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Die lange Wartezeit zwischen Social Distortion Alben verlangt den Fans immer wahrhafte Engelsgeduld ab, belohnt dafür aber mit Songmaterial für die Ewigkeit, wie das siebte Studioalbum Hard Times and Nursery Rhymes eindrucksvoll belegt.
Mit dem hypnotischen Eröffnungs Instrumental „Road Zombie“ eröffnen Mike Ness & Co. eine neue Ära der Band, die gleichzeitig den klassischen Social Distortion Sound lebt, sich aber auch anderen Einflüssen nicht versperrt.
Klang der Vorgänger Sex, Love and Rock’n’Roll beinahe wie eine nahtlose Fortsetzung des 1996er Durchbruch Albums White Light, White Heat, White Trash, so kann man auf Hard Times and Nursery Rhymes von einer klaren Weiterentwicklung sprechen.
Was bedeutet das konkret? Der klassische Trademark Sound bleibt unangetastet und strömt aus jeder Pore des Albums, das gleichzeitig den Gedanken „Americana“ stärker als je zuvor atmet: Country, Blues, Soul (!) und natürlich Rock’n’Roll vermischen sich zu einem harmonischem Ganzen und präsentieren die Band in neuer Größe. Bewusst wird der Fuß zugunsten von großartigen Harmonien und gospelartigen (!) Chören vom Gaspedal genommen, was dem kalifornischen Quartett äußerst gut zu Gesicht steht.
So gibt es auf Hard Times and Nursery Rhymes neben jeder Menge Uptempo Krachern (“Gimme the sweet and lowdown“, “Machine Gun Blues”, dem Hank Williams Sr. Cover „Alone and Forsaken“, Can’t take it with you”, “Still Alive”) auch langsame Songs zu entdecken, die bereits nach kurzer Zeit ihre Magie versprühen: “California (Hustle and Flow”)“, „Diamonds in the Rough“, „Far Side of Nowhere“, „Bakersfield“ und allen voran das überragende „Writing on the Wall“ – ein Stück wie es nur aus der Feder eines Mike Ness stammen kann. Apropos Mike Ness: Melodischer und eindringlicher als auf Hard Times and Nursery Rhymes hat man den Frontmann aus Orange County vermutlich nie singen hören, was den Songs ein weiteres Sahnehäubchen aufsetzt. Die Wartezeit hat sich demnach mehr als gelohnt: Waren die beiden Vorgänger Alben schon moderne Klassiker, so sind Social Distortion mit Hard Times and Nursery Rhymes über sich selbst hinausgewachsen und haben sich endgültig unsterblich gemacht. --Daniel Hofmann
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