Dieses Album hat etwas ganz Faszinierendes für mich an sich. Es sind die zickzackartigen Orgelpassagen beinahe nach alter Genesis-Manier, oder die Zwischeneinlagen und musikalischen Übergänge, die es ausmachen - z. B. bei "No Opportunity Necessary..." ziemlich in der Mitte des Songs, wo dann beim zweiten Durchgang Streicher hinzu kommen. Dann das herrliche, leicht psychedelische "Then" - ein kleines Meisterwerk für sich. Die jazzartigen Hammondorgel-Passagen wirken hier beinahe wie bei Helge Schneider Filmen (z. B. "Jazzclub"), und sind kaum zu toppen. Die folgenden Übergänge in orchestrale Streicher, begleitet von Progressive-Rock-lastigen Schlagzeugtrommeln beeindrucken jedesmal aufs Neue, und lassen mich einfach nicht ruhig auf dem Stuhl sitzen! Diese Musik hat einfach was heftig Experimentierfreudiges, das merke ich immer wieder. Dann "Everydays", ein eher schnulzig angehauchtes Stück, weniger auffällig. Es kommt wesentlich besser rüber als Bonustrack auf dem "Yes"-Debütalbum von 1969. Dort auch ohne Streicher. Jedoch "Sweet Dreams" wieder, das von den guten Bassläufen und Orgelakkorden lebt, ebenso von der charismatischen Stimme Andersons, ist ein Genuss. Der Typ hat schon irgendwie was Kindliches an sich, finde ich. Was ja an sich was Faszinierendes und ungeheuer Charismatisches ist! Diese Leichtigkeit in der Stimme, die da mitschwingt, beeindruckt. Ich finde nicht, dass das Werk "Time and A Word" kaputtproduziert wäre, oder durch Streicher zunichte gemacht, wie mein Vorrezensent meint. Lediglich an einigen wenigen Stellen nervt es etwas, und ist vielleicht etwas "des Guten zu viel". Deshalb auch nur vier Sterne statt fünf. "The Prophet" sprüht nur so von Lebendigkeit und jugendlicher Leichtigkeit. "Clear Days" fasziniert wiederum durch Andersons weiche Stimme und die Verse. Die Streicher wirken etwas verträumt, dazwischen kurze Klaviereinlagen. "Astral Traveller" ist eins der besten Stücke des Albums, wieder ein Progrock-Fetzer mit klasse Orgelsoli und Trommeleinlagen. Die Orgelteppiche in der Mitte, ähnlich wie bei Genesis in den Siebzigern, sind einfach gigantisch (erinnert mich irgendwie an "The Knife" vom Genesis "Trespass"-Album von 1970). Dann arbeitet sich die klasse E-Gitarre dazu heran, und weiter geht's mit dem Hauptthema, wieder Trommler... toll. "Time And A Word", der Titelsong des Albums, ist für mich im Refrain besonders beeindruckend, weil emotional berührend. Anderson ist in seinem Element, und der Text wirkt sogar sehr ehrlich und gerade aktuell für ihn. Wenn nun mal die Zeit reif ist für den Durchbruch und die Liebe, dann ist es so! :-) Von den Bonustracks gefällt mir "Dear Father" nicht so gut wie auf dem Debutalbum "Yes", wo es besser, weil rauher und runder rüber kommt. "No Opportunity" ist bereits gelungen gespielt, der Original-Mix ist nicht grundlegend anders, finde ich. Nur wer genau hinhört, wird hier einen Unterschied feststellen. Ja okay, beim Zwischenteil, wie oben beschrieben. "Sweet Dreams" wirkt im Original-Mix etwas schneller als die andere Version, und etwas höher von der Stimmlage her. Wo doch Anderson eigentlich schon hoch genug singt... :-) Und schließlich "The Prophet" als Single-Version, eine kleine Bereicherung durch veränderte Streicher-Begleitung. Die andere gefällt mir jedoch besser. Insgesamt ein echt gutes Werk von den Herren Squire, Anderson, Bruford, Kaye, Banks. Hut ab! Getoppt wird die Dynamik einiger Songs, wie z. B. "Everydays" oder "Dear Father", wie gesagt, nur noch vom Debutalbum "Yes". Dieses hier ist beinahe uneingeschränkt zu empfehlen - bis auf kleine Schwächen, wie an einigen Stellen die Streicher zu viel. Wie gesagt. Ansonsten - anhören und genießen!