Ich darf mich als Hooters-Fan der ersten Stunde bezeichnen und habe die Platten der Band schon in den 1980ern noch auf den guten alten Chromdioxid-Cassetten rauf und runter gehört. Nach dem mäßig erfolgreichen 1993er Album "Out of Body" ist die Band dann erst einmal wieder in der Versenkung verschwunden.
Nachdem ich die Hooters erstmalig nach 1995 im Jahr 2003 auf der sog. "Reunion"-Tour wieder live gesehen habe, konnte ich es kaum glauben, als die Jungs auf der Tour ein neues Album ankündigten, welches nun auch schon 4 Jahre später vorliegt.
Eine erste Kostprobe des neuen Materials habe ich dann Ende Juli auf dem Konzert in Köln erfahren und möchte die Songs im Einzelnen mit X von 5 Sternen vorstellen:
1. Im alive (4 von 5)
Gute Folkrock-Nummer, die stark an das alte Material von früher erinnert, kam allerdings live eine ganze Ecke druckvoller aus den Boxen.
2. Time stand still (5 von 5)
Typische Hooters-Nummer mit viel Folkeinschlag und Mitsingrefrain, klasse gemacht
3. The boys of summer (5 von 5)
Die Cover-Version von Don Henley spaltet die Hooters-Gemeinde, mich begeistert das Lied, sehr ruhig und mit tollem zweistimmigem (Eric & Rob) Gesang.
4. Until I find you again (4 von 5)
Schöne Halbbalade, die aber mit den anderen Balladen auf dem Album nicht mithalten kann. Wurde auf dem Kölner Konzert nicht gespielt.
5. Until you dare (4 von 5)
Ebenfalls eine Halbbalade, schöner Song, aber keiner, der länger im Gedächtnis bleibt
6. Morning Buzz (3 von 5)
Wurde ebenfalls nicht live gespielt, klingt wie der Versuch, ein irisches Trinklied schreiben zu wollen, hat micht nicht überzeugt
7. Where the wind may blow (5 von 5)
Das für mich beste Lied auf der Scheibe, erinnert stark an die Byrds bzw. Roger McGuinn, wieder toller zweistimmiger Gesang, hat das Zeug zum Klassiker
8. Catch of the day (5 von 5)
Eine witzige Folkrock-Nummer, kam live sehr gut an und wurde bereits eingedeutscht ("und wir warten, und wir angeln..."), klasse
9. Ordinary lives (4 von 5)
Schöne Ballade, die beste auf dem Album
10. Free again (5 von 5)
Starke, siebenminütige Nummer, fängt langsam an und geht nach hinten richtig gut ab, da merkt man die Spielfreude, klasse Text & Song
11. Hidden track (3 von 5)
Wäre er doch "hidden" geblieben...
Fazit:
Die Jungs haben nach 14 Jahren Pause ein wirklich respektables Album abgeliefert, was ich mir gerne anhöre und dessen Kauf ich absolut empfehlen kann. Die Klasse der 1980er Alben wird allerdings nicht ganz erreicht, das Vorgänger-Album "Out of Body" jedoch locker geschlagen.
Wenn ich sehe, mit welcher Spielfreude die Hooters im Juli zu Werke gegangen sind, dann kann man sich hoffentlich noch auf viele Konzerte freuen, die ersten sollen bereits wieder im November stattfinden.
Ich bin dabei !