Die Veröffentlichungen von Ion Javelin sind ja leider eher spärlich über die letzten Jahrzehnte verstreut, weshalb man sich immer wieder über ein Lebenszeichen freut. Nach der fulminanten Moskwa TV Ära, vernahm man ja eher sehr wenig von ihm. 2003 erschien dann unter Javelin/Löwy ein sehr starkes Album, das eher an David Sylvian erinnerte. Zwischendrin hörte man seine Stimme als Gast bei Chandeen und inzwischen sind wieder 8 lange Jahre vergangen, aber endlich gibt es wieder ein neues Album. "Time for Change" wurde es benannt und wurde selbstverständlich von mir blind gekauft. Das hat sich in jedem Fall gelohnt. Jan Veil liefert hier nämlich ein weiteres Electropop Album auf hohem Niveau ab. Direkt die ersten drei Tracks lassen einen mit offenem Mund zurück und besonders "The Ability to change" ist einfach der Wahnsinn. Aber auch weite Teile des restlichen Albums sind von hoher Qualität und gipfeln bei "There is somethin`" in einen der besten Tracks des Jahres 2011. Leider gibt es aber auch eine unnötige Coverversion des Human League Klassikers "Being Boiled", das die Gesamtwertung etwas runterzieht und auch im Gesamtkontext des Albums störend wirkt. Negativ finde ich aber auch das von den 11 Tracks bereits 4 Songs veröffentlicht wurden. Wer also auch das Umfeld von Javelin in seinem Regal stehen hat, bekommt eigentlich nur 7 nagelneue Tracks. "Walking through the rain" wurde nämlich bereits von Chandeen auf dem "The waking dream" Album verwendet und Generator X.O. 7/8 gab es in dieser Version bereits auf der gleichnamigen Maxi von Javelin/Löwy. Auch die Musik des Videobeitrags "Pulsing Adrenaline" wurde auf dem Album "Broken Surface" bereits veröffentlicht. Ebenso eine Instrumental Version von "A place in the city", die bei dem Projekt Tojami Sessions auf der 12" Vinyl von The Gift erschien. Natürlich kann man sich aber auch darüber freuen diese Sachen jetzt auf einer kompletten CD zu haben, aber nach 8 Jahren Pause sieht das ein wenig nach Auffüllen aus. Trotzdem sind diese Stücke qualitativ natürlich hervorragend. Wer sie also nicht kennt, kann sich auch darauf freuen. Bis auf den "Being Boiled" Ausrutscher hat man somit insgesamt eine wirklich tolle Platte, die man unbedingt haben sollte.