherz" so oft verkauft worden wäre.
Mut zur eigenen Meinung, auch wenn die "Rache" durch "Nicht hilfreich"-Klicks schon abzusehen ist...