Kurzbeschreibung
Anfang September hat das Warten endlich ein Ende, denn dann erscheint das dritte Album von The Dodos, "Time To Die". Schon mit dem Vorgängeralbum „Visiter“ schaffte es das amerikanische Duo, die Herzen der Kritiker und Fans höher schlagen zu lassen. Nun kehren sie mit dem von Phil Ek (Fleet Foxes, The Shins, Built To Spill) produzierten Nachfolgewerk zurueck und begeben sich in wesentlich rockigere Gefilde.
“After Visiter, we had a lot of options for which direction to go,” sagt Gitarrist und Saenger Meric Long, “But I knew we wanted to make a rock record. Being an acoustic band—primarily, at least—sort of works against this idea, but Phil’s production showcased that side of our band.” Doch nicht nur musikalisch legen The Dodos einen drauf, auch personaltechnisch haben sie aufgerüstet. Keaton Snyder wird künftig Logan Kroeber und Meric Long mit seinen Vibraphonkuensten zur Seite stehen und kreativ auf die Band einwirken.
Weil ihr drittes Album sowieso weit vor Veröffentlichung illegal im Netz aufgetaucht wäre, haben die Dodos bereits vor zwei Monaten eine Internetseite eingerichtet, auf der man die komplette Platte anhören kann. Vielleicht wollte das Indiefolkduo aus San Francisco seinen Fans aber auch einfach ein bisschen Zeit geben, um mit den vielen Veränderungen klarzukommen - zum Beispiel dem 21-jährigen Keaton Synder am Vibrafon, der aus gutem Grund zum festen dritten Bandmitglied wurde. Die Dodos wollten mit "Time to die" eine Rockplatte vorlegen, die sich an ihrem wesentlich druckvolleren Livesound orientiert, und wenn Synder wie ein Berserker auf sein Instrument eindrischt, klingt das Vibrafon dank einiger Effekte mal wie eine Gitarre, mal wie ein Synthesizer. Noch größeren Einfluss hatte aber Starproduent Phil Ek (The Shins, Built To Spill), der das Wilde und Raue von "Visiter" zugunsten einer größeren Geschlossenheit opfert. So sind die Dodos eingängig wie nie zuvor und verstecken ihre halsbrecherischen Innovationen im Hintergrund, wo sie möglicherweise selbst Akribiker erst nach Monaten entdecken. Deshalb dürfte manch alter Dodos-Fan den Verlust der Eigenständigkeit betrauern. Doch wenn es am Jahresende um das Tape mit den besten Indiesongs 2009 geht, werden auch sie nicht an "Fables" und "The Strums" vorbeikommen. (cs)