Helloween hatten nach den beiden "Keepers"-Alben eine wirklich schwierige Zeit - es gab einige Streitigkeiten innerhalb der Band und letzten Endes sogar den Tod des Schlagzeugers Ingo Schwichtenberg. Daher war auch die Qualität der Alben "Pink Bubbles Go Ape" und "Chameleon" nicht allzu hoch - wenngleich ich diese Alben auch nicht als schlecht bezeichnen würde - sie sind halt experimentell.
Ebenso die dann erscheinende CD "Master Of The Rings" - sie ist gut, aber kein Brüller.
"The Time Of The Oath" hingegen ist ein rundum geiles Album geworden, das man immer wieder anhören kann. Der Opener "We Burn" geht schon mächtig ab und "Steel Tormentor" besitzt Ohrwurmcharakter und ist irgendwie lustig, ebenso wie "Anything My Mama Don't Like", "Wake Up The Mountain" oder "Power". Der typische, gern gehörte Speed Metal mit den schönen Melodien Marke Helloween. Diese Songs machen einfach Spaß - ohne dass sie lediglich eine Kopie der "Keepers"-Alben oder "Walls Of Jericho" wären.
Die Ballade "Forever And One" ist zwar sehr kommerziell geraten, aber immer noch gut dazu geeignet, mitzusingen und das Feuerzeug auszupacken. Noch schöner allerdings finde ich "If I Knew" - die Orgel dort einzubauen, war ein sehr guter Einfall, der sich in der Atmosphäre dieses Songs bewährt gemacht hat.
Am besten jedoch ist der Titeltrack, der ein ultratightes Riffing bietet, wie es bei Helloween vorher noch nicht zu hören war - das allerdings in den darauffolgenden Alben "Better Than Raw" und "The Dark Ride" fortgeführt werden sollte. Alles in allem: Es ist sowohl die alte Qualität vorhanden, als auch eine Weiterentwicklung zu erkennen. Klasse!
Ein paar Worte noch zu Andi Deris an alle, die an ihm herummeckern: Hört endlich auf damit! Andi Deris hat eine äußerst umfangreiche und wandlungsfähige Stimme, wenngleich er vielleicht nicht so hoch kommt wie Michael Kiske. Außerdem ist er ein begandeter Songwriter.