Wenn das Thema auf große Songwriter kommt, landet das schnell bei bekannten Helden wie Bob Dylan, Leonard Cohen, John Lennon etc. Wer den Blickwinkel aber erweitert, stößt zwangsläufig auf die Stars des "Easy Listening" Jobim, Burt Bacharach und Sergio Mendez.
Vor allem letzterer war mit seinem neuen Sound in den Sechzigern stilbildend. Die CD "Timeless" klärt die Frage, wieviel diese Musik heute noch bedeutet. Den Zeitsprung haben die Black Eyed Peas organisiert, und so trägt diese Fusion deutlich deren Handschrift.
Schon der Opener "Mas que nada" stellt klar, dass die Verjüngung ausserordentlich gut gelungen ist. Über einem potenten Beat und einer pumpenden Bassline wird elegant gerappt, während der Refrain den unnachahmlichen brasilianischen Flair beschwört. "That Heat" wird vom abgeklärten Klavierspiel des Meisters und Vokaleinspengseln von Eryka Badu veredelt. Doch nicht überall wird der Hip-Hop Dampfhammer geschwungen. "Please Baby Don't" mit einem gut aufgelegten John Legend kommt lässig dahergeschlendert, während "Eh Meninia" mit seinem typischen Frauenchören und den sanften Bläsersätzen die Eleganz der Originale atmet.
Der Höhepunkt ist "Loose Ends" mit seinem verschleppten Rap über verhangenen Streichensamples und dazu ein wunderbarer Justin Timberlake.
Insgesamt läßt sich feststellen, dass die Songs dort am besten gelingen, wo das feine Rhythmusgefüge und der coole Sechziger-Flair der Originale erhalten bleibt.
Dort, wo die Songs nur als Unterbau für Black-Eyed-Peas typische Sprechgesänge und schwere Beats genutzt werden, zum Beispiel beim etwas stumpfen "Bananeria", läßt die Qualität ein wenig nach.
Sich im Vergleich die unvergleichliche Raffinesse und die zeitlosen Arrangements der Originale anzuhören bleibt sowieso Pflicht. Und wenn diese CD die Aufmerksamkeit eines jüngeren Publikums auf diesen großen Künstler richtet, dann sei das schon Gewinn genug.